Weltcup München: Vierter Rang für den "leichten" Vierer

  Weltcup München: Vierter Rang für den "leichten" Vierer

Mit einem vierten Finalrang hat der leichte Schweizer Vierer ohne Steuermann mit Mario Gyr, Simon Niepmann, Lucas Tramèr und Simon Schürch die Weltcup-Auftaktregatta in München abgeschlossen. Der Vierer zeigte erneut eine sehr beherzte Fahrt und lag lange Zeit in Medaillenreichweite, ehe im Endspurt etwas die Spritzigkeit fehlte, um aufs Podest zu fahren. Der Doppelvierer der Frauen war chancenlos und wurde Sechster. André Vonarburg konnte im Doppelzweier aufgrund von Rückenschmerzen nicht zum B-Finale antreten. Er wurde kurzfristig durch Nicola Edelmann ersetzt.


Der letzte Tag des Samsung World Rowing Cup in München stand ganz im Zeichen der Finalrennen. Diese konnten bei guten äusseren Bedingungen und flachem Wasser ausgetragen werden. Die Schweizer Boote, welche noch im Wettbewerb verblieben sind, haben ihre Rennen bestritten.


Vierter Rang für den „leichten“ Vierer ohne Steuermann
Es war erneut ein Leckerbissen der besonderen Art, das Rennen der Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermänner. Besonders erfreulich war auch, dass das Schweizer Boot wiederum ganz vorne mitruderte. Mario Gyr (Seeclub Luzern), Simon Niepmann (Seeclub Zürich), Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz) und Simon Schürch (Seeclub Sursee) starteten gut ins Rennen, führten nach 500 Metern das Feld knapp an, lagen dann zur Streckenhälfte auf dem zweiten Rang, ehe dann Grossbritannien, Dänemark und Frankreich auf dem dritten Streckenviertel das Tempo länger hochhalten konnten als die Schweizer Crew. „Wir fanden nicht mehr eine so gute lange Phase mit gutem Rhythmus wie gestern im Halbfinale“, bilanzierte die Mannschaft nach dem Rennen. „Es ist ein Schritt zurück im Vergleich zum gestrigen Halbfinale, aber ein grosser Schritt vorwärts im Vergleich zum letzten Jahr“, meinte Schlagmann Mario Gyr nach dem Rennen. Im Endspurt verlor der Schweizer Vierer dann etwas den Anschluss für den finalen Schlusssprint. Dänemark siegte knapp vor Frankreich und Grossbritannien. Die Schweizer Crew ruderte auf dem vierten Platz, eine knappe Bootslänge hinter Sieger Dänemark, aber vor den Booten aus Holland und Italien ins Ziel.


Frauen-Doppelvierer chancenlos
Im Feld der Frauen-Doppelvierer waren nur sechs Boote gemeldet und die Schweizerinnen kamen im heutigen Finalrennen nicht über den sechsten Platz hinaus. Martina Ernst (Belvoir Ruderclub Zürich), Sarah Zurbrügg-Greenaway (Seeclub Zug), Katja Hauser und Regina Naunheim (beide Seeclub Wädenswil) starteten schnell und vermochten den Kontakt während 500 Metern zu halten. Danach war jedoch der Schwung im Schweizer Boot schnell draussen und sie mussten sowohl die Boote aus Italien wie auch Polen ziehen lassen. Die Konkurrenz war physisch überlegen. Das Resultat des Frauen-Doppelvierers ist enttäuschend und liegt hinter den erfreulichen Resultaten aus dem Vorjahr.


André Vonarburg kurzfristig durch Nicola Edelmann ersetzt
Nach dem gestern misslungenen Halbfinale kam heute Morgen beim Einrudern die nächste Enttäuschung auf den Männer-Doppelzweier André Vonarburg/Florian Stofer zu. André Vonarburg klagte über Rückenschmerzen, was die Trainer veranlasste, ihn aus dem Wettkampf rauszunehmen. Kurzfristig und ohne vorgängige Trainingsfahrt wurde Nicola Edelmann, Ersatzmann aus dem Leichtgewichts-Pool, eingewechselt. Er bestritt das B-Finale zusammen mit Florian Stofer, welches sie auf dem insgesamt fünften Rang beendeten. Dies entspricht dem elften Schlussrang. Die genauen Ursachen von André Vonarburgs Rückenbeschwerden müssen nächste Woche medizinisch abgeklärt werden.


Männer-Doppelvierer kämpferisch und im Schlussspurt aufgeholt
Der Männer-Doppelvierer mit Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen), Samuel Annen (Seeclub Zug), Jérémy Maillefer (Lausanne Sports Aviron) und Dimitri Weitnauer (Ruderclub Thalwil) zeigte sich kämpferisch im B-Finale und lag lange Zeit knapp hinter Slowenien an zweiter Stelle. Die junge Mannschaft musste sich dann aber auf den letzten 250 Metern von den stark aufkommenden Italienern noch aufholen lassen, nachdem diese zu einem gewaltigen Endspurt ansetzten und das ganze Rennen eine Länge hinter dem Schweizer Boot lagen.


Fazit
Die erste Weltcup-Regatta ist vorbei. Die Leistungen der Schweizer Mannschaft in München sind durchzogen. Während der Vierer ohne Steuermann der Leichtgewichte und Pamela Weisshaupt im Leichtgewichts-Einer auf Kurs sind und mit der internationalen Spitze mithalten konnten, trifft dies auf die anderen Boote nicht zu. Einige haben vielversprechende Ansätze gezeigt, aber es ist eine Tatsache, dass insbesondere die Resultate der Männer in der offenen Kategorie nicht den Erwartungen entsprechen. Es wird nun Aufgabe der Trainer und der leistungssportliche Leitung des Schweizerischen Ruderverbandes sein, die erzielten Resultate zu analysieren und für den nächsten Weltcup-Einsatz in Hamburg die entsprechenden Schlüsse fürs Training zu ziehen.


Resultate.
Rudern: Samsung World Rowing Cup Regatta München (D) – Resultate 3. Regattatag (So, 29. Mai 2011)
Männer
Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte (A-Finale, Ränge 1-6):
1. Dänemark (Kasper Winther, Morten Jörgensen, Jacob Barsoe, Eskild Ebbesen) 6:00,17. 2. Frankreich (Nicolas Moutton, Guillaume Raineau, Franck Solforosi, Fabrice Moreau) 6:00,44. 3. Grossbritannien 1 (Richard Chambers, Paul Mattick, Rob Williams, Chris Bartley) 6:00,46. 4. Schweiz (Simon Schürch, Lucas Tramèr, Simon Niepmann, Mario Gyr) 6:02,54. 5. Niederlande (Tim Heijbrock, Joris Pijs, Vincent Muda, Tycho Muda) 6 :03,71. 6. Italien (Daniele Danesin, Bruno Mascarenhas, Andrea Caianiello, Martino Goretti) 6:06,09.
Doppelzweier (B-Final, Ränge 7-12): 1. Leopoldo Sansone/Federico Ustolin (It) 6:22,45. 2. Gasper Fistravec/Iztok Cop (Slo) 6:26,62. 3. Volodymyr Pavlovskyi/Sergii Gryn (Ukr) 6:30,17. 4. Aleksandar Filipovic/Dusan Bogicevic (Ser) 6:31,17. 5. Florian Stofer/Nicola Edelmann (Sz) 6:35,38.
Doppelvierer (B-Final, Ränge 7-10):
1. Slowenien (Ziga Pirih, Ales Zupan, Jan Spik, Matej Rojec) 5:51,27. 2. Italien (Paolo Perino, Simone Venier, Matteo Stefanini, Simone Raineri) 5:52,98. 3. Schweiz (Dimitri Weitnauer, Jérémy Maillefer, Samuel Annen, Nico Stahlberg) 5:53,53. 4. Rumänien (Marian Moraru, Petru Codau, Aurelian Stoica, Ionut Minea) 6:07,25.


Frauen
Doppelvierer (A-Final, Ränge 1-6):
1. Ukraine (Kateryna Tarasenko, Olena Buryak, Anastasiia Kozhenkova, Yana Dementieva) 6:17,14. 2. Deutschland (Julia Richter, Carina Baer, Stephanie Schiller, Britta Oppelt) 6:19,58. 3. Grossbritannien (Debbie Flood, Beth Rodford, Frances Houghton, Annabel Vernon) 6:22,42. 4. Polen (Agnieszka Kobus, Julia Michalska, Agata Gramatyka, Natalia Madaj) 6:26,38. 5. Italien (Valentina Calabrese, Giada Colombo, Laura Schiavone, Elisabetta Sancassani) 6:29,26. 6. Schweiz (Regina Naunheim, Sarah Zurbrügg-Greenaway, Katja Hauser, Martina Ernst) 6:37,82.


München, 29. Mai 2011/cs.