Olympische Spiele London 2012: Olympia-Diplom für den leichten Vierer

  Olympische Spiele London 2012: 5. Platz für den leichten Vierer

Es waren unfreundliche Ruderbedingungen auf dem Dorney Lake an den drei letzten Finaltagen. Ein starker Seitenwind blies über den See und sorgte bei Athleten, Trainern und Funktionären für ein mulmiges Gefühl. Just zu den entscheidenden Rennen wurde die Regattastrecke im Westen Englands ihrem nicht besonders favorablen Ruf gerecht. Hätten die Ruderer die Wahl gehabt, sie hätten sich mit Sicherheit alle für die Bahnen 5 und 6 entschieden. Nun war jedoch nicht Wunschkonzert, sondern es galt, was auf den Startlisten stand. Für den Schweizer Leichtgewichts-Vierer, der sich im Vorlauf und im Halbfinal mit starken Leistungen in das Olympia-Finale gerudert hatte, wurde Bahn 2 ausgelost. Der Weltverband FISA hatte die Mannschaften auf sämtliche möglichen Alternativszenarien eingestimmt (Time Trial, Neuverteilung der Bahnen oder eben alles beim ursprünglich ausgelosten zu belassen). Am Tag, als der leichte Schweizer Vierer den Finallauf bestritt, wurde nichts geändert an der Bahnverteilung und so musste unser Boote auf der windexponierten Bahn 2 starten. Nach einem guten Start behielt das Schweizer Boot zuerst den Kontakt, konnte dann aber auf der zweiten Streckenhälfte die Pace nicht halten, da zu viel Kraft verbraucht wurde im ersten Streckenteil. Mit Rang 5 hinter Südafrika, Grossbritannien, Dänemark, Australien, jedoch noch vor Holland, erreichte der Schweizer Leichtgewichts-Vierer ein olympisches Diplom. Es ist dies das beste Schweizer Ruder-Ergebnis seit 12 Jahren. Besonders hart war dann die Entscheidung der Rennleitung am nächsten Tag, als die Bahnen bei ähnlichen Windverhältnissen wie am Vortag von Anfang an neu verteilt wurden. Aus Schweizer Sicht, eine nicht ganz einfach zu verdauende Entscheidung, kommt sie doch so etwas wie einem Eingeständnis bei, dass es am Vortag halt doch "nicht ganz fair" war. 

Nicht eine wunschgemässe Regatta hatte der Doppelvierer der Männer. Nachdem die Mannschaft hart arbeiten musste, um ins Halbfinale zu kommen, geriet der Mannschaft im B-Finale das beste der vier gezeigten Rennen. Aber da auch dieses Rennen vom Wind beeinflusst war und die Mannschaft aufgrund ihrer Vorleistungen auf die Bahn 2 gesetzt wurde, blieb nur der sechste Platz, was einem 12. Schlussrang gleichkommt. Damit hat der Doppelvierer ein Olympiadiplom verpasst. Entsprechend war denn auch die Enttäuschung. 

Am Sonntag, 5. August 2012 ist die Ruder-Delegation vom Aussenquartier ins zentrale olympische Dorf umgezogen und geniesst nun noch etwas das olympische Dorfleben und feuert andere Schweizer Sportlerinnen und Sportler an den Wettkämpfen an. Den Abschluss bildet dann die Teilnahme an der olympischen Schlussfeier. 

Detaillierte Resultate der Olympiaregatta gibt es unter: www.worldrowing.com