WM Karapiro: 11. Schlussrang für Vonarburg/Stofer

  WM Karapiro: 11. Schlussrang für Vonarburg/Stofer

 


Der Doppelzweier mit André Vonarburg und Florian Stofer beendete die WM in Neuseeland auf dem enttäuschenden 11. Rang. Olivia Wyss siegte im B-Finale der Frauen-Einer Leichtgewichte und wird somit Siebte in der Endabrechnung. Mit zwei Top 10 Platzierungen in den olympischen Bootsklassen sind die Zielsetzungen des Ruderverbandes nur teilweise erreicht.


Der Männer-Doppelzweier mit André Vonarburg und Florian Stofer (beide Sempach) bekundeten während der ganzen WM-Woche Mühe, an ihre Saisonvorleistungen anzuknüpfen. An allen Weltcupregatten ruderten sie im Finale auf Rang 5. Auch an den Europameisterschaften von Mitte September reichte es noch für den Final, obwohl André Vonarburg erkrankt war. Der Doppelzweier versuchte es heute mit einem schnellen Start, was auch gelang. Nach 500 Metern lag das Schweizer Boot in Führung. Aber auf dem zweiten Streckenviertel mussten sie dann gleich vier Boote passieren lassen und fielen auf den fünften Rang zurück. Nur die Chinesen konnten in Schach gehalten werden. Den fünften Rang behaupteten Vonarburg/Stofer bis ins Ziel. Das Tempo der vor ihnen liegenden Boote aus USA, Estland, Tschechien und Argentinien konnten die beiden Sempacher nicht mitgehen. Es wird eine genaue Analyse notwendig sein, um herauszufinden, warum der Schweizer Doppelzweier an der WM in Neuseeland nicht auf Touren kam.


Versöhnlicher Abschluss für Olivia Wyss
Die Zofingerin Olivia Wyss (Seeclub Sursee) erlebte im B-Finale der Einer Leichtgewichte einen versöhnlichen Abschluss der Regatta. Sie kämpfte beherzt und gewann ihren Lauf, was ihr den siebten Schlussrang an der Weltmeisterschaft einträgt. Auf der ersten Streckenhälfte lag Wyss noch hinter der Kanadierin Preston, hielt aber guten Kontakt mit ihr. Auf den zweiten tausend Metern war es dann Olivia Wyss, die immer besser ins Rennen kam und an der Kanadierin vorbeifahren konnte. So gewann sie das Rennen mit etwas mehr als einer Bootslänge Vorsprung. Es war das beste Rennen von Olivia Wyss an der diesjährigen Weltmeisterschaft.


Grossbritannien erfolgreichste Nation
Nach Abschluss aller Rennen zeigt sich Grossbritannien an der Spitze des Medaillenspiegels. 11 Mal konnten sich die Ruderinnen und Ruderer von der britischen Insel Edelmetall umhängen lassen. Sensationell ist auch das Abschneiden der Gastgeber. 10 Medaillen standen für den neuseeländischen Ruderverband zu Buche, während für Deutschland 9 Medaillen notiert wurden, dies insbesondere dank vielen Medaillen im nicht-olympischen Bereich. Das finale Achterrennen wurde vom Deutschland-Achter dominiert. Das deutsche Favoritenboot landete einen Start-Ziel-Sieg und konnte damit den Titel aus dem Vorjahr eindrücklich und erfolgreich gegen den britischen Achter verteidigen.


Gemischte Schweizer Bilanz
Aus Schweizer Sicht fällt die Bilanz gemischt aus. Die formelle Zielsetzung von drei Top 10-Platzierungen und einer Finalplatzierung in den olympischen Bootsklassen wurde zur Hälfte erreicht. Während das Leichtgewichts-Vierer-Projekt auf gutem Kurs ist und mit dem achten Rang erneut eine solide und gegenüber dem Vorjahr verbesserte Rangierung aufweisen kann, erhielten der Frauen-Doppelvierer (9. Rang) und der Männer-Doppelzweier (11. Rang) ihre aktuellen internationalen Klassierungen aufgezeigt. Skiffier Fabrizio Güttinger im Einer fiel mit Platz 19 ausser Rang und Traktanden. Nach den guten Schweizer Resultaten im Rahmen der Weltcup-Regatten und den Europameisterschaften stiegen auch die eigenen Erwartungen an. Der hohe Standard der Weltmeisterschafts-Rennen hat gezeigt, dass für alle Schweizer Boote weiterhin harte Arbeit notwendig ist, um im Kampf um die Vergabe der Quotenplätze an der nächstjährigen WM im slowenischen Bled (28. August – 4. September 2011) mitzumischen. Eine genaue Saisonanalyse ist deshalb angezeigt, um die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Fakt ist, dass alle Schweizer Boote wichtige Erfahrungen machen konnten. Die Saison 2010 ist und bleibt für den Schweizer Rudersport insgesamt erfolgreich und wichtige Schritte hinsichtlich erfolgreicher Olympiaqualifikationen konnten erreicht werden. In der kommenden Saison ist es wichtig, dass jedes Boot seine Bestform an den Weltmeisterschaften abrufen kann.


Alle Resultate können unter www.worldrowing.com heruntergeladen werden.


Rudern: Weltmeisterschaften Lake Karapiro (Neuseeland), Ausgewählte Resultate, Rennen vom 7.11.2010
Männer: Doppelzweier, Final A:
1. Nathan Cohen/Joseph Sullivan (Neus) 6:22,63. 2. Matthew Wells/Marcus Bateman (Gb) 6:24,21. 3. Cedric Berrest/Julien Bahain (Fr) 6:28,54. 4. Nils Hoff/Kjetil Borch (No) 6:31,08. 5. Nick Hudson/Jared Bidwell (Aus) 6:31,57. 6. Eric Knittel/Stephan Krueger (De) 6:33,89.
Doppelzweier, Final B (Ränge 7-12): 1. Glenn Ochal/Warren Anderson (USA) 6 :26,28. 2. Allar Raja/Kaspar Taimsoo 6:26,51. Petr Vitasek/David Jirka (Tsch) 6:30,37. 4. Ariel Suarez/Cristian Rosso (Arg) 6:31,29. 5. André Vonarburg/Florian Stofer (Sz) 6:33,15. 6. Hang Liu/Zhiqiang Shi (China) 6:33,36.


Achter, Final A: 1. Deutschland 5:33,84. 2. Grossbritannien 5:34,46. 3. Australien 5:35,96. 4. Niederlande 5:37,03. 5. Neuseeland 5:38,46. 6. USA 5:40,55.


Frauen: Einer Leichtgewichte, Final B (Ränge 7-9): 1. Olivia Wyss (Sz) 7:59,50. 2. Sheryl Preston (Ka) 8:02,69. 5. Eri Wakai (Jp) 8:07,42.


Sarnen, 7. November 2010/cs.