Silber und Bronze für die leichten Skiffiers Schmid und Schürch

  Silber und Bronze für die leichten Skiffiers Schmid und Schürch

Sehr erfreuliche Medaillenbilanz gibt es bei den Schweizer Leichtgewichtsskiffiers zu feiern: Im Skiff-Finale holten der EM-Vierte Michael Schmid (SC Luzern) Silber und Simon Schürch (SC Sursee), Europameister mit Mario Gyr im leichten Doppelzweier, Bronze hinter dem führenden Portugiesen Pedro Fraga (EM-Zweiter). Erstmals erreichten zwei Schweizer Boote in einem internationalen Rotseefinal gleichzeitig zwei Podestplätze.

Die letzten 250 Meter waren ein Duell zwischen den beiden sprintenden Schweizern, das sich zugunsten Schmids entschied. Die restliche Konkurrenz war chancenlos. Michael Schmid erachtet den silbernen Rotseeerfolg „als Meilenstein auf dem richtigen Weg zu WM nach Korea“. Simon Schürch, notgedrungen im Skiff gestartet wegen der Rippenverletzung seines Partners Mario Gyr aus dem Doppelzweier, sieht in seinem Bronzeerfolg „einen zusätzlichen Motivationsschub“. Für das Riemenpaar Simon Niepmann (SC Zürich)/Lucas Tramer (CA Vesenaz) im Zweier-ohne waren nach Vorlauf- und Halbfinalsieg die Medaillenränge im Final unerwartet plötzlich außer Reichweite. Die verbissen kämpfende Schweizer Crew zeigte auf letztem Streckenviertel bei Angriffen der in Führung gegangenen Briten und der USA Balanceschwierigkeiten und fiel auf Rang 4 zurück hinter dem EM-Dritten aus Spanien. Für die amtierenden Europameister ist dies die erste Niederlage.

Der Schweizer Rudersport darf sich aufgrund dieser Rotsee-Ergebnisse vom Samstag eines schlagkräftiges Leichtgewichtspotenzial vergewissern. Im Jahr nach Olympia verordnete Nationaltrainer Simon Cox die Aufteilung des Vierers mit den Olympiafünften Simon Niepmann, Lucas Tramer, Simon Schürch und Mario Gyr in zwei Paarungen zur Stimulierung eines stärkeren Vierers hinsichtlich Olympia Rio 2016. Bisher ist die Rechnung für Cox fast aufgegangen: an der EM in Sevilla anfangs Juni holten Niepmann/Tramer im nicholympischen Zweier-ohne Gold und Schürch/Gyr im olympischen Doppelzweier Bronze. In diesen Paarungen sind die Athleten an die WM in Korea Ende August selektioniert. Erst dann wird der Vierer wieder ein konkretes Projekt. Ob alle vier sich in diesem Boot wiederfinden werden, das kann und will Simon Cox jetzt noch nicht beantworten. Die Frage bleibt, wie weit Mario Gyr zumindest für die WM, wo er zusammen mit Schürch unbedingt eine Medaille gewinnen will, wieder voll genesen ist. Nach der WM Korea zählen dann einzig die Olympiabootsklassen hinsichtlich Rio.

David Aregger (RC Schaffhausen) startet am Sonntagvormittag im B-Final der Einer an der Weltcupregatta auf dem Rotsee, nachdem er im Halbfinal unter Führung des Olympiasilbermedaillengewinners Ondrej Synek (Tschechien) die Ziellinie als Fünfter gekreuzt hatte. Mit ihm ist zumindest ein Schweizer Boot der olympischen Klasse am Rotsee dabei. Sein Rotseeauftritt im Einer bleibt ihm ein Intermezzo. Priorität hat weiterhin der Doppelvierer, worin er Europameisterschaftsfünfter ist, für die WM in Korea Ende August. Ins Rotsee-Weltcupfinale im Kampf um Ränge 1-6 am Sonntagnachmittag gelangten 27 Nationen mit England (10 Boote) an der Spitze, gefolgt von weiteren starken Nationen wie USA (9 Boote), Neuseeland (8 Boote) sowie Deutschland und Holland mit je 7 Booten (beide jeweils mit dem Männerachter).

Luzern-Rotsee, 13. Juli 2013 / Christian Schweizer
Bilder: D. Seyb (SRV)

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