WM Chungju - Roman Röösli auf Rang 11 – erfolgreichste WM seit 1999 für die Schweiz

  Roman Röösli beendet WM auf Rang 11 – Erfolgreichste WM seit 1999 für die Schweiz

Am letzten Wettkampftag beendet Skiffier Roman Röösli die Weltmeisterschaft mit einem fünften Rang im B-Final, was dem elften Schlussrang entspricht. Die Schweizer Delegation darf auf eine äusserst erfolgreiche WM-Woche auf dem Tangeum Lake in Chungju (Südkorea) zurückblicken. Es war die erfolgreichste WM-Teilnahme für die Schweiz seit 1999.

Der als Ersatzmann für den Männer-Doppelvierer an die WM in Chungju (SKor) mitgereiste Roman Röösli (Seeclub Sempach) startete heute als einziger und letzter Schweizer WM-Teilnehmer zu seinem Platzierungsrennen. Dank tollen Rennen im Vorlauf und Viertelfinal erreichte Röösli positiv überraschend den Halbfinal. Im heutigen B-Final zeigte er erneut ein gutes Rennen. Röösli startete gut, hielt seine Bugspitze während des gesamten Rennens an vierter, manchmal an fünfter Position, wobei die Abstände gering blieben. Röösli versuchte auf dem letzten Streckenviertel den direkt neben ihm rudernden Russen Kosov nochmals anzugreifen, doch dieser vermochte zu reagieren. An der Spitze des Feldes war es der Olympia-Sechste Aleksandrov, der das Rennen prägte, dicht gefolgt vom Bulgaren Bozhilov und Fridman (Israel). Dahinter sprinteten Röösli, Kosov und der Inder Singh um die Plätze. Röösli hatte alles gegeben, vermochte den Russen aber nicht mehr einzuholen. Erstmals blieb Roman Röösli in einem Skiff-Rennen unter der magischen Marke von 7 Minuten, was für ihn ein Meilenstein in seiner jungen Karriere darstellen dürfte. Mit dem fünften Rang und einem erneut sehr kämpferischen Rennen schliesst Roman Röösli seine erste Weltmeisterschafts-Teilnahme mit einem formidablen 11. Rang ab.

Erfolgreichste Schweizer-WM-Bilanz seit 1999
Man muss in den Statistiken lange zurückblättern, seit eine Schweizer WM-Delegation ähnlich erfolgreich an einer Ruder-Weltmeisterschaft abschnitt. Es war das Jahr 1999 als die WM im kanadischen St. Catherines stattfand und die SRV-Delegation ebenfalls zwei Medaillen zu gewinnen vermochte und vier Boote für die A-Finals qualifizierte.
„Vom Rennen des Leichtgewichts-Ersatzmanns Daniel Wiederkehr bis nun zum B-Finale von Roman Röösli sind unsere Boote sehr erfolgreich, kämpferisch und gut gerudert. Es war eine sehr erfolgreiche Woche für den Schweizer Rudersport.“ stellte ein zufriedener Headcoach Simon Cox kurz nach dem letzten Schweizer Rennen fest. Die Goldmedaille im Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte für Lucas Tramèr und Simon Niepmann sowie die Silbermedaille im leichten Doppelzweier für Mario Gyr und Simon Schürch trotz suboptimaler Vorbereitungs-Trainingslagern aufgrund von Verletzungen sind der verdiente Lohn für die jahrelange, seriöse Trainingsarbeit des Schweizer Leichtgewichtsprogramms. Dass sich Leichtgewichts-Skiffier Michael Schmid für das wohl hochklassigste Finale aller Zeiten im Skiff Leichtgewichte zu qualifizieren vermochte, stellt den Stellenwert seines sechsten WM-Ranges dar und deutet auf die Dichte im Schweizer Leichtgewichtskader hin. Der junge Doppelvierer mit Barnabé Delarze, Nico Stahlberg, Augustin Maillefer und David Aregger, vor einem Monat U23-Weltmeister, liess an dieser WM sein grosses Potenzial aufblitzen. Dass sich der Schweizer Doppelvierer bis ins A-Finale vorrudern konnte, durfte vor der WM nicht erwartet werden. Der sechste Rang ist ein toller Start dieses verjüngten Projektes in den Olympiazyklus. Dass sich Doppelvierer-Ersatzmann Roman Röösli, in der mit 32 Booten sehr stark besetzten Einer-Kategorie startend, bis in die Top 12 rudert, haben nur ganz kühne Ruderexperten zu prognostizieren gewagt. Vier von fünf Schweizer Booten standen an dieser WM im A-Finale, zwei davon gewannen Medaillen. Damit übertrifft die Schweizer WM-Equipe die Verbandszielsetzungen (drei Top 10-Rangierungen und davon ein Finalplatz) deutlich. Diese junge Mannschaft hat dank seriöser Trainingsarbeit den Grundstein gelegt für eine erfolgreiche Fortsetzung in der kommenden Saison. Dafür wird weiter hartes Training notwendig sein. Die nächsten Ruder-Weltmeisterschaften finden vom 24.-31. August 2014 in Amsterdam (Niederlande) auf der legendären Boosban statt.

FISA-Kongress wählt am Montag einen neuen Verbandspräsidenten
Morgen Montag steht für den Rudersport eine sportpolitische Entscheidung an, wenn anlässlich des Kongresses des internationalen Ruderverbandes (FISA) der aktuelle Präsident und IOC-Präsidentschaftskandidat Denis Oswald (Schweiz) wiedergewählt wird, gleichzeitig aber auch seine Nachfolge an der Spitze des Welt-Rudersportes geregelt wird. Drei Kandidaten stehen zur Verfügung und man darf die Wahl mit Spannung erwarten. Jean-Christoph Rolland (Frankreich), John Boultbee (Australien) und Tricia Smith (Kanada) wollen die Nachfolge von Denis Oswald antreten.

Resultate von Rennen mit Schweizer Beteiligung. 
Rudern: Weltmeisterschaften in Chungju (Südkorea) – Sonntag, 1. September 2013

Skiff Männer (Final B, Ränge 7-12): 1. Aleksandrov (Aser) 6:52,49. 2. Bozhilov (Bul) 6:53,81. 3. Fridman (Isr) 6:55,40. 4. Kosov (Russ) 6:57,97. 5. Roman Röösli (Sz) 6:58,81. 6. Singh (Ind) 7:02,89. Roman Röösli damit im 11. Schlussrang klassiert.

Mehr Informationen zur WM in Chungju: www.worldrowing.com

Chungju, 1. September 2013/cs.