EM-Gold für Lucas Tramèr und Simon Niepmann, Bronze für Mario Gyr und Simon Schürch

  2 Medaillen für die Schweizer Delegation in Sevilla

An der Ruder-EM in Sevilla gewannen Simon Niepmann und Lucas Tramèr im Zweier ohne Steuermann die Goldmedaille. Ihre Kollegen aus dem letztjährigen Olympiavierer, Simon Schürch und Mario Gyr, standen in nichts nach und gewannen im Leichtgewichts-Doppelzweier die Bronzemedaille. Diese tollen Resultate wurden mit einem vierten Rang von Michael Schmid im Leichtgewichts-Skiff und dem fünften Rang des Männer-Doppelvierers ergänzt. Lucas Tramèr und Simon

Niepmann Europameister im leichten Zweier-ohne
Mit dem überzeugenden Vorlaufsieg am Freitag hatten Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz) und Simon Niepmann (Seeclub Zürich) ihre Ambitionen auf eine Medaille angemeldet. Im heutigen Finalrennen um die Medaillen spielten die beiden dann ihre Erfahrung und ruderische Klasse aus. Mit einem guten Start übernahmen sie gleich zu Rennbeginn die Führung und fanden im starken Gegenwind zu einem schönen Rhythmus. Schlag für Schlag konnten sie sich von ihren grössten Verfolgern, den Booten aus Spanien und Italien, absetzen und so zeitweise eine Führung von knapp zwei Bootslängen herausrudern. Aus dieser Führungsposition konnten Tramèr/Niepmann das Rennen gut überblicken und im Endspurt auch entsprechend reagieren, als Italien und Spanien zum Sprint um die Silbermedaille ansetzten. Für Lucas Tramèr und Simon Niepmann ist es nach der EM-Bronzemedaille im Jahr 2010 im Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte die zweite Meisterschaftsmedaille in einer Elite-Kategorie.

Simon Schürch und Mario Gyr holen EM-Bronze im Doppelzweier Leichtgewichte
Ebenfalls auf einen Medaillenrang ruderten heute Mario Gyr (Seeclub Luzern) und Simon Schürch (Seeclub Sursee) im Doppelzweier Leichtgewichte. Hinter Frankreich und den starken Norwegern ruderten die beiden Schweizer auf den Bronzeplatz. Nach einem guten Start etablierten sich Gyr/Schürch an zweiter Position, wobei das Feld mit Norwegen, Oesterreich und Italien sehr nahe zusammen blieb und ein knapper Rennausgang erwartet werden durfte. Kurz nach 1500 Metern war es dann das norwegische Boot, welches auf der Innenbahn Schlag für Schlag näher zu den Schweizern aufschloss, während Frankreich seine Führung mit einer Bootslänger Vorsprung deutlich konsolidierte. Die Norweger ruderten auf dem Schlussabschnitt die beste Zeit und vermochten auf den zweiten Rang vorzustossen, während Mario Gyr und Simon Schürch die Bronzeposition gegenüber den anderen Booten aus Italien, Österreich und Griechenland ebenfalls deutlich innehatten. Mario Gyr meinte nach dem Rennen: „Wir sind zufrieden, nach einer aufregenden und anstrengenden Woche hier eine Medaille gewonnen zu haben. Es ist ein guter Auftakt in dieser Bootsklasse.“ Mario Gyr hatte anfangs Woche noch Krankheitssyptome und Simon Schürch reiste sehr knapp aber rechtzeitig für das erste Rennen nach Sevilla, nachdem er noch eine Universitätsprüfung zu absolvieren hatte. Gleich wie für Niepmann/Tramèr ist diese Bronzemedaille der zweite Medaillengewinn in einer Elite-Kategorie für Mario Gyr und Simon Schürch.

Spannendes Doppelvierer-Finale und Schweizer auf Rang fünf
Das Doppelvierer-Finale der Männer war an Spannung kaum zu überbieten. Kurz nach der Startphase erlitt das favorisierte Boot aus Kroatien einen „Krebs“. Ein Ruderer in der Mitte des Bootes brachte sein Ruder nicht aus dem Wasser und das Boot wurde dadurch enorm abgebremst und der Favorit im Rennen ruderte während des gesamten Rennens an letzter Stelle weiter. An der Spitze des Feldes nutzte Olympiasieger Deutschland das Missgeschick der Kroaten und setzte sich mit einer souveränen Führung ab. Beim Rennen um die Silber- und Bronzemedaille gab es aber viele Positionswechsel. Polen, Ukraine, Italien und auch das Schweizer Boot waren in diesem Rennen um die Medaillen abwechselnd inner- und dann wieder ausserhalb der Medaillen. Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron), Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen), Augustin Maillefer (Lausanne Sports Aviron) und David Aregger (Ruderclub Schaffhausen) zeigten ein grossartiges Rennen, liessen sich zu keiner Zeit von den anderen Booten oder vom Rennverlauf beeindrucken und liefen letztlich knapp hinter Sieger Deutschland, Polen, Italien und Ukraine auf dem fünften Rang im Ziel ein. Die Finalqualifikation und vor allem die Art und Weise, wie dieser neue Doppelvierer seine Rennen fährt, verdient grossen Respekt.

Michael Schmid auf Rang vier im Leichtgewichts-Skiff
Leichtgewichts-Skiffier Michael Schmid (Seeclub Luzern) erreichte im Finalrennen der Leichtgewichts-Skiffiers den vierten Schlussrang. Schmid lag nach Streckenviertel an fünfter Stelle, rund eine Bootslänger hinter dem Favoriten Stephansen aus Dänemark. Auf dem zweiten Streckenviertel verlor Michael Schmid dann den Anschluss etwas auf die drei ersten Boote aus Dänemark, Deutschland und Portugal. Erst im Schlussviertel kam er dann dem drittplatzierten Jonathan Koch aus Deutschland noch etwas näher, aber die Distanz war bereits zu gross, als dass er noch einmal um die Verteilung der Bronzemedaille ein Wort hätte mitreden können. Mit dem vierten Rang zeigte Michael Schmid aber eine gute Leistung und eine Verbesserung gegenüber den Rennen, die er bislang in dieser Saison gezeigt hatte.

Offensiver B-Final des leichten Frauen-Doppelzweiers
Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) und Patricia Merz (Seeclub Zug) zeigten im B-Finale den Leichtgewichts-Doppelzweier Frauen eine offensive Fahrt. Mutig startete das Schweizer Boot am Start und führte das Rennen bis zur Streckenhälfte an. Mit diesem schnellen Start brachten sich Merz/Rol in eine gute Position und mussten sich im zweiten Teil des Rennens lediglich den Booten aus Weissrussland und den Niederlanden geschlagen geben. Damit resultiert für die beiden U23-Ruderinnen, ein neunter Schlussrang. Dem Leichtgewichts-Vierer mit Silvan Zehnder (Seeclub Zürich), Vincent Giorgis (Lausanne Sports Aviron), Daniel Wiederkehr (Ruderclub Baden) und François Gallot (GC Zürich) gelang zum Abschluss der Regatta ein besseres Rennen als am Vortag im Hoffnungslauf. Das Boot schliesst die Regatta auf dem 10. Schlussrang ab.

Resultate von Rennen mit Schweizer Beteiligung.
Rudern: Europameisterschaft Sevilla (Spanien) – 2. Juni 2013

Männer
Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte (Final A): 1. Simon Niepmann/Lucas Tramèr (Sz) 7:23,21.
2. Gravina/Tuccinardi (It) 7:24,52. 3. Vela Maggi/Sigurjorsson Benet (Sp) 7:25,79. 4. Birkner/Herpel (De) 7:27,29. 5. Konsolas/Afentoulis (Griech) 7:35,21. 6. Fernandes Da Veiga/Goncalves Coelho (Por) 7:38,91.

Doppelzweier Leichtgewichte (Final A): 1. Delayre/Azou (Fr) 6:56,61. 2. Brun/Strandli (No) 6:58,96. 3. Simon Schürch/Mario Gyr (Sz) 6:59,40. 4. Micheletti/Ruta (It) 7:01,51. 5. Sieber/Sieber (Oe) 7:03,15. 6. Magdanis/Konsolas (Griech) 7:09,25.

Doppelvierer Männer (Final A): 1. Deutschland 6:07,41. 2. Polen 6:09,51. 3. Italien 6:09,59. 4. Ukraine 6:11,46. 5. Schweiz (David Aregger, Augustin Maillefer, Nico Stahlberg, Barnabé Delarze) 6:11,84. 6. Kroatien 6:15,11.

Skiff Leichtgewichte (Final A): 1. Stephansen 7:37,93. 2. Fraga (Por) 7:38,84. 3. Koch (De) 7:48,42. 4. Michael Schmid (Sz) 7:51,98. 5. Molteni (It) 7:56,97. 6. Giannaros (Griech) 7:57,05.

Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte (Final B, Ränge 7-11): 1. Deutschland 6:39,75. 2. Polen 6:41,02. 3. Niederlande 6:44,28. 4. Schweiz (François Gallot, Vincent Giorgis, Daniel Wiederkehr, Silvan Zehnder) 6:50,34. 5. Ungarn 6:57,94.

Doppelzweier Leichtgewichte Frauen (Final B, Ränge 7-12): 1. Kryvasheyenka/Liaskova (WRuss) 7:48,46. 2. Woerner/Jansen (Ho) 7:51,31. 3. Frédérique Rol/Patricia Merz (Sz) 7:56,01. 4. Peleman/Geentjens (Bel) 7:58,32. 5. Pazderkova/Sirerova (Tsch) 8:01,13. 6. Garcia Mulet/Santos (Sp) 8:05,41.

Mehr Informationen zur EM in Sevilla: www.worldrowing.com

Sevilla, 2. Juni 2013/cs.