Drei Schweizer Boote schaffen den Finaleinzug an der EM in Belgrad

  Drei Schweizer Boote schaffen den Finaleinzug an der EM in Belgrad

In den heutigen Halbfinals konnten sich drei Schweizer Boote für die A-Finals von morgen Sonntag qualifizieren. Simon Niepmann und Lucas Tramèr gelang dies mit einem Sieg im Halbfinale sowie einer gleichzeitig erzielten neuen europäischen Bestzeit. Michael Schmid erreichte in seinem Halbfinal einen zweiten Platz und rudert morgen im A-Final. In einem sehr engen Rennen um den Halbfinalsieg im Doppelzweier Leichtgewichte sicherten sich Mario Gyr und Simon Schürch mit einem dritten Platz den Finaleinzug. Gleiches wäre um Haaresbreite fast auch Skifferin Jeannine Gmelin gelungen, welche als Vierte knapp die Finalqualifikation verfehlte.

>> Bilder EM Belgrad (von D. Seyb)

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Kühlere Temperaturen und erneut ein seitlich einfallender Mitwind mit geringem Wellengang herrschten heute auf dem Sava Lake für die Halbfinalrennen.

Simon Niepmann und Lucas Tramèr mit Halbfinalsieg und EM-Bestzeit ins Finale
Simon Niepmann (Seeclub Zürich/Basler Ruder-Club) und Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz/Basler Ruder-Club) bleiben auch nach ihrem zweiten Rennen der diesjährigen Europameisterschaft ungeschlagen. Sie gewannen ihren Halbfinal im Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte vor den Booten aus Frankreich, Italien, Tschechien, Türkei und Portugal. Bei allen Zwischenzeitnahmen lag das Schweizer Boot in Führung. Nach dem gewonnenen Vorlauf gestern Freitag, blieben die amtierenden Europa- und Weltmeister in dieser Bootsklasse auch heute ungeschlagen und siegten mit einer knappen Bootslänge Vorsprung. Mit der Zeit von 6:33,05 erzielten Niepmann/Tramèr zugleich auch eine neue Europameisterschafts-Bestzeit. Aus dem anderen Halbfinal stossen die Boote aus Holland, Grossbritannien und Deutschland zu den Schweizern, Franzosen und Italienern für das Finale von morgen Sonntag.

Mario Gyr und Simon Schürch ziehen mit Rang 3 ins A-Final ein
Mario Gyr (Seeclub Luzern) und Simon Schürch (Seeclub Sursee) reihten sich heute für das Halbfinale neben den letztjährigen Europameistern aus Frankreich (Jeremie Azou und Stany Delayre) sowie den Booten aus Ungarn, Italien, Polen und Tschechien auf. Schürch und Gyr starteten schnell und führten quasi mit Frankreich und Italien auf einer Linie liegend dieses Halbfinale an. Die Franzosen hatten im Vorjahr alle Rennen bis zum Weltcup in Luzern gewonnen, ehe eine Kollision im Training den Aufbau hinsichtlich der Weltmeisterschaft vereitelte, da Delayre bei diesem Trainingsunfall eine schlimme Rückenverletzung erllitt. Diese ist mittlerweile verheilt und die Franzosen zeigten auch heute, dass sie in sehr guter Form sind. Sie gewannen das Halbfinale vor Italien und dem Schweizer Duo. Kennzeichnend für dieses heutige Halbfinale waren die vielen Führungs- und Positionswechsel an der Spitze. Die Bugbälle der Boote aus der Schweiz, Italien und Frankreich tauschten die Positionen immer wieder, so dass das Rennen bis am Schluss spannend blieb, zumal auch das Boot aus Polen mit kräftigen Schlägen versuchte, sich nochmals in die Verteilung der Finaltickets einzubringen. Schlagmann Mario Gyr sieht noch Steigerungspotenzial für das morgige Finale. „Mir ist kurz nach dem Start ein „Krebs“ unterlaufen, was uns kurzzeitig irritierte“, berichtete Mario Gyr nach dem Rennen. Aus dem anderen Halbfinale werden sich für das Rennen um die Medaillen Weltmeister Norwegen, Deutschland und die Niederlande zu Frankreich, Italien und der Schweiz dazugesellen.

Michael Schmid mit Rang 2 im Halbfinal im A-Final
Leichtgewichts-Skiffier Michael Schmid (Seeclub Luzern) lag im zweiten Halbfinal jederzeit auf einem qualifikationsberechtigten Platz. Der Portugiese Fraga gewann das Rennen vor Michael Schmid und dem Dänen Bendtsen. Schmid versuchte mit einem schnellen Rennen auf der ersten Streckenhälfte schnell Distanz auf die Verfolger zu schaffen. Dies gelang ihm, führte er doch das Rennen bis knapp vor Streckenhälfte an. Auf der zweiten Streckenhälfte übernahm Fraga die Führung und gewann das Rennen mit knapp 1.5 Bootslängen Vorsprung auf Schmid, welcher wiederum Bendtsen auf Distanz hielt. Im anderen Halbfinale qualifizierten sich Deutschland, Italien und Grossbritannien fürs A-Finale.

Jeannine Gmelin gelingt fast der Coup
Skifferin Jeannine Gmelin (Ruderclub Uster) zeigte in ihrem Halbfinal eine fantastische Leistung. Gegen Olympiasiegerin Knapkova, Altmeisterin Levina, die WM-Vierte Lobnig sowie die Ruderinnen aus Litauen und Dänemark zeigte Gmelin eine ganz starke Vorstellung. Lange lag sie auf dem finalberechtigten dritten Rang und hielt den Kontakt zur Österreicherin Lobnig. Erst im Endspurt gelang es der Russin Levina noch, sich mit ihrer langjährigen Erfahrung nochmals ins Geschäft um die Verteilung der Finaltickets zurück zu bringen. Im Ziel kreuzte Jeannine Gmelin mit dem geringen Rückstand von 0.85 Sekunden als Vierte die Ziellinie und wurde damit von Knapkova, Lobnig und Levina – allesamt klingende Namen im Frauen-Rudern – aus dem Finale verdrängt.

Rol/Merz sowie die schweren Männer im B-Final
Im Doppelzweier Frauen Leichtgewichte versuchten Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) und Patricia Merz (Seeclub Zug) den Kontakt zum finalberechtigten dritten Platz zu halten. Das gelang dem Duo zunächst, ehe sich aber auf der zweiten Streckenhälfte eine Zweiteilung des Feldes ergab. Am Schluss ruderten Rol/Merz auf dem sechsten Platz beinahe zusammen mit den vor ihnen liegenden Tschechinnen und Weissrussinnen über die Ziellinie. Rol/Merz rudern morgen Sonntag im B-Finale um die Ränge 7 bis 12.

Der Männer-Doppelvierer in der Besetzung Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron), Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen), Augustin Maillefer (Lausanne Sports Aviron) und Damien Tollardo (Club d’Aviron Vésenaz) zeigte sich heute stark verbessert und ruderte in einem Hoffnungslauf die beiden zu vergebenden Finaltickets gegen die Boote aus Frankreich, Polen, Russland und Niederlande. Russland dominierte das Rennen, aber auch das Schweizer Boot lag lange Zeit in aussichtsreicher Position im Rennen, bei Streckenhälfte gar auf Rang 2. Im Ziel fehlte letztlich eine Bootslänge auf den finalberechtigten zweiten Platz, den sich Polen sicherte. Damit rudert das Schweizer Quartett morgen im kleinen Finale um die Ränge 7 bis 12.

Im Männer-Doppelzweier kamen David Aregger (Ruderclub Schaffhausen) und Roman Röösli (Seeclub Sempach) nach einem schnellen Start auf dem fünften Halbfinalrang ins Ziel. Nach der Streckenhälfte musste das neu formierte Duo den Kontakt zum dritten Platz abreissen lassen und rudert damit morgen Sonntag im B-Final. Ohne Aussicht auf eine Finalqualifikation war in ihrem Halbfinale der Frauen Leichtgewichte Adeline Seydoux (Lausanne Sports Aviron). Sie schloss ihren Lauf auf dem 6. Rang ab. Ersatzmann Markus Kessler (Ruderclub Schaffhausen) schaffte die Qualifikation für das C-Finale und vermochte den ehemaligen Olympiasieger Olaf Tufte zu bezwingen.

Die Finalrennen um die Medaillen (A-Finals) sowie die Platzierungsrennen (B-Finals) finden allesamt morgen Sonntag, 1. Juni 2014 statt: 

Nachfolgend die Einsatzzeiten der Schweizer Boote:
A-Finals

10:33 Uhr, Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte, Simon Niepmann/Lucas Tramèr
10:48 Uhr, Skiff Leichtgewichte Männer, Michael Schmid
11:48 Uhr, Doppelzweier Leichtgewichte Männer, Mario Gyr/Simon Schürch
B-Finals
08:52 Uhr, Skiff Leichtgewichte Frauen, Adeline Seydoux
09:16 Uhr, Doppelzweier Leichtgewichte Frauen, Patricia Merz/Frédérique Rol
09:34 Uhr, Doppelvierer Männer, Delarze/Stahlberg/Maillefer/Tollardo
09:40 Uhr, Doppelzweier Männer, Roman Röösli/David Aregger
10:10 Uhr, Skiff Frauen, Jeannine Gmelin

Resultate: Rennen mit Schweizer Beteiligung
Ruder-Europameisterschaften Belgrad (Serbien) vom 31. Mai 2014 (Halbfinaltag)

Skiff Männer Leichtgewichte (2. Halbfinal): 1. Fraga (Por) 6:54,79. 2. Michael Schmid (Sz) 6:57,93. 3. Bendtsen (Dä) 6:59,39. 4. Vasilev (Bul) 6:59,92. 5. Hrvat (Slo) 7:09,32. 6. Kusku (Tür) 7:16,53. Michael Schmid damit im A-Final vom Sonntag.
1. Halbfinal: Lawitzke (De) 6:59,76. 2. Miani (It) 7:00,00. 3. Freeman-Pask (Gb) 7:01,60.

Skiff Frauen (1. Halbfinal): 1. Knapkova (Tsch) 7:36,67. 2. Lobnig (Ö) 7:38,58. 3. Levina (Russ) 7:38,60. 4. Jeannine Gmelin (Sz) 7:39,45. 5. Saltyte (Lit) 7:49,55. 6. Jakobsen (Dä) 8:07,70. Jeannine Gmelin damit im B-Final.
2. Halbfinal: 1. Achterberg (Ho) 7:36,98. 2. Puspure (Irl) 7:38,31. 3. Thiele (De) 7:41,36

Skiff Frauen Leichtgewichte (2. Halbfinal): 1. Taylor (Gb) 7:41,66. 2. Peleman (Be) 7:43,04. 3. Pless (De) 7:44,64. 4. Olsen (Dä) 7:44,74. 5. Pollini (It) 7:45,02. 6. Adeline Seydoux (Sz) 8:08,01. Adeline Seydoux damit im B-Final (Ränge 7-12).
1. Halbfinal: 1. Nikolaidou (Griech) 7:38,77. 2. Frenken (Ho) 7:41,63. 3. Bene (Un) 7:43,18

Zweier ohne Steuermann Männer Leichtgewichte (2. Halbfinal): 1. Simon Niepmann/Lucas Tramèr (Sz) 6:33,05 (neue Europameisterschafts-Bestzeit). 2. Duret/Onfroy (Fr) 6:34,66. 3. Oppo/di Girolamo (It) 6:35,28. 4. Kopac/Vrastil (Tsch) 6:35,42. 5. Yilmaz/Yumrukaya (Tür) 6:35,50. 6. Fernandes/Concalves (Por) 6:47,69. Niepmann/Tramèr damit im A-Final vom Sonntag.
1. Halbfinal: 1. Weerkamp/de Graaf (Ho) 6:35,00. 2. Scrimgeour/Clegg (Gb) 6:35,56. 3. Neumann/Temel (De) 6:38,83.

Doppelzweier Männer Leichtgewichte (2. Halbfinal): 1. Delayre/Azou (Fr) 6:17,77. 2. Micheletti/Ruta (It) 6:19,12. 3. Mario Gyr/Simon Schürch (Sz) 6:20,15. 4. Mikolajczewski/Jankowski (Pol) 6:22,91. 5. Vetesnik/Vetesnik (Tsch) 6:33,05. 6. Galambos/Csepregi (Un) 6:34,45. Schürch/Gyr damit im A-Final vom Sonntag.
1. Halbfinal: 1. Brun/Strandli (No) 6:20,38. 2. Steinhübel/Hartig (De) 6:21,23. 3. Muda/Muda (Ho) 6:22,96.

Doppelzweier Frauen Leichtgewichte (1. Halbfinal): 1. Müller/Noske (De) 7:00,37. 2. Walsh/Copeland (Gb) 7:01,69. 3. Dorociak/Deresz (Pol) 7:05,38. 4. Nencini/Nachazelova (Tsch) 7:12,09. 5. Kryvasheyenka/Liaskova (WRuss) 7:12,52. 6. Patricia Merz/Frédérique Rol (Sz) 7:13,49. Schweiz damit im B-Final.
2. Halbfinal: 1. Milani/Sancassani (It) 7:03,59. 2. Lilja/Fredh (Sd) 7:04,01. 3. Woerner/Head (Ho) 7:06,07.

Doppelzweier Männer (2. Halbfinal): 1. Hoff/Borch (No) 6:15,63. 2. Mascinskas/Ritter (Lit) 6:16,41. 3. Collins/Watson (Gb) 6:17,27. 4. Marjanovic/Filipovic (Serb) 6:17,51. 5. Roman Röösli/David Aregger (Sz) 6:25,41. 6. Garcia/Padilla Camara (Sp) 6:30,90. Schweiz damit im B-Final.
1. Halbfinal: Gruhne/Krüger (De) 6:17,22. 2. Van Luijk/Uittenbogaard (Ho) 6:17,66. 3. Aleskandrov/Yotov (Aserb) 6:21,73.

Doppelvierer Männer (1. Hoffnungslauf): 1. Russland 5:47,71. 2. Polen 5:49,50. 3. Schweiz (Barnabé Delarze, Nico Stahlberg, Augustin Maillefer, Damien Tollardo) 5:51,62. 4. Frankreich 5:52,05. 5. Niederlande 5:59,67 Schweiz damit im B-Final.
2. Hoffnungslauf: 1. Grossbritannien 5:45,72. 2. Estland 5:46,38. 3. Litauen 5:46,81.

Skiff Männer (1. C/D-Halbfinal): 1. Codau (Rum) 7:01,91. 2. Markus Kessler (Sz) 7:05,75. 3. Tufte (No) 7:05,81. 4. Latin (Est) 7:10,19. 5. Gumennyi (Ukr) 7:15,77. Kessler damit im C-Final (Ränge 13-18) vom Samstagnachmittag.

Mehr Informationen und alle Resultate: www.worldrowing.com

Belgrad, 31. Mai 2014/cs.