Ruder-WM Bled: Noch sechs Tage bis zur Ruder-WM

  Ruder-WM Bled: Noch sechs Tage bis zur Ruder-WM

Am kommenden Sonntag, 28. August 2011 beginnen in Bled (Slowenien) die Ruder-Weltmeisterschaften 2011. 68 Nationen haben ihre besten Ruderinnen und Ruderer zum Saison-Höhepunkt der internationalen Ruderszene entsandt. Der Schweizerische Ruderverband ist mit sieben Booten am Start. Das Vorbereitungs-Trainingslager der letzten Wochen ist gut verlaufen. Der Gewinn von Olympia-Quotenplätzen steht an den diesjährigen Weltmeisterschaften besonders im Zentrum des Interesses.

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Die Ruder-Weltmeisterschaften 2011 in Bled beginnen am kommenden Sonntag, 28. August mit den Vorläufen und dauern acht Tage bis zum Sonntag, 4. September. Die Finalrennen werden gestaffelt vom 1. bis 4. September durchgeführt. Der Weltruderverband FISA testet damit ein neues WM-Ablaufprogramm im Hinblick auf die Olympiaregatta 2012, welche neu vier statt wie bisher zwei Finaltage vorsieht. Die Ruder-WM 2011 im vorolympischen Jahr ist nicht nur der Saisonhöhepunkt für die internationale Ruderszene, sondern ist zeitgleich auch die erste und wichtigste Möglichkeit, sich für die Olympischen Spiele 2012 in London zu qualifizieren. In den 14 olympischen Bootsklassen werden nach einem vordefinierten Schema Quotenplätze an die bestplatzierten Nationalverbände vergeben.

Rekordteilnehmerzahl aus 68 Nationen
Über 1200 Athletinnen und Athleten aus 68 Nationen, was einen neuen Teilnehmerrekord für Weltmeisterschaften darstellt, haben sich zu diesem Gipfeltreffen der weltbesten Ruderinnen und Ruderer eingeschrieben. Die Rennen finden zum vierten Mal in der Geschichte von Ruder-Weltmeisterschaften auf dem pittoresken See von Bled in Slowenien statt. Das kleine Dorf in den julischen Alpen war bereits 1966, 1979 und 1989 Gastgeber für die internationale Ruderszene. Die Weltmeisterschaftsrennen werden in 14 Olympischen Bootsklassen, acht internationalen Events und fünf paralympischen Bootsklassen ausgetragen.

Sieben Schweizer Boote in Bled am Start
Der Schweizerische Ruderverband hat im Anschluss an die Weltcup-Regatta auf dem Rotsee sieben Boote für die Weltmeisterschaften selektioniert. Die Schweizer Delegation hat sich unter der Leitung von Cheftrainer Simon Cox in den vergangenen Wochen in Leukerbad, Sarnen und Libourne (Frankreich) auf den Saisonhöhepunkt vorbereitet. „Seit der Bekanntgabe des Meldeergebnisses ist die Weltmeisterschaft ganz konkret geworden und die Anspannung ist auch etwas gestiegen. Die Uhr tickt nun immer schneller und deutlicher“, berichtete Simon Cox aus dem Trainingslager in Frankreich. „Das Meldeergebnis für die Weltmeisterschaften ist wie erwartet gross und die Konkurrenz in allen Bootsklassen sehr dicht. Diese Teilnehmerfelder lassen den teilnehmenden Mannschaften keinen Spielraum für Ausrutscher oder Fehler, sonst ist man sehr schnell auf der falschen Seite der Linie. Zudem ist ersichtlich, dass einige Nationen ihre Boote nach Möglichkeit seit dem Weltcup-Final in Luzern noch weiter zu verstärken versuchten. Unsere Boote sind jedoch gut vorbereitet und die Schweizer Mannschaft freut sich auf die Rennen in Bled“, analysierte Simon Cox das Rekord-Meldeergebnis für die diesjährige WM.

Im Männer-Doppelvierer treten die Rotsee-Vierten André Vonarburg, Florian Stofer (beide Seeclub Sempach), Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen) und Jérémy Maillefer (Lausanne Sports Aviron) nach ihrem tollen Auftritt in unveränderter Besetzung an. Insgesamt sind 20 Boote gemeldet, darunter auch Boote, die am Rotsee noch nicht am Start (z.B. Olympiasieger Polen, Kuba, Lettland) waren oder total neu besetzt wurden (USA). Im Männer-Doppelvierer qualifizieren sich insgesamt die besten elf Boote für Olympia.

Im Vierer ohne Steuermann der Leichtgewichte rudern Mario Gyr (Seeclub Luzern), Simon Niepmann (Seeclub Zürich), Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz) und Simon Schürch (Seeclub Sursee) wie schon im Vorjahr. Der Vierer, letztes Jahr Achter an der WM in Neuseeland, konnte bei seinen Auftritten in der Weltcup-Serie in München einen vierten und in Luzern einen fünften Rang für sich verbuchen. Die Bootsklasse der Leichtgewichts-Vierer ist gekennzeichnet von sehr engen Renn-Entscheidungen. 24 Boote haben sich für die Weltmeisterschafts-Rennen eingeschrieben und werden die elf verfügbaren Quotenplätze unter sich ausmachen.

Vor einer Herausforderung der besonderen Art stehen im Leichtgewichts-Doppelzweier Michael Schmid (Seeclub Luzern) und Raphaël Jeanneret (Club de l’Aviron Vevey). Das Duo, welches auf dem Rotsee einen feinen elften Rang belegen konnte, trifft auf 33 weitere Boote. Auch hier sind lediglich elf Quotenplätze verfügbar und es wird ab der ersten Runde voll zur Sache gehen, um in den oberen Teil der Ranglistenhälfte zu kommen.

Im Frauen-Doppelzweier rudern Regina Naunheim (Seeclub Wädenswil) und Sarah Zurbrügg-Greenaway (Seeclub Zug) wie schon an den Weltcup-Veranstaltungen in Hamburg (8. Rang) und Luzern (14. Rang). Im Feld der Frauen-Doppelzweier hat es einige interessante Zu- und Abgänge in der Konkurrenz gegeben, so dass eine Prognose sehr schwierig ist. Jetzt schon klar ist auf jeden Fall, dass die rund 19 gemeldeten Boote eine sehr hohe Leistungsdichte aufweisen und lediglich acht Quotenplätze verfügbar sind.

Im Einer Frauen Leichtgewichte geht Pamela Weisshaupt (Seeclub Küsnacht) an den Start. Die Weltmeisterin von 2008 und 2009 in dieser Bootsklasse überzeugte an den Rennen in München und Luzern jeweils mit den Podestplätzen drei und zwei. Im Feld der 22 Einer-Ruderinnen wird sich das Bild über die genauen Chancen von Pamela Weisshaupt nach den ersten Rennen etwas klären, sind doch sehr erfahrene wie auch sehr junge Ruderinnen dabei, darunter beispielsweise die frischgebackene U23-Weltmeisterin aus England.

Weiter sind aus Sicht des Schweizerischen Ruderverbandes auch die Ersatzruderer für die offiziellen Rennen in ihren jeweiligen Bootsklassen gemeldet. Die Leichtgewichts-Ruderer Nicola Edelmann und Silvan Zehnder (beide Seeclub Zürich) treten nach ihrem Sieg im kleinen Rotsee-Finale erneut im Zweier ohne Steuermann der Leichtgewichte an. In diesem Rennen sind 16 Boote gemeldet. Nicht über Konkurrenz beklagen kann sich auch Samuel Annen (Seeclub Zug), der Ersatzmann für den Männer-Doppelvierer, welcher sich im Männer-Skiff auf die Weltmeisterschaften vorbereitet hat. Nebst der absoluten Weltklasse um die Koryphäen Synek (Tschechien), Drysdale (Neuseeland), Tufte (Norwegen), Campbell (Grossbritannien), Hacker (Deutschland), Karonen (Schweden) und Maeyens (Belgien) sind im Männer-Einer rund 36 Athleten gemeldet.

Drei Quotenplätze als Verbandszielsetzung
Der Schweizerische Ruderverband hat sich zum Ziel gesetzt, an den Olympischen Spielen 2012 mit drei Booten an den Start gehen zu können. Der Gewinn von Olympia-Quotenplätzen steht daher für die Schweizer Delegation in den olympischen Bootsklassen im Vordergrund. Die Trauben hängen sehr hoch, um dieses Ziel zu erreichen. Das Schweizer Team hat jedoch in den vergangenen drei Jahren sowie in den letzten Wochen und Monaten im Speziellen hart auf dieses Ziel hingearbeitet. Nebst der diesjährigen Ruder-Weltmeisterschaft in Bled wird es für die europäischen Nationen im kommenden Mai eine letzte Gelegenheit für die Zuteilung von Quotenplätzen geben. Ein kleines Restkontingent wird an der Olympia-Qualifikationsregatta auf dem Rotsee vom 20.-23. Mai 2012 verfügbar und hart umkämpft sein.

Der Schweizerische Ruderverband wird mit täglichen Berichten aus Bled über die Ergebnisse der Schweizer Boote informieren. Vor Ort steht Team Manager Christian Stofer (+41 79 407 91 67 oder christian.stofer@swissrowing.ch) gerne für individuelle oder weiterführende Auskünfte zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie den Team Manager bei Fragen an die Athleten oder das Trainerteam.

 

Die Schweizer Boote an den Ruder-Weltmeisterschaften 2011

Weltmeisterschaften vom 28. August – 4. September 2011 in Bled (Slowenien)

Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte Männer (LM4-)

Simon Schürch (Seeclub Sursee)
Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz)
Simon Niepmann (Seeclub Zürich)
Mario Gyr (Seeclub Luzern)
Trainer: Simon Cox

Doppelzweier Leichtgewichte Männer (LM2x)
Michael Schmid (Seeclub Luzern)
Raphaël Jeanneret (Club de l’Aviron Vevey)
Trainerin: Anne-Marie Howald

Doppelvierer Männer (M4x)
Jérémy Maillefer (Lausanne Sports, Section Aviron)
Florian Stofer (Seeclub Sempach)
Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen)
André Vonarburg (Seeclub Sempach)
Trainer : Michael Erdlen und Markus Gier

Doppelzweier Frauen (W2x)
Sarah Zurbrügg-Greenaway (Seeclub Zug)
Regina Naunheim (Seeclub Wädenswil)
Trainer: Eberhard Rehwinkel

Einer Leichtgewichte Frauen (LW1x)
Pamela Weisshaupt (Seeclub Küsnacht)
Trainerin: Claudia Blasberg

Ersatzleute Männer Leichtgewichte / Zweier ohne Stm. Leichtgewichte Männer (LM2-)
Silvan Zehnder (Seeclub Zürich)
Nicola Edelmann (Seeclub Zürich)
Trainerin: Anne-Marie Howald

Ersatzmann Männer Skull / Einer Männer (M1x)
Samuel Annen (Seeclub Zug)
Trainer: Michael Erdlen und Markus Gier