Jun-EM Minsk: Zwei Schweizer Juniorinnen-Finalboote

  Jun-EM Minsk: Zwei Schweizer Juniorinnen-Finalboote

Zwei von vier Booten des Schweizerischen Ruderverbandes erreichten an der Junioren-Europameisterschaft im weissrussischen Minsk die Finalläufe. Sowohl Pascale Walker im Skiff wie auch der Juniorinnen-Doppelvierer ruderten im Finale und erreichten dabei die Ränge vier (Doppelvierer) und fünf (Pascale Walker). Die beiden Junioren-Männerboote schafften den Finaleinzug nicht und belegten die Ränge acht und 13.

27 Nationen entsandten ihre Junioren-Mannschaften in die weissrussische Metropole Minsk, welche erstmals eine internationale Meisterschafts-Ruderregatta durchführen konnte. Eine imposante künstlich angelegte Regattastrecke mit 10 Bahnen und eigenem Aufwärm- und Ausrudergewässer sowie einer Vielzahl von Funktionsgebäuden bildeten einen sehr guten technischen Rahmen für die Regatta. Die Strecke überzeugte insbesondere, dass sie auch bei starkem Wind allen Teilnehmenden faire Verhältnisse bot. Elf Nationen vermochten Medaillen zu gewinnen, wobei die Junioren-Nationalmannschaft aus Rumänien die überragende Equipe war. In den 13 ausgetragenen Rennen vermochte das Team elf Medaillen (7 Gold und 4 Silber) für sich zu beanspruchen. Italien war die zweitbeste Nation mit sieben gewonnen Medaillen.

Für das vier Boote umfassende Schweizer Team resultierten zwei Finalqualifikationen bei den Juniorinnen. Die Junioren-Männerboote schafften den Sprung ins Finale nicht und ruderten in den Klassierungsrennen auf die Ränge acht (Junioren-Doppelvierer) und 13 (Junioren-Doppelzweier).

Juniorinnen-Boote überzeugen mit guten Rennen
Es waren die Juniorinnen-Boote, welche für die Schweizer Spitzenresultate sorgten. Im Skiff der Juniorinnen war es die Zürcherin Pascale Walker (Ruderclub Zürich), welche erstmals in dieser Saison ein internationales Rennen bestritt und dank überzeugenden Leistungen im Vorlauf sowie im Halbfinal den Finaleinzug schaffte. Im Finalrennen startete Pascale Walker stark, konnte dann aber das Tempo des Trios aus Weissrussland, Rumänien und Frankreich nicht mitgehen. Im Endspurt musste sich Pascale Walker denn auch der Ruderin aus Schweden geschlagen geben. Mit dem fünften Rang egalisiert Pascale Walker ihr Vorjahresergebnis, welches sie damals im Doppelzweier erzielt hatte.

Sehr erfreulich war der Auftritt des Juniorinnen-Doppelvierers in der Besetzung Fanny Belais (CA Vésenaz), Debora Hofer (Seeclub Thun), Leanne Kunz (Seeclub Luzern) und Lisa Cassina (Club Canottieri Lugano). Nachdem es der Mannschaft im Vorlauf nicht gelant, den direkten Finaleinzug sicherzustellen, ruderten sie im Hoffnungslauf auf Rang zwei und sicherten sich so das Finalticket als letztes Boot. Im Finale traten die vier Ruderinnen dann offensiv agierend auf. Mit einem schnellen Start schoben sie sich in eine gute Position und etablierten sich auf vorerst auf dem fünften, später auf dem vierten Rang. Auch wenn die Medaillen-Boote aus Rumänien, Italien und Tschechien klar ausser Reichweite waren, ist der vierte Rang ein Achtungserfolg für die Mannschaft.

Junioren ohne Finaleinzug
Die Junioren-Boote vermochten sich in den Qualifikationsrennen nicht für das Finale zu qualifizieren. Der Junioren-Doppelvierer mit Jacob Blankenberger, Alexandre von Allmen (beide Grasshopper Club Zürich), Guillaume Graf (Lausanne Sports Aviron) und Aristide Meguid (Seeclub Richterswil) steigerte sich im Verlaufe der Regatta, kam jedoch insbesondere mit dem Übergang von der Startphase in den Streckenschlag nicht ideal zurecht und verlor dort immer rund eine Bootslänge, die im Verlaufe des Rennens nicht mehr aufzuholen war. So war nach dem vierten Rang im Halbfinal ein Rennen im B-Final um die Plätze sieben bis zwölf zu bestreiten. Im kleinen Finale erwischte das Schweizer Team nicht den besten Start und musste sich im Verlaufe des Rennens durch das Feld nach vorne arbeiten. Es gelang jedoch hinter Polen den zweiten Rang zu sichern, was dem insgesamt achten Schlussrang entspricht.

Die hohen Wellen während dem Vorlauf behagten dem Schweizer Doppelzweier mit Marc Niedermann (Seeclub Interlaken) und Fabian Stähelin (Seeclub Sempach) offensichtlich nicht, so dass dieses Schweizer Boot in die Hoffnungsläufe verwiesen wurde. Dort schien es lange Zeit, dass es dem Duo gelingen würde, den angestrebten Halbfinaleinzug zu schaffen, was jedoch um winzige 0.28 Sekunden misslang. Im Platzierungsrennen um die Ränge 13 bis 18 lief es Niedermann/Stähelin bei flachem Wasser aber meilenweit besser als Vortag in den Wellen. Sie fanden einen guten Rhythmus und sicherten sich so den Laufsieg und den 13. Schlussrang mit über 10 Sekunden Vorsprung auf Rang 14.

Junioren-Nationaltrainerin Anne-Marie Howald wird die in Minsk erzielten Resultate nun mit Headcoach Simon Cox analysieren und dann dem SRV-Selektionsgremium den Antrag für die Selektionen zur Junioren-Weltmeisterschaft unterbreiten. Für die Juniorinnen und Junioren stehen noch zwei internationale Wettkämpfe an, für welche der Schweizerische Ruderverband Selektionen vorzunehmen hat. Vom 2.-4. August 2013 wird auf dem Rotsee in Luzern der Coupe de la Jeunesse stattfinden. Dabei handelt es sich um eine internationale Ruder-Regatta von 12 eingeladenen Ländern. Die besten Boote erhalten vom 7.-10. August 2013 an der Junioren-WM in Trakai (Litauen) eine weitere Startgelegenheit.


Resultate von Rennen mit Schweizer Beteiligung.
Rudern: Junioren-Europameisterschaft Minsk (Weissrussland) – 26. Mai 2013

Skiff Juniorinnen (Final A): 1. Klimovich (WRuss) 7:36,69. 2. Lehaci (Rum) 7:40,64. 3. Ravera (Fr) 7:40,99. 4. Claesson (Sd) 7:47,96. 5. Pascale Walker (Sz) 7:48,67. 6. Gorodilova (Ukr) 7:51,89.

Doppelvierer Juniorinnen (Final A): 1. Rumänien 6:33,35. 2. Italien 6:37,44. 3. Tschechien 6:39,97. 4. Schweiz (Lisa Cassina, Leanne Kunz, Debora Hofer, Fanny Belais) 6:45,10. 5. Weissrussland 6:47,34. 6. Russland 6:55,55.

Doppelvierer Junioren (Final B, Plätze 7-12): 1. Polen 6:06,23. 2. Schweiz (Jacob Blankenberger, Guillaume Graf, Alexandre von Allmen, Aristide Meguid) 6:07,84. 3. Ukraine 6:08,71. 4. Russland 6:10,08. 5. Bulgarien 6:11,72. 6. Estland 6:16,49.

Doppelzweier Junioren (Final C, Plätze 13-18): 1. Marc Niedermann/Fabian Stähelin (Sz) 6:48,03. 2. Rigoleit/Vanderdeelen (Bel) 6:58,96. 3. Grigorjev/Veska (Est) 7:02,13. 4. Makeich/Zhydovich (WRuss) 7:02,64. 5. Knas/Petrov (Mold) 7:29,22. 6. Adamyan/Janikyan (Arm) 7:40,76.

Mehr Informationen zur Junioren-EM in Minsk:

Minsk, 26. Mai 2013/cs.

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