WM Karapiro: Vonarburg/Stofer vom Winde verweht

  WM Karapiro: Vonarburg/Stofer vom Winde verweht

Die Ruder-Weltmeisterschaften auf dem Lake Karapiro in Neuseeland kommen in die Schlussphase, wobei heute die ersten Finalrennen ausgetragen wurden. Der Männer-Doppelzweier mit André Vonarburg und Florian Stofer ruderte sein Halbfinale und kam auf der vom Wind benachteiligten Aussenbahn 6 nicht über den 6. Halbfinalrang hinaus. Somit steht an der diesjährigen Ruder-WM kein Schweizer Boot in einem A-Finale. Der leichte Zweier ohne Steuermann mit Patrick Joye und Raphaël Jeanneret schliesst die Regatta nach kämpferischem Rennen auf dem 8. Rang ab. Der Frauen-Doppelvierer klassiert sich im neunten Schlussrang.


„Es waren absolut unfaire Bedingungen heute Nachmittag auf dem Lake Karapiro und es ist unverständlich, wieso heute überhaupt Rennen durchgeführt wurden“, war der erste Kommentar vom Schweizer Headcoach Tim Foster zum heutigen Renngeschehen. Ein starker seitlicher Gegenwind, der zu entsprechend hohem Wellengang führte, forderte von den Athleten alles ab. „Heute ging es nicht darum, wer der Stärkste ist, sondern wer am meisten Ruderschläge ins Wasser brachte“, meinte stellvertretend für viele Kommentare der erfolgreiche italienische Leichtgewichtsruderer Elia Luini, heute Silbermedaillengewinner im Leichtgewichts-Doppelzweier. In der Tat zeigt die Analyse der Rennen, dass die Aussenbahn 5 meist und die Bahn 6 immer chancenlos waren, dies im Vergleich zu den Innenbahnen 1 und 2.


Männer-Doppelzweier nicht im Finale
André Vonarburg und Florian Stofer (beide Seeclub Sempach) waren das letzte Schweizer Boot mit Chancen auf eine Finalqualifikation. Nach den Leistungen im Vor- und Hoffnungslauf wurde ihnen die Bahn 6 zugeteilt, welche heute kein Vorteil war. Die Gegnerschaft kam aus Australien, USA, Neuseeland, Frankreich und China. Während Neuseeland und Frankreich für die Finalqualifikation favorisiert waren, schien die Ausgangslage für den dritten Finalplatz offen. Auf den ersten 500 Metern lagen alle Boote innerhalb von zwei Sekunden. Stofer/Vonarburg wurden auf dem fünften Zwischenrang gesehen. Auf den zweiten 500 Metern zog sich dann aber das Feld bereits beträchtlich auseinander. Neuseeland, Frankreich und die überraschenden Australier vermochten sich etwas abzusetzen, während USA, China und die Schweiz Mühe hatten, den Kontakt zu halten. Auf dem dritten Streckenviertel war es dann noch augenfälliger, dass China (Bahn 5) und die Schweiz (Bahn 6) mehr und mehr zurückfielen und eine Finalqualifikation unrealistisch geworden ist. Neuseeland, Australien und Frankreich holten sich die drei Finaltickets, während das Schweizer Boot hinter USA und China nicht über den sechsten Platz hinauskam. Der Doppelzweier rudert somit am Sonntag im B-Finale.


Kämpferischer Schweizer Leichtgewichts-Zweier
Der Leichtgewicht Zweier ohne Steuermann mit Patrick Joye (Grasshopper Club Zürich) und Raphaël Jeanneret (Club de l’Aviron Vevey) zeigte ein offensives Rennen. Mit einem schnellen Start setzten sie sich an die Spitze und behielten die Führung über weite Strecken des Rennens. Erst auf den letzten 250 Metern mussten sie ihren Vorsprung dem heranbrausenden chilenischen Boot preisgeben und konnten nicht mehr dagegenhalten. Joye/Jeanneret schliessen die Weltmeisterschaften im Zweier ohne Steuermann der Leichtgewichte auf dem achten Rang ab.


Bestes Rennen für den Frauen-Doppelvierer
„Der Frauen-Doppelvierer zeigte heute das beste Rennen der WM-Regatta“, kommentierte Tim Foster die Leistung des Frauen-Grossbootes, nachdem dieses hinter China und lediglich 0.6 Sekunden hinter Kanada als drittes Boot im B-Finale ins Ziel gekommen war. Der Frauen-Doppelvierer startete erneut schnell und hielt die Führung bis zur Streckenhälfte. Dann kamen China und auch Kanada immer näher und überholten die Schweizerinnen, die sich aber heftig zur Wehr setzten. Olympiasieger China holte sich den Laufsieg vor Kanada, Schweiz, Russland und Rumänien. Mit dem neunten Schlussrang hat das dieses Jahr neu gebildete Schweizer Projekt eine gute Orientierung erhalten, konnten sie doch erstmals gegen die gesamte Konkurrenz aus den Überseenationen antreten. Für die Schweizerinnen ist die WM-Regatta nun beendet.


Die Rennen werden am Samstag und Sonntag mit weiteren Finalrennen fortgesetzt. Die Rennen der Schweizer Boote sind wie folgt: Samstag: Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte (B-Final) 11.53 Uhr (23.53 Uhr MEZ), Fabrizio Güttinger (D-Final) 11.29 Uhr (23.29 Uhr MEZ). Sonntag: Olivia Wyss (B-Final) 11.41 Uhr (23.41 Uhr MEZ), Doppelzweier Männer (B-Finale) 11.59 Uhr (23.59 Uhr MEZ).
Startlisten und Resultate können unter www.worldrowing.com heruntergeladen werden.



Rudern: Weltmeisterschaften Lake Karapiro (Neuseeland), Resultate Rennen mit Schweizer Beteiligung vom 05.11.2010
Männer: Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte, B-Final (Ränge 7-11):
1. Fabian Oyarzun Zbinden / Miguel Cerda Silva (Chi) 7:30,36. 2. Patrick Joye/Raphaël Jeanneret (Sz) 7:31,86. 3. Evangelos Tsourtsoulas/Michael Nucci (USA) 7:37,54. 4. Arnau Bertran Sastre/Andreu Castella Gasparin (Sp) 7:38,26. Nicht am Start: Lasse Dittmann/Martin Kristensen (Dä)


Doppelzweier, 1. Halbfinale: 1. Nathan Cohen/Joseph Sullivan (Neus) 6:44,77. 2. Nick Hudson/Jared Bidwell (Aus) 6:46,73. 3. Cedric Berrest/Julien Bahain (Fr) 6 :46,79. 4. Glenn Ochal/Warren Anderson (USA) 6 :47,31. 5. Hang Liu/Zhiqiang Shi (China) 7:00,85. 6. André Vonarburg/Florian Stofer (Sz) 7:01,29. Vonarburg/Stofer somit im B-Finale.


Frauen. Doppelvierer, B-Final (Ränge 7-11): 1. Yan Jiang/Min Zhang/ Lei Wang/Ziwei Jin (China) 6:52,09. 2. Emily Cameron/Peggy Devos/Isolda Penney/Jane Rumball (Ka) 6:54,80. 3. Regina Naunheim/Nora Fiechter/Katja Hauser/Martina Ernst (Sz) 6:55,46. 4. Inga Dudchenko/Maria Antsiferova/Evgenjya Golubeva/Maria Krasilnikova (Rus) 7:01,09. 6. Cristina Grigorias/Irina Dorneanu/Andreea Boghian/Cristina Ilie (Rum) 7:03,07.


Sarnen, 5. November/cs.