Weltcup Bled: Gute Vorläufe der Schweizer Boote

  Weltcup Bled: Gute Vorläufe der Schweizer Boote

Am Freitagvormittag fanden auf dem See von Bled (Slowenien) die Vorläufe der ersten Weltcup-Regatta statt. Dem Schweizer Ruderteam ist ein guter Start in die Regatta geglückt. Vorlaufsiege gab es für den Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte und den Männer Doppelzweier. Mit einem zweiten Platz im Vorlauf direkt für das Finale vom Sonntag qualifiziert ist der neu formierte Frauen-Doppelvierer. Im Halbfinale steht nach einem zweiten Platz im Vorlauf auch Eliane Waser im Skiff Frauen Leichtgewichte.

Der See von Bled zeigte sich heute für die Vorläufe von seiner ruhigen Seite, so dass alle Rennen planmässig und bei fairen Bedingungen ausgetragen werden konnten. Sechs Schweizer Boote standen heute am Start zu den Vorläufen. Skiffier Fabrizio Güttinger (Club Canottieri Lugano) musste aufgrund einer Erkrankung vor dem Rennen zurückgezogen werden.
Dank überzeugenden Auftritten und Siegen in den Vorläufen stehen der Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte mit Mario Gyr (Seeclub Luzern), Simon Niepmann (Seeclub Zürich), Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz) und Simon Schürch (Seeclub Sursee) sowie der Männer-Doppelzweier mit den beiden Sempachern André Vonarburg und Florian Stofer in den Halbfinals von morgen Samstag.

Vierer ohne Steuermann vor Weltmeister Deutschland im Vorlauf
Der Leichtgewichts-Vierer siegte im dritten Vorlauf gegen Weltmeister Deutschland mit einem Vorsprung von einer knappen halben Sekunde. Gegen das drittplatzierte Italien betrug der Vorsprung exakt eine Sekunde. Der Schweizer Vierer erwischte einen ausgezeichneten Start und lieferte das zweitschnellste erste Streckenviertel aller 16 gestarteten Boote hin. Der Schweizer Vierer um Schlagmann Mario Gyr führte das Feld bei jedem Messpunkt an und gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab, obwohl sowohl das deutsche sowie das italienische Boot stark Druck machten, konnten sich doch im Vorlauf von den drei führenden Booten nur deren zwei direkt für das Halbfinale qualifizieren.
Die vier Eidgenossen erwischten einen geglückten Start in die Regatta. Technisch wirkte der Schweizer Vierer harmonisch und abgeklärt. Für das Halbfinale von morgen Samstagnachmittag (14:44 und 14:52 Uhr) konnten sich neben Gyr/Niepmann/Tramèr/Schürch auch Dänemark (schnellste Laufzeit mit 6:03,40), Niederlande, Grossbritannien, Kanada und Deutschland qualifizieren. Alle anderen Boote rudern in den Hoffnungsläufen um die Halbfinalqualifikation.

Vonarburg/Stofer mit Start-Ziel-Sieg direkt ins Halbfinale
Ebenfalls überzeugend ruderten die beiden Routiniers Vonarburg/Stofer im Schweizer Team im zweiten Vorlauf der Männer Doppelzweier. André Vonarburg und Florian Stofer (beide Seeclub Sempach) legten auf jedem Streckenviertel die schnellste Abschnittszeit hin und landeten somit einen Start-Ziel-Sieg vor den Booten aus Kanada, China, Tschechien und Kroatien. Der Schweizer Doppelzweier ruderte unangefochten an der Spitze des Feldes. Auch sie ruderten technisch sauber und stabil in den zeitweiligen anspruchsvollen Seiten-Mitwind-Bedingungen, die während den Rennen der Doppelzweier herrschten. Vonarburg/Stofer rudern am Samstagnachmittag in den Halbfinals (13:40 und 13:48 Uhr). Neben Stofer/Vonarburg qualifizierten sich beide britischen Doppelzweier sowie das norwegisch-slowenische Duo Olaf Tufte/Iztok Cop als Vorlaufsieger für die Halbfinals. Als zweitplatzierte Boote schafften dies Polen, Kanada und zwei italienische Boote. Insgesamt stehen 19 Männer Doppelzweier am Start.

Der neue Frauen-Doppelvierer steht schon im A-Finale
Ebenfalls erfreulich war der Auftritt des neu formierten Schweizer Frauen-Doppelvierers. Bei ihrem ersten internationalen Rennen ruderten Martina Ernst (Belvoir Ruderclub Zürich), Katja Hauser (Seeclub Wädenswil), Nora Fiechter (Ruderclub Blauweiss Basel) und Regina Naunheim (Seeclub Wädenswil) dank eines zweiten Ranges hinter dem britischen Vierer direkt ins A-Finale. Für alle Athletinnen ist es die erste Qualifikation für einen Endlauf bei einem Ruder-Weltcup. Grossbritannien konnte den Vorlauf mit 3.31 Sekunden oder etwas mehr als einer Bootslänge Vorsprung auf die vier Schweizerinnen gewinnen. Ernst/Hauser/Fiechter/Naunheim wiederum hielten die Boote aus Italien, Dänemark und Österreich in Schach und verwiesen diese in den Hoffnungslauf. Aus dem anderen Vorlauf sind die amtierenden Weltmeisterinnen aus der Ukraine sowie das chinesische Boot direkt für das A-Finale qualifiziert. Der A-Final der Frauen-Doppelvierer findet am Sonntag um 12:34 Uhr statt.

Wyss/Weisshaupt im Hoffnungslauf
Im Bereich der Frauen Leichtgewichte lief es für die neue Kombination mit Olivia Wyss (Seeclub Sursee) und Pamela Weisshaupt (Seeclub Küsnacht) im vierten Vorlauf gegen die Boote aus Holland, China, Portugal und Irland nicht ideal. Der Schweizer Doppelzweier verlor auf dem ersten Streckenviertel vier Sekunden und ruderte auch von der Schlagfrequenz her wesentlich tiefer als die Boote aus Holland und China. Da sich nur das erste Boot direkt für das Halbfinale qualifizieren konnte, war die Aussicht auf ein direktes Weiterkommen früh zunichte. Die Holländerinnen siegten vor China, Schweiz, Portugal und Irland, was für Wyss/Weisshaupt bedeutet, den Umweg über den Hoffnungslauf zu nehmen. In diesem treffen sie auf zwei chinesische Boote (jedoch nicht dieselbe Kombination wie im Vorlauf) sowie das Boot aus Russland. Zwei der vier Boote werden sich für das Halbfinale qualifizieren.

Eliane Waser im Skiff Leichtgewichte direkt im Halbfinal
Mit einem zweiten Vorlaufrang hinter der starken Griechin Alexandra Tsiavou sicherte sich Eliane Waser (Seeclub Luzern) den direkten Halbfinaleinzug. Sie war mit ihrem Rennen noch nicht zufrieden. Mit ihrer Leistung vermochte Waser aber zwei Boote aus Schweden sowie ein Boot aus Usbekistan jederzeit überlegen in Schach zu halten.

Raphaël Jeanneret im Hoffnungslauf
Im Skiff der Männer Leichtgewichte ruderte der Schweizer Riemenruderer und Ergänzungsathlet des leichten Vierers, Raphaël Jeanneret (Club de l’Aviron Vevey) beherzt, konnte aber den Kontakt zu den führenden und arrivierten Booten aus der Slowakei und Brasilien nicht herstellen. Auch er nimmt den Umweg über den Hoffnunglauf für die Halbfinalqualifikation.

Rudern: Ruder-Weltcup in Bled (Slowenien), Resultate Vorläufe mit Schweizer Beteiligung vom 28. Mai 2010
Männer: Doppelzweier, 2. Vorlauf: 1. Vonarburg/Stofer (Sz) 6:21,13. 2. Bergen/Vanknotsenburg (Ka) 6:27,01. 3. Liu/Shi (China) 6:35,13. 4. Houska/Vitasek (Tsch) 6:37,38. 5. Rom/Bohnec (Kro) 6:42,25. Stofer/Vonarburg und Kanada im Halbfinale.
Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte, 3. Vorlauf: 1. Schweiz (Mario Gyr, Simon Niepmann, Lucas Tramèr, Simon Schürch) 6:04,60. 2. Deutschland 6:05,08. 3. Italien 6:05,60. 4. Spanien 6:22,32. 5. Portugal 6:24,58. Schweiz und Deutschland im Halbfinale.
Skiff Leichtgewichte, 2. Vorlauf: 1. Lukas Babac (Svk) 7:13,75. Ferner: 5. Raphaël Jeanneret (Sz) 7:25,10. Jeanneret im Hoffnungslauf.
Frauen: Doppelvierer, 1. Vorlauf: 1. Grossbritannien 6:34,32. 2. Schweiz (Martina Ernst, Katja Hauser, Nora Fiechter, Regina Naunheim) 6:37,63. 3. Italien 6:43,53. 4. Dänemark 6:46,56. 5. Österreich 6:47,63. Grossbritannien und Schweiz direkt im A-Finale von Sonntag.
Doppelzweier Leichtgewichte, 4. Vorlauf: 1. Sigmond/Head (Ho) 7:20,70. 2. Wang/Huang (China) 7:24,47. 3. Pamela Weisshaupt / Olivia Wyss (Sz) 7:33,23. 4. Coelho/Mendes (Por) 7:37,61. 5. Kelly/Jacobs (Irl) 7:39,91.
Skiff Leichtgewichte, 1. Vorlauf: 1. Alexandra Tsiavou (Griech) 7:56,81. 2. Eliane Waser (Sz) 8:05,09. 3. Karin Radstroem (Sd) 8:15,68. 4. Kristina Knejp (Sd) 8:26,89. 5. Zarrina Mihaylova (Usb) 8:27,93. Waser im Halbfinal.

>> Alle Resultate und mehr Infos unter www.worldrowing.com