Junioren-WM Hamburg: Jacob Blankenberger auf Rang vier

  Ränge 4, 8 und 9 für die Schweizer Junioren-Boote

Für Skiffier Jacob Blankenberger resultierte heute am Finaltag der Junioren-WM in Hamburg der vierte Rang. Im heftigen Gegenwind zeigte Blankenberger ein sehr gutes Rennen, kämpfte um jeden Meter in diesem über acht Minuten dauernden Rennen, war jedoch letztlich auf der Bahn 1 sicher nicht bevorteilt. Die drei weiteren Schweizer Boote zeigten in den B-Finals heute Vormittag sehr gute Leistungen und erzielten allesamt Ränge in den Top 9.

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Ein starker, seitlich einfallender Wind wehte heute über die Regattastrecke Allermöhe in Hamburg. Der Wind forderte den Athleten alles ab in den letzten Rennen der diesjährigen Junioren-WM. Im Verlaufe des Nachmittags wurde der Wind immer stärker, so dass die Rennen sehr lange dauerten und teilweise die Wellen den Booten grosses technisches Können abverlangten. Nach den B-Finals sah sich die Rennleitung des internationalen Ruderverbandes veranlasst, die Bahnen nicht nach dem traditionellen System zu verteilen, sondern den Halbfinalsiegern die vermutlich besten Bahnen auf der Aussenseite der Regattastrecke zuzuteilen.

Jacob Blankenberger auf dem vierten Rang
Jacob Blankenberger (Grasshopper Club Zürich) qualifizierte sich gestern mit Rang drei im Halbfinal sicher für das Finalrennen der besten Skiffiers. Aufgrund der Neuverteilung der Bahnen musste Jacob Blankenberger auf der Innenbahn eins rudern, auf welcher in der Regel die Boote über den letzten Platz kaum hinauskamen. Jacob Blankenberger kämpfte um jeden Meter in diesem Rennen. Anfänglich auf dem fünften Platz liegend, arbeitete er sich auf den vierten Platz vor, zwischenzeitlich mit grossem Rückstand auf eine Medaillenposition. Erst als der Südafrikaner Watkins auf den letzten 400 Metern im harten Gegenwind immer mehr Mühe bekundete, schaufelte sich Jacob Blankenberger mit jedem Schlag wieder näher an den auf Platz drei rudernden Südafrikaner heran. Auf der Ziellinie siegte der Deutsche Tim-Ole Naske mit sehr grossem Vorsprung, vor dem Kanadier de Groot und Watkins. Jacob Blankenberger kam an vierter Stelle ins Ziel. Damit liess er den Russen und den US-Amerikaner hinter sich. Die Leistung Blankenberger’s verdient grossen Respekt und Anerkennung. Erstens waren die Bedingungen grenzwertig, andererseits konnte sich heute in den A-Finals kein anderes Boot, welches auf Bahn 1 ruderte, besser als auf Rang vier platzieren.

Schweizer Boote mit Top-9 Rangierungen in den B-Finals
In den B-Finals um die Ränge 7 bis 9 standen heute der Zweier-ohne Junioren, der Vierer-ohne Junioren und der Juniorinnen-Doppelvierer im Einsatz. Der Zweier-ohne mit Joshua Meyer und Alois Merkt (beide GC Zürich) war im Gegenwind stark gefordert. Die beiden Ruderer bestritten hier die erste Junioren-Weltmeisterschaft und lagen rund drei Viertel der Strecke auf dem vierten Rang in diesem Rennen. Die beiden Kämpfertypen setzten 250 Meter vor dem Ziel alles auf eine Karte und setzten zum Endspurt an, so dass sie den vor ihnen liegenden Booten aus Kanada und Grossbritannien immer näher kamen. Ein „Krebs“ im britischen Boot machte den Weg für Meyer/Merkt endgültig frei, noch vom vierten auf den zweiten Platz vorzufahren und hinter Sieger Frankreich den zweiten Platz zu holen. In der Gesamtwertung resultiert für Joshua Meyer und Alois Merkt der 8. Schlussrang.

Ebenfalls sehr gut im Rennen war der Vierer-ohne Junioren mit Vincenzo de Luca (CC Lugano), Nicolas Kamber, Alex von Allmen (beide Grasshopper Club Zürich) und Ludovic Cornu (CA Vevey). Der Mannschaft war das Halbfinale gestern gründlich missraten und rehabilitierte sich heute. Sie starteten wie schon in den Vorrennen schnell und brachten sich so in eine gute Ausgangslage. Vorerst auf dem zweiten Platz liegend, hinter den dominierenden Tschechen, war es auf dem dritten Streckenviertel Dänemark, das am Schweizer Boot vorbeizog. Das Schweizer Quartett sicherte den dritten Rang ab und darf sich in der Endwertung den guten 9. Rang notieren lassen. Der Juniorinnen-Doppelvierer mit Louisa Geuke (SC Luzern), Flurina Christen, Serafina Merloni (beide SC Stansstad) und Schlagfrau Debora Hofer (SC Thun) zeigte heute wie schon gestern im Halbfinal ein beherztes Rennen mit solider Leistung. Während der ganzen Renndauer hielten die vier Schweizerinnen den dritten Rang inne. Das hohe Tempo von USA und Italien konnten sie nicht mitgehen, aber die drei weiteren Boote aus Weissrussland, Tschechien und Dänemark auf den Innenbahnen konnten der Schweizer Mannschaft auch nicht gefährlich werden. Mit dem neunten Rang sorgte das Frauen-Grossboot für eine weitere Schweizer Top-10 Rangierung.

Alle vier Schweizer Boote erreichten eine einstellige Platzierung an dieser Junioren-Weltmeisterschaft und haben damit die Vorgabe einer Top-10 Klassierung vollauf erfüllt. Dominierende Nation an dieser Junioren-Weltmeisterschaft war Gastgeber Deutschland. Mit neun Medaillen (7 Gold und 2 Silber) in den 13 Finalrennen ist die Bilanz eindrücklich. Im kommenden Jahr finden die Junioren-Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro (Brasilien) statt. Wie alle vier Jahre dient die Junioren-Weltmeisterschaft denn gleichzeitig auch als Testregatta für die Olympia-Ruderregatta 2016.

Resultate von Rennen mit Schweizer Beteiligung.
Rudern: Junioren-Weltmeisterschaften in Hamburg (D) – 10. August 2014

Frauen
Skiff (Final C, Ränge 13-18):
1. Steensberg (Dä) 7:51,16. 2. Pitirimova (Russ) 7:52,69. 3. Svensson (Sd) 7:54,39. 4. Bateman (Aus) 8:00,35. 5. Amanda Lüscher (Sz) 8:05,93. 6. Roervik (No) 8:06,21.

Doppelvierer (Final B, Ränge 7-12): 1. USA 7:23,49. 2. Italien 7:28,62. 3. Schweiz (Louisa Geuke, Flurina Christen, Serafina Merloni, Debora Hofer) 7:39,73. 4. Tschechien 7:44,28. 5. Weissrussland 7:46,54. 6. Dänemark 7:57,45.

Männer
Skiff (Final A): 1. Naske (De) 8:17,69. 2. De Groot (Ka) 8:38,17. 3. Watkins (Südafr) 8:44,29. 4. Jacob Blankenberger (Sz) 8:47,99. 5. Potapkin (Russ) 8:50,44. 6. Davison (USA) 9:03,98.

Zweier ohne Steuermann Junioren (Final B, Ränge 7-12): 1. Decriem/Goetghebeur (Fr) 7:29,14. 2. Joshua Meyer/Alois Merkt (Sz) 7:30,23. 3. Rogers/Barker (Ka) 7:31,75. 4. Jandic/Perendisli (Mold) 7:32,50. 5. Jonas/Doyle (Gb) 7:32,70. 6. Graudal/Lillelund (Dä) 7:44,58.

Vierer ohne Steuermann (Final B, Ränge 7-12): 1. Tschechien 6:45,49. 2. Dänemark 6:48,31. 3. Schweiz (Ludovic Cornu, Alexandre von Allmen, Nicolas Kamber, Vincenzo de Luca) 6:50,02. 4. USA 6:53,79. 5. China 6:55,73. 6. Weissrussland 6:59,43.

Hamburg, 10. August 2014/cs.