U23-WM Brest 2010: Alle Schweizer Boote im Halbfinal

  U23-WM Brest 2010: Alle Schweizer Boote im Halbfinal

 

>> Bildergalerie U23-WM Brest (aktualisiert am 23. Juli 2010)

Am zweiten Regattatag der diesjährigen U23-Weltmeisterschaften im weissrussischen Brest vermochten sich alle Schweizer Boote für die Halbfinals der besten 12 Boote zu qualifizieren. Der Doppelvierer Männer hatte gleich zwei Einsätze zu bestreiten und wusste mit guten Rennen in einer traditionell extrem dicht besetzten Kategorie zu gefallen. Erfreulich waren auch die Leistungssteigerungen der drei Schweizer Einerfahrer. Allesamt ruderten deutlich besser als im Vorlauf und konnten sich so für die Halbfinals qualifizieren. Die Rennen werden am Samstag mit den Halbfinals fortgesetzt.

Frühaufsteher waren heute Freitag für den Hoffnungslauftag in Brest (WRuss) verlangt. Ab 08:00 Uhr wurde zu den Rennen gestartet, nachdem am Donnerstagabend die Regatta aufgrund heftiger Gewitter über der Regattastrecke abgebrochen werden musste. So wurden zuerst die noch nicht ausgetragenen Vorläufe gerudert, danach dann die Hoffnungsläufe aller Kategorien. Von der Verschiebung war auch der Schweizer U23-Doppelvierer betroffen, der gestern Abend nicht mehr zum Rennen starten konnte.

Alle Schweizer Boote vermochten sich in den heutigen Rennen zu steigern und erreichten erfreulicherweise die Halbfinals der besten 12 Boote. Kein einziges Boot war je in Gefahr, dieses wichtige Zwischenziel nicht zu erreichen. Somit stehen neben dem bereits gestern direkt qualifizierten Doppelvierer der Leichtgewichte auch Angelina Casanova (Belvoir Ruderclub Zürich), Michael Albisser (Seeclub Sursee) und David Aregger (Ruderclub Schaffhausen), alle jeweils im Einer, im Halbfinale.

Doppelvierer Männer: Michael Schmid / Nico Stahlberg / Jérémy Maillefer / Samuel Annen
Der Männer-Doppelvierer mit Michael Schmid (Seeclub Luzern), Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen), Jérémy Maillefer (Lausanne Sports) und Samuel Annen (Seeclub Zug) hatte ein hartes Tagesprogramm heute. Der Vorlauf fand gegen sehr starke Konkurrenz statt, darunter der Vorjahres-U23-Weltmeister-Doppelvierer und vor zwei Wochen Rotsee-Sieger Kroatien sowie das stets stark einzustufende deutsche Boot. Die Schweizer liessen sich jedoch nicht beeindrucken und ruderten ein sehr gutes Rennen. Kroatien setzte sich gleich am Start ab und zeigte auf, mit welcher Geschwindigkeit ein Top-Boot der Elitekategorie das Rennen rudert. Die Schweizer ruderten während 1500 Metern an zweiter Position, jeweils den Bug knapp vor dem deutschen Boot haltend. Erst im Schlusssprint um den zweiten Halbfinalplatz mussten sich Schmid/Stahlberg/Maillefer/Annen um winzige 0.45 Sekunden geschlagen geben. Mit dem dritten Rang im Vorlauf mussten sie den Umweg über den Hoffnungslauf machen. In den Vorläufen lagen nebst den klar zu favorisierenden Kroaten in etwa 11 Doppelvierer im gleichen Leistungsbereich, wenn man den Zwischen- und Endzeiten analysiert. Die Ausgangslage in dieser Kategorie ist also offen und erfreulicherweise mischen auch die Schweizer in diesem Feld mit.
Im Hoffnungslauf kurz vor Mittag bei sehr heissen Temperaturen und etwas seitlichem Mitwind ruderte das Schweizer Boot gegen Weissrussland, Australien, Tschechien, Frankreich und Lettland. Auf den ersten 500 Metern teilte sich das Feld. An der Spitze lagen Australien, Tschechien und die Schweiz nur durch wenige Zentimeter getrennt. Bei der Streckenhälfte waren es dann die Tschechen, welche die Führung inne hatten und das Schweizer Boot mit einer knappen Sekunde Rückstand an zweiter Position liegend schob sich in Position. Tschechien und Schweiz setzten sich indes etwas ab, während Australien dem hohen Anfangstempo Tribut zollen musste. Im Ziel lag Tschechien um 0.87 Sekunden vor dem Schweizer Boot, welches sich mit dieser Leistung und zwei guten Rennen sicher für das Halbfinale zu qualifizieren vermochte.

Einer Frauen Leichtgewichte: Angelina Casanova (Belvoir Ruderclub Zürich)
Nach dem dritten Rang am Vortag zeigte sich Angelina Casanova heute in ihrem Hoffnungslaufrennen gegen die Boote aus Ungarn, Slowakei, Norwegen, Argentinien und Südafrika verbessert. Angelina Casanova zeigte generell ein gutes und gegenüber dem Vorlauf verbessertes Rennen. Obwohl am Start etwas überrascht vom Blitzstart der Südafrikanerin auf der Aussenbahn, ruderte Casanova immer auf einer sicheren Top 3-Position. Nie war Casanova in Gefahr ihren Platz im Halbfinale zu verlieren. „Es ist Angelina besser gelungen, den Mittelteil im Durchzug dynamisch zu gestalten als im Vorlauf“ zeigte sich Trainer Camille Codoni nach dem Rennen zufrieden. Mit 0.31 Sekunden Rückstand auf das Boot aus Südafrika sicherte sich Angelina Casanova den zweiten Rang und zieht somit zusammen mit Südafrika und der drittplatzierten Slowakin in den Halbfinal ein.

Einer Männer Leichtgewichte: Michael Albisser (Seeclub Sursee)
Ebenfalls einen sicheren Eindruck hinterliess Michael Albisser, der während mehr als drei Vierteln des Rennens die Führung inne hatte und erst am Schluss den immer stärker werdenden Türken Sonmez vorbeiziehen lassen musste. Mit einem ungefährdeten zweiten Platz rudert auch Michael Albisser im Halbfinale vom Samstag, wo er dann wieder auf stärkere Konkurrenz treffen wird. Die Boote aus Albanien, Georgien und Dänemark waren zu keinem Zeitpunkt im Rennen ernsthafte Konkurrenten für einen der Halbfinalplätze.

Einer Männer: David Aregger (Ruderclub Schaffhausen)
Einen regelrechten Quantensprung gegenüber dem Rennen vom Vortag zeigte David Aregger im Männer-Einer. Aregger, der im Vorlauf Mühe mit der Schlagfrequenz hatte, ruderte sicher und souverän vom Start in Führung liegend, leicht vor Griechenland und deutlich vor Rumänien und Weissrussland. Bis zur Streckenhälfte führte Aregger, der heute kämpferisch und technisch rund ruderte. Erst im dritten Streckenviertel musste er den Griechen Papachristos aufschliessen lassen und sich überholen lassen. Auf der Ziellinie betrug der Rückstand von Aregger auf Griechenland lediglich 0.61 Sekunden. Dank dieser deutlichen Leistungssteigerung zieht auch David Aregger in das Halbfinale der besten 12 Boote ein. Die Boote aus Rumänien und Weissrussland hielt Aregger immer deutlich distanziert.

Der Doppelvierer Leichtgewichte, der sich gestern mit einem zweiten Rang direkt für die Halbfinals qualifiziert hatte, war heute ohne Renneinsatz und trainierte wie gewohnt auf der Regattastrecke. Das Boot bestreitet am Samstag wie die vier anderen Schweizer Boote die Halbfinalrennen.

Rudern: U23-Weltmeisterschaften in Brest (Weissrussland), Resultate Vorläufe und Hoffnungsläufe mit Schweizer Beteiligung vom 23.07.2010
Männer.
Doppelvierer, 2. Hoffnungslauf: 1. Tschechien 5:55,09. 2. Schweiz (Michael Schmid, Nico Stahlberg, Jérémy Maillefer, Samuel Annen) 5:55,96. 3. Australien 5:59,38. 4. Weissrussland 6:01,64. 5. Frankreich 6:03,54. 6. Lettland 6:13,52. Schweiz somit im Halbfinal vom Samstag. Doppelvierer, 2. Vorlauf: 1. Kroatien 5:50,13. 2. Deutschland 5:54,65. 3. Schweiz (Michael Schmid, Nico Stahlberg, Jérémy Maillefer, Samuel Annen) 5:55,10. 4. Polen 6:08,36. 5. Australien 6:12,14. 6. Slowenien 6:22,00. Schweiz somit im Hoffnungslauf.
Einer Leichtgewichte, 1. Hoffnungslauf: 1. Bayram Somnez (Tür) 7:05,25. 2. Michael Albisser (Sz) 7:10,04. 3. Lasha Motiashvili (Geo) 7:17,92. 4. Emil Laursen (Dä) 7:20,03. 5. Edy Theka (Alb) 7:38,51. Michael Albisser damit im Halbfinale vom Samstag.
Einer, 4. Hoffnungslauf: 1. Stergios Papachristos (Griech) 7:05,22. 2. David Aregger (Sz) 7:05,83. 3. Marian Moraru (Rumä) 7:10,46. 4. Vitaly Horshva (WRuss) 7:26,09. David Aregger damit im Halbfinale vom Samstag.
Frauen. Einer Leichtgewichte, 2. Hoffnungslauf: 1. Kirsten McCann (Südafr) 7:56,18. 2. Angelina Casanova (Sz) 7:56,49. 3. Barbora Sagova (Slk) 7:59,31. 4. Anna Skaarnaes (No) 8:01,22. 5. Priscilla Beraldo (Arg) 8:05,22. 6. Dorottya Karacsony (Un) 8:23,38. Angelina Casanova damit im Halbfinale vom Samstag.

Die detaillierten Resultate sowie Informationen zum jeweils aktuellen Zeitplan der Rennen können unter http://www.worldrowing.com/index.php?pageid=91 abgerufen werden.

Brest, 23. Juli 2010/cs.