WM Amsterdam: noch einen Tag bis zum Start der Rennen

  WM Amsterdam beginnt morgen Sonntag

Die Weltmeisterschaften 2014 finden vom 24. bis 31. August in Amsterdam, Niederlande, statt. 1168 Teilnehmer aus 60 Länder werden in 445 Booten an den Start gehen. Der Schweizerische Ruderverband ist mit 13 Athletinnen und Athleten in 7 Booten in Amsterdam vertreten.

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Seit dem Weltcup-Final auf dem Rotsee vor rund sechs Wochen, anlässlich derer das SRV-Team drei Finalplatzierungen und zwei Rotsee-Siege verbuchen konnte, wurde in Trainingslagern in Sarnen und Frankreich die Weltmeisterschafts-Regatta vorbereitet. Die jüngeren Athletinnen und Athleten aus dem Weltmeisterschafts-Kader machten zwischenzeitlich von einem Start an der U23-Weltmeisterschaft in Varese Gebrauch. Seit dem letzten Donnerstagnachmittag ist die Schweizer Delegation in Amsterdam und hat die letzten Trainingseinheiten vor den Vorläufen absolviert. Alle Teammitglieder sind bereit und gesund, so dass die Vorläufe in Angriff genommen können.

Leichtgewichts-Ersatzmann Daniel Wiederkehr (RC Baden) machte heute im Rennen der Ersatzleute den Auftakt aus Schweizer Sicht. Er vermochte im Rennen der Leichtgewichts-Ersatzleute sein Rennen mit deutlichem Vorsprung auf die Ruderer aus Deutschland und Italien zu gewinnen und verzeichnete somit einen ersten Laufsieg für das Schweizer Team. 

Lucas Tramèr (CA Vésenaz/Basler RC) und Simon Niepmann (SC Zürich/Basler RC) haben sowohl an der Europameisterschaft in Belgrad und auf dem Rotsee die Finalrennen im Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte gewonnen. An der WM treffen die beiden amtierenden Weltmeister in dieser Bootsklasse auf bekannte Boote, insbesondere die Boote aus Tschechien und Grossbritannien sorgten zusammen mit dem Schweizer Boot für einen spannenden Zieleinlauf im Rotsee-Final. Insgesamt sind 17 Boote in der Konkurrenz am Start.

Michael Schmid (SC Luzern) konnte auf dem Rotsee gewinnen, nachdem er an der EM in Belgrad seine erste Meisterschaftsmedaille gewonnen hatte. Für die Weltmeisterschaft kehren einige bekannte Leichtgewichts-Athleten in den Einer zurück, so dass sich Schmid nicht über mangelnde Konkurrenz beklagen kann. Europameister Frage (Portugal) und EM-Silbermedaillengewinner Miani (Italien) sind ebenso am Start wie der schnellste deutsche Skiffier Hartig oder U23-Weltmeister Campbell (USA).

Im Leichtgewichts-Doppelzweier sind erneut alle Paarungen mit am Start, die in dieser Saison in Erscheinung getreten sind. Mario Gyr (SC Luzern) und Simon Schürch (SC Sursee) setzten vor Jahresfrist an der WM in Chungju einen Glanzpunkt mit dem Gewinn der Silbermedaille. In dieser Saison resultierten für das Zentralschweizer Duo bislang die Ränge 4 (Weltcup Rotsee) und 5 (EM Belgrad). Die Abstände in dieser eng umkämpften Bootsklasse sind traditionell sehr klein, so dass sich die Boote bereits von den Vorläufen an in Stellung bringen werden. Europameister Frankreich ist bislang ungeschlagen. Weltmeister Norwegen, die traditionell starken Italiener, U23-Weltmeister Deutschland, die unberechenbaren Chinesen, Südafrika, Tschechien, Grossbritannien, Griechenland, Dänemark, Ungarn und Kanada sind alles Boote, welche sich Chancen auf eine Finalteilnahme ausrechnen.

Im Männer-Doppelvierer schickt der Schweizerische Ruderverband eine Mannschaft an den Start, die in dieser Zusammensetzung noch keine Regatta bestritten hat. Nachdem an der Europameisterschaft die Priorität auf dem Doppelzweier lag und sich nachher das Training auf die erfolgreiche Verteidigung des U23-Weltmeistertitels richtete, wurde das Boot anfangs August neu zusammengesetzt. Nebst den verbleibenden aus dem U23-Doppelvierer, Roman Röösli (SC Sempach) und Augustin Maillefer (Lausanne Sports Aviron), rückten David Aregger (RC Schaffhausen) und Nico Stahlberg (RC Kreuzlingen) ins Boot. Mit 20 Booten sind in der Konkurrenz der Doppelvierer sehr viele Mannschaften am Start und das Schweizer Boot wird vom ersten Rennen gefordert sein. Als Ersatzmann für den Doppelvierer ist Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron) vor Ort. Er bestreitet die Weltmeisterschaft im Männer-Einer.

Ebenfalls im Einer ist Jeannine Gmelin (Ruderclub Uster) am Start. Jeannine Gmelin überzeugte an der Europameisterschaft auf Anhieb mit Rang 8 und sammelte dann weitere Erfahrungen an den Weltcup-Regatten von Aiguebelette und Luzern. Jeannine Gmelin bestreitet ihre erste Weltmeisterschaft in der Elite-Kategorie. Nachdem im Vorjahr im südkoreanischen Chungju keine Schweizer Frauen am Start waren, ist der Schweizerische Ruderverband sehr froh, konnten sich dieses Jahr wieder Frauen-Boote dank guten Trainings- und Wettkampfleistungen für diese Weltmeisterschaft qualifizieren.

Das zweite Schweizer Frauenboot im Doppelzweier Leichtgewichte ist mit Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) und Patricia Merz (See-Club Zug) besetzt. Die beiden Athletinnen bestritten den Weltcup in Aiguebelette und wurden an der U23-Weltmeisterschaft in Varese Vierte. Das Podest wurde um einen Hauch verpasst. Das Duo, das zusammen die dritte Saison bestreitet, schaffte dieses Jahr erstmals den Schritt vom Nachwuchs in die Elitekategorie und bestreitet wie Jeannine Gmelin erstmals eine Elite-Weltmeisterschaft.

Die Rennen finden auf der „Bosbaan“ im Amsterdamer Wald statt. Die künstlich angelegte Strecke ist im Rudersport eine Traditionsstrecke, die schon Schauplatz für viele grosse Regatten (Europa- und Weltmeisterschaften, Weltcups und den alljährlichen Holland Beker) war. Nebst dem lieblichen Ambiente der Strecke, dem Potenzial für schnelle Rennzeiten, ist sie aber auch für ihre Windanfälligkeit bekannt. 

Amsterdam, 23. August 2014/cs.