EM Belgrad: 3 Boote mit Vorlaufsiegen und 4 Boote via Hoffnungslauf in den Halbfinals

  Gyr/Schürch, Tramèr/Niepmann und Schmid gewinnen ihre Vorläufe

Drei Schweizer Boote haben sich heute Vormittag zum Auftakt der Ruder-EM in Belgrad mit Vorlaufsiegen direkt für die Halbfinals qualifiziert. Mario Gyr und Simon Schürch gewannen ihren Vorlauf im Doppelzweier Leichtgewichte vor Griechenland. Simon Niepmann und Lucas Tramèr setzten sich in ihrem Vorlauf im Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte deutlich durch. Michael Schmid vermochte seinen Bug im Skiff der Männer Leichtgewichte als Erster über die Ziellinie zu schieben und verbuchte ebenfalls einen Vorlaufsieg. Via die Hoffnungsläufe erreichten der Männer-Doppelzweier Roman Röösli/David Aregger, der leichte Frauen-Doppelzweier mit Patricia Merz und Frédérique Rol, Skifferin Jeannine Gmelin sowie Leichtgewichts-Skifferin Adeline Seydoux die Halbfinals.

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Bei starkem seitlichem Schiebewind wurden heute Vormittag auf dem Sava Lake in Belgrad die Vorläufe in allen 17 Bootsklassen ausgetragen. Die Hoffnungsläufe fanden am Nachmittag statt. An der mit 36 teilnehmenden europäischen Nationen stark besetzten Europameisterschaft ging es in den Vorläufen direkt zur Sache, winkten doch direkte Halbfinal- und Finalqualifikationen. Sieben Schweizer Boote erreichten heute Freitag die EM-Halbfinals in ihren jeweiligen Bootsklassen.

Simon Niepmann und Lucas Tramèr gewannen souverän
Simon Niepmann (Seeclub Zürich/Basler Ruder-Club) und Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz/Basler Ruder-Club) starten nach ihrem Double im Vorjahr, in welchem sie sich sowohl den EM- und den WM-Titel im Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte holten, auch heute souverän zu den Vorläufen. Gegen die Boote aus Ungarn, Dänemark und vor allem eine neue Kombination aus Italien waren die Schweizer jederzeit in Front, auch wenn die Italiener hartnäckig versuchten, das Schweizer Duo gleich im Vorlauf zu testen. Im Ziel lagen Niepmann/Tramèr knapp 10 Sekunden vor der ungarischen Kombination und qualifizierten sich mit diesem Vorlaufsieg direkt für die Halbfinals vom Samstag. In den beiden anderen Vorläufen waren es die Boote aus den Niederlanden und Grossbritannien, welche Vorlaufsiege erreichten, wobei das britische Boot die schnellste Vorlaufzeit notieren lassen konnte.

Mario Gyr und Simon Schürch gewannen vor Griechenland
Mario Gyr (Seeclub Luzern) und Simon Schürch (Seeclub Sursee) gewannen ihren EM-Vorlauf ebenfalls. Nach einem schnellen Start von Griechenland übernahmen Gyr/Schürch bei Streckenhälfte die Führung und bauten diese auf rund eine Bootslänge aus. Diesen Vorsprung verteidigten die EM-Dritten des Vorjahres bis ins Ziel und qualifizierten sich dank dem Vorlaufsieg direkt für das Halbfinale, welches morgen Samstag gerudert wird. Wie im Doppelzweier Leichtgewichte üblich, lassen die erruderten Zeiten in den Vorläufen auf einen sehr engen Ausgang der weiterfolgenden Rennen schliessen. Die anderen Vorläufe wurden von Deutschland, Weltmeister Norwegen und Europameister Frankreich von den favorisierten Booten gewonnen.

Michael Schmid gewinnt seinen Vorlauf
Michael Schmid (Seeclub Luzern) im Skiff Leichtgewichte lag während des gesamten Rennens in Führung. Der Grieche Magdanis liess aber den Kontakt zu Schmid nie abreissen und auch der Ruderer aus Ungarn kam dank eines gewaltigen Endspurts nochmals ins Rennen um die Halbfinaltickets zurück. Schmid hatte jederzeit eine halbe bis eine ganze Länge Vorsprung auf den Griechen und ruderte somit immer in sicherer Position, qualifizierten sich doch die beiden ersten Booten fürs Halbfinale. Den grössten Vorsprung hatte Schmid nach drei Vierteln der Strecke mit rund 2.5 Sekunden Vorsprung. Im Endspurt schmolz dieser Vorsprung auf eine Sekunde zusammen, da sich der Grieche und der Ungare um den zweiten Halbfinalplatz einen Bord an Bord Endspurt lieferten.

Jeannine Gmelin mit zwei dritten Rängen im Halbfinal
Skifferin Jeannine Gmelin (Ruderclub Uster) ruderte im Vorlauf ein solides Rennen und wechselte im Verlaufe des Rennens mit der Dänin Jakobsen jeweils die Plätze um Rang drei. An der Spitze ruderte die WM-Vierte Lobnig (Oesterreich) ungefährdet, während die Doppelvierer-Olympiasiegerin Dovgodko (Ukraine) den zweiten Platz hielt. Im Ziel lag Jeannine Gmelin mit etwas mehr als einer Länge Vorsprung auf Jakobsen auf dem dritten Rang. Im nachmittäglichen Hoffnungslauf erreichte Jeannine Gmelin erneut einen dritten Rang in ihrem Lauf hinter den Ruderinnen aus Russland und Schweden, womit sie sich für das Halbfinale zu qualifizieren vermochte.

Röösli/Aregger via Hoffnungslauf im Halbfinal
Ebenfalls in den Hoffnungslauf verwiesen wurde der Doppelzweier mit Roman Röösli (Seeclub Sempach) und David Aregger (Ruderclub Schaffhausen). Nach einem schnellen Start im Vorlauf lagen sie vorerst auf dem zweiten Rang hinter dem Boot aus Aserbaidschan. Im Mittelteil der Strecke mussten sich Röösli/Aregger dann aber von den Serben überholen lassen und ruderten auf dem dritten Platz über die Ziellinie. Im Hoffnungslauf stand dem neu formierten Duo eine anspruchsvolle Aufgabe bevor. Mit den starken Holländern, den jungen Letten und den letztjährigen Europameistern aus Italien und dem Schweizer Boot war der Hoffnungslauf stark besetzt, zumal sich nur zwei Boote für den Halbfinal qualifizieren konnten. Roman Röösli und David Aregger erreichten die Halbfinalqualifikation mit Rang zwei in diesem Rennen hinter Holland. Damit wurden die Boote aus Lettland und Italien aus dem Halbfinalrennen geworfen.

Der Männer-Doppelvierer mit Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron), Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen), Augustin Maillefer (Lausanne Sports Aviron) und Damien Tollardo (Club d’Aviron Vésenaz) startete gut ins Rennen, verpasste jedoch nach 750 Metern den Anschluss und musste sich der Konkurrenz beugen. Morgen besteht für das Quartett im Hoffnungslauf eine neue Chance. Europameister Deutschland qualifizierte sich direkt für das Finale. Der Frauen-Leichtgewichts-Doppelzweier mit Patricia Merz (Seeclub Zug) und Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) ruderte auf den vierten Vorlaufrang nach einem guten Rennen mit den Russinnen um den dritten Rang, der für die direkte Halbfinalqualifikation berechtigt hätte. Im Hoffnungslauf erzielten Rol/Merz in einem eng umkämpften Zieleinlauf den zweiten Platz hinter Weissrussland und stehen daher ebenfalls im Halbfinal der besten 12 Boote. Leichtgewichts-Skifferin Adeline Seydoux (Lausanne Sports Aviron) erreichte den Halbfinal der besten 12 via den Hoffnungslauf, in welchem sie sich dank Rang 3 den Halbfinaleinzug gegenüber Kroatien sicherte. Ersatzruderer Markus Kessler rudert nach einem fünften Vorlaufrang ebenfalls einen Hoffnungslauf, in welchem er über den vierten Rang nicht hinauskam.

Die EM wird morgen Samstag mit den Halbfinalrennen fortgesetzt. Die Finalrennen finden am kommenden Sonntag, 1. Juni 2014 statt. 

Resultate: Rennen mit Schweizer Beteiligung
Ruder-Europameisterschaften Belgrad (Serbien) vom 30. Mai 2014 (Vor- und Hoffnungsläufe)

Skiff Männer Leichtgewichte (2. Vorlauf): 1. Michael Schmid (Sz) 6:59,98. 2. Magdanis (Griech) 7:01,03. 3. Matyasovszki (Un) 7:01,26. 4. Stanojevic (Serb) 7:13,69. 5. Reznak (Slk) 7:26,96. Michael Schmid und Magdanis damit direkt im Halbfinal vom Samstag.

Skiff Frauen Leichtgewichte (2. Vorlauf): 1. Peleman (Be) 7:43,52. 2. Bene (Un) 7:53,18. 3. Pollini (It) 7:58,72. 4. Adeline Seydoux (Sz) 6:59,98. Schweiz damit im Hoffnungslauf.
Skiff Frauen Leichtgewichte (Hoffnungslauf): 1. Varfolomeeva (Russ) 8:01,73. 2. Pazderkova (Tsch) 8:05,01. 3. Adeline Seydoux (Sz) 8:06,92. 4. Pavkovic (Kro) 8:10,19. Schweiz damit im Halbfinal.

Zweier ohne Steuermann Männer Leichtgewichte (3. Vorlauf): 1. Simon Niepmann/Lucas Tramèr (Sz) 6:42,50. 2. Lorinczy/Vermes (Un) 6:52,13. 3. Oppo/di Girolamo (It) 6:53,54. 4. Michaelsen/Patscheider (Dä) 7:12,61. Schweiz, Ungarn und Italien damit direkt im Halbfinal vom Samstag.

Doppelzweier Männer Leichtgewichte (4. Vorlauf): 1. Mario Gyr/Simon Schürch (Sz) 6:20,66. 2. Konsolas/Giannaros (Griech) 6:22,36. 3. Vetesnik/Vetesnik (Tsch) 6:26,15. 4. Vanco/Vanco (Slk) 7:21,53. Schweiz und Griechenland damit direkt im Halbfinal vom Samstag.

Doppelzweier Frauen Leichtgewichte (1. Vorlauf): 1. Walsh/Copeland (Gb) 6:59,12. 2. Wörner/Head (Ho) 6:59,68. 3. Stepochkina/Arkadova (Russ) 7:08,50. 4. Patricia Merz/Frédérique Rol (Sz) 7:10,10. 5. Leclerc/Marechal (Fr) 7:18,61. Schweiz damit im Hoffnungslauf.
Doppelzweier Frauen Leichtgewichte (Hoffnungslauf): 1. Kryvasheyenka/Liaskova (WRuss) 7:10,22. 2. Patricia Merz/Frédérique Rol (Sz) 7:11,48. 3. Holmgraard/Pultz (Dä) 7:12,04. 4. Borzacchini/Berger (Ö) 7:13,53. 5. Leclerc/Marechal (Fr) 7:15,65. 6. Svirska/Ivanova (Lett) 7:44,07.

Doppelzweier Männer (1. Vorlauf): 1. Aleksandrov/Yotov (Aserb) 6:16,00. 2. Marjanovic/Filipovic (Serb) 6:20,89. 3. Roman Röösli/David Aregger (Sz) 6:23,73. 4. Plocek/Anderle (Tsch) 6:26,36. 5. Biskup/Wicenciak (Pol) 6:32,36. 6. Hirtzberger/Franek (Ö) 6:32,49. Schweiz damit im Hoffnungslauf.
Doppelzweier Männer (4. Hoffnungslauf): 1. van Luijk/Uitenbogaard (Ho) 6:26,13. 2. Roman Röösli/David Aregger (Sz) 6:30,05. 3. Kalnins/Zunde (Lett) 6:41,89. 4. Fossi/Battisti (It) 6:51,66. Schweiz damit im Halbfinal.

Skiff Frauen (1. Vorlauf): 1. Lobnig (Ö) 7:37,91. 2. Dovgodko (Ukr) 7:41,59. 3. Jeannine Gmelin (Sz) 7:45,14. 4. Jakobsen (Dä) 7:49,28. 5. Gjörtz (No) 7:53,95. 6. Milosevic (Kro) 7:55,08. Gmelin damit im Hoffnungslauf.
Skiff Frauen (1. Hoffnungslauf): 1. Levina (Russ) 7:44,98. 2. Svennung (Sd) 7:47,99. 3. Jeannine Gmelin (Sz) 7:52,20. 4. Milosevic (Kro) 7:59,53. 5. Diamanti (Griech) 8:06,41. Gmelin damit im Halbfinal.

Doppelvierer Männer (1. Vorlauf): 1. Deutschland 5:45,07. 2. Polen 5:48,15. 3. Estland 5:48,23. 4. Tschechien 5:50,30. 5. Niederlande 5:51,06. 6. Schweiz (Barnabé Delarze, Nico Stahlberg, Augustin Maillefer, Damien Tollardo) 5:53,41. Schweiz damit im Hoffnungslauf vom Samstag.

Skiff Männer (1. Vorlauf): 1. Synek (Tsch) 6:56,12. 2. Tufte (No) 6:58,25. 3. Codau (Rum) 6:59,98. 4. Ven (Fi) 7:02,76. 5. Markus Kessler (Sz) 7:21,19. 6. Gumennyi (Ukr) 7:30,37. Kessler damit im Hoffnungslauf.
Skiff Männer (2. Hoffnungslauf): 1. Sinkovic (Kro) 7:08,78. 2. Vasic (Serb) 7:11,80. 3. Steffensen (Dä) 7:11,94. 4. Markus Kessler (Sz) 7:18,13. Kessler damit im C/D-Halbfinal.

Mehr Informationen und alle Resultate: www.worldrowing.com

Belgrad, 30. Mai 2014/cs.