WM Amsterdam: Drei Schweizer Boote stehen in den WM-Finals

  WM Amsterdam: 3 Schweizer Boote ziehen in die A-Finals ein

Michael Schmid im Skiff Leichtgewichte und der Zweier ohne Steuermann Simon Niepmann/Lucas Tramèr haben heute am Halbfinaltag der Ruder-WM in Amsterdam ihre jeweiligen Läufe gewonnen und stehen in den Finalrennen von morgen Freitagnachmittag. Ebenfalls im Finale steht der Männer-Doppelvierer, der sich mit einem grandiosen Rennen den Finalplatz gesichert hat. Die Finalqualifikation nicht geschafft haben im leichten Doppelzweier Mario Gyr und Simon Schürch. Den WM-Zweiten des Vorjahres fehlten 0.95 Sekunden für in den Final.

Gute Ruderbedingungen heute auf der Bosbaan in Amsterdam. Aus Schweizer Sicht war heute ein Grossaufgebot im Einsatz, bestritten doch sechs der sieben Schweizer Boote heute wichtige Rennen. Gleich drei Schweizer Boote schafften den Einzug in die A-Finals der beiden kommenden Tage, womit aus Schweizer Sicht nach den Halbfinals eine sehr positive Zwischenbilanz gezogen werden kann.

>> Bildergalerie WM Amsterdam (Bilder: D. Seyb, Swiss Rowing)

Niepmann/Tramèr in deutlicher Manier mit Halbfinalsieg im A-Final
Lucas Tramèr (CA Vésenaz/Basler RC) und Simon Niepmann (SC Zürich/Basler RC) bestritten heute ihren Halbfinal im Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte gegen die Boote aus Bulgarien, Irland, Frankreich, Niederlande und Australien. Nach einem Fehlstart der Franzosen brauchte es heute einen zweiten Start. Dieser gelang und die sechs Boote nahmen die 2000 Meter lange Strecke in Angriff. Die Franzosenführten das Rennen auf der ersten Streckenhälfte mit einem halben Luftkasten Vorsprung an. Dahinter hielten sich Tramèr/Niepmann an zweiter Position und fanden ihren guten Rhythmus. Auf der zweiten Streckenhälfte erfolgte der Führungswechsel und das Schweizer Boot schob sich auf den dritten 500 Metern konsequent an die Spitze. Die Führung wurde auf eine Bootslänge ausgebaut und bis ins Ziel verteidigt. Auf den weiteren finalberechtigten Plätzen folgten Frankreich und Australien, währenddessen Bulgarien, Lokalmatador Holland und Vorlaufsieger Irland in den B-Final verwiesen wurden. Der andere Halbfinal wurde von Grossbritannien gewonnen. Italien und Tschechien werden den Final von morgen Freitag komplettieren.

Michael Schmid ebenfalls mit Halbfinalsieg
Leichtgewichts-Skiffier Michael Schmid (SC Luzern) hat heute auch sein drittes Rennen dieser Weltmeisterschaft gewonnen und den Halbfinal gegen die Ruderer aus Slowakei, Grossbritannien, Deutschland, Portugal und Japan gewonnen. Schmid startete gut und übernahm bei Streckenhälfte die Führung vor dem überraschend gut auftretenden Slowaken. Das Rennen blieb indes eng umkämpft. Schmid hatte eine knappe Führung von fast einer Bootslänge herausgerudert. Auch wenn die Konkurrenten am Schluss wieder zu Schmid aufschlossen, querte Schmid die Ziellinie als Erster, knapp vor dem Deutschen Hartig und dem Portugiesen Fraga. Aus dem anderen Halbfinal steigen Miani (Italien), O’Donovan (Irland) und Ward (Australien) ins Finale auf.

Männer-Doppelvierer mit Hartnäckigkeit in den A-Final
Der Männer-Doppelvierer mit Roman Röösli (SC Sempach), Augustin Maillefer (Lausanne Sports Aviron), David Aregger (RC Schaffhausen) und Nico Stahlberg (RC Kreuzlingen) musste bereits heute wieder zum Halbfinale antreten, nachdem sie gestern den Hoffnungslauf gewonnen hatten. Zwei Drittel der Gegnerschaft hingegen hatten seit dem letzten Sonntag keine Rennen mehr bestritten. Das Schweizer Quartett liess sich von dieser etwas ungleichen Ausgangslage nicht beirren und zeigte heute ein sensationelles Rennen. Die favorisierten Ukrainer starteten sehr schnell ins Rennen und zeigten mit Start-Ziel-Sieg, wer im Männer-Doppelvierer aktuell das zu schlagende Boot ist. Dahinter lag auf der Aussenbahn das Schweizer Boot. Bis zur Streckenhälfte lagen die vier Ruderer, die in dieser Zusammensetzung ihre erste Regatta bestreiten, an zweiter Position. Danach drehten USA, Polen und China mächtig auf und es kam um die zweite Position im Rennen zum Zusammenschluss. Zwischenzeitlich rutschte das Schweizer Boot auf den vierten Rang ab, jedoch mit geringem Rückstand. Mit einer starken Willensleistung setzten die Schweizer früh zum Endspurt an. USA fiel aus der Entscheidung. China sicherte sich den zweiten Platz. Die Schweizer schlossen Schlag für Schlag zum polnischen Boot auf und vermochten denn auch ihren Bug auf den dritten Rang vorzuschieben. Auch auf der Ziellinie lag das Schweizer Boot auf Rang drei hinter den Booten aus der Ukraine und China. Mit dem Finaleinzug gelingt dem Doppelvierer eine starke Willensleistung. Aus dem anderen Halbfinal steigen Grossbritannien, Deutschland und Estland ins Finale auf.

Schürch/Gyr schaffen den Finaleinzug im leichten Doppelzweier nicht
Im leichten Doppelzweier kam es in den Halbfinals zu den erwartet eng umkämpften Entscheidungen. Beide Läufe sahen einen knappen Zieleinlauf. Im ersten Halbfinal trafen Simon Schürch (SC Sursee) und Mario Gyr (SC Luzern) auf USA, Norwegen, Frankreich, Südafrika und Tschechien. Bereits zu Beginn des Rennens setzten sich Norwegen und Frankreich an die Spitze und vermochten eine Bootslänge Vorsprung herauszurudern. Das Schweizer Boot folgte an dritter Stelle. Als es in den Endspurt ging, legte das Schweizer Boot nicht gleichermassen an Geschwindigkeit zu, wie dies den Booten aus Südafrika und USA gelang. Im Ziel blieb dem Mario Gyr und Simon Schürch der fünfte Rang. Damit verpassen sie den Finaleinzug um 0.95 Sekunden. „Wir haben technisch nicht gut genug gerudert im heutigen Rennen. Das Rennen war auf den ersten 250 Metern und den letzten 250 Metern verkrampft“, meinte ein enttäuschter Mario Gyr nach dem Rennen.

Frauen-Boote im C-Final
Am Donnerstagvormittag mussten die beiden Schweizer Boote in ihren Halbfinals um das C-, resp. D-Final antreten. Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) und Patricia Merz (Seeclub Zug) landeten einen schönen Start-Ziel-Sieg und konnten dieses Halbfinale vor Griechenland, Weissrussland und Japan gewinnen. Deutschland war zu diesem Rennen wegen Erkrankung nicht mehr angetreten. Sie rudern morgen Freitag im C-Final um die Ränge 13-18. Mit einem zweiten Rang im Frauen-Einer qualifizierte sich auch Jeannine Gmelin (Ruderclub Uster) dank einer cleveren Einteilung des Rennens für das C-Finale. Sie wird ihren letzten Einsatz an dieser WM am Samstag bestreiten.

Resultate von Rennen mit Schweizer Beteiligung.
Rudern: Weltmeisterschaften in Amsterdam (Niederlande) – 28. August 2014

Skiff Männer Leichtgewichte (2. Halbfinal): 1. Michael Schmid (Sz) 7:03,05. 2. Hartig (De) 7:03,18. 3. Fraga (Por) 7:03,81. 4. Babac (Slk) 7:04,13. 5. Lee-Green (Gb) 7:13,21. 6. Nakano (Jap) 7:28,02.
1. Halbfinal: 1. Miani (I) 7:02,00. 2. O’Donovan (Irl) 7:03,59. 3. Ward (Aus) 7:04,10. 4. Zhao (China) 7:04,99. 5. Jensen (Dä) 7:08,21. 6. Matyasovski (Un) 7:15,08. Schmid damit im A-Final vom Freitagnachmittag.

Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte (1. Halbfinal): 1. Lucas Tramèr/Simon Niepmann (Sz) 6:38,67. 2. Mouterde/Baroukh (Fr) 6:41,22. 3. Foot/Purcell (Aus) 6:42,39. 4. Karaivanov (Bul) 6:44,00. 5. Weerkamp/de Graaf (Ho) 6:45,00. 6. O’Donovan/Kenny (Irl) 6:46,40. Niepmann/Tramèr damit im A-Final vom Freitagnachmittag.
2. Halbfinal: 1. Scrimgeour/Clegg (Gb) 6:41,26. 2. Tedesco/di Seyssel (I) 6:43,95. 3. Kopac/Vrastil (Tsch) 6:44,26. 4. Hou/Zhang (China) 6:44,36. 5. Sigl/Lemp (Ö) 6:55,49. 6. Oyarzun Zbinden/Guerrero Diaz (Chile) 6:55,96.

Doppelzweier Männer Leichtgewichte (1. Halbfinal): 1. Azou/Delayre (Fr) 6.19,59. 2. Brun/Strandli (No) 6:20,66. 3. Thompson/Smith (Südafr) 6:22,60. 4. Konieczny/Meyer (USA) 6:22,95. 5. Simon Schürch/Mario Gyr (Sz) 6:23,55. 6. Vetesnik/Vetesnik (Tsch) 6:39,73. Schürch/Gyr damit im B-Final (Ränge 7-12) vom Samstag.
2. Halbfinal: 1. Micheletti/Ruta (I) 6:21,95. 2. Moos/Osborne (De) 6:22,07. 3. Muda/Muda (Ho) 6:23,30. 4. Stephansen/Nielsen (Dä) 6:23,67. 5. Fletcher/Kirkwood (Gb) 6:30,48. 6. Sieber/Sieber (Ö) 6:47,02.

Doppelvierer Männer (2. Halbfinal): 1. Ukraine 5:47,85. 2. China 5:49,62. 3. Schweiz (Nico Stahlberg, David Aregger, Augustin Maillefer, Roman Röösli) 5:50,11. 4. Polen 5:50,43. 5. USA 5:53,25. 6. Neuseeland 5:54,06. Schweiz damit im A-Final vom Samstag.
1. Halbfinal: 1. Grossbritannien 5:46,04. 2. Deutschland 5:46,94. 3. Estland 5:48,59. 4. Frankreich 5:49,43. 5. Russland 5:50,84. 6. Kanada 5:53,89.

Skiff Frauen (1. C/D-Halbfinal): 1. Beenken (De) 7:57,45. 2. Jeannine Gmelin (Sz) 7:59,19. 3. Best (Arg) 8:01,57. 4. Gulbe (Lett) 8:03,09. 5. Gyimes (Un) 8:13,83. 6. Gjörtz (No) 8:17,99. Gmelin damit im C-Final (Ränge 13-18).

Doppelzweier Frauen Leichtgewichte (1. C/D-Halbfinal): 1. Frédérique Rol/Patricia Merz (Sz) 7:23,38. 2. Tsiavou/Pergouli (Griech) 7:26,07. 3. Kryvaheyenka/Lisaskova (WRuss) 7:28,36. 4. Wakai/Suehiro (Jap) 7:33,28. Deutschland wegen Krankheit nicht am Start. Rol/Merz damit im C-Final (Ränge 13-18)

Amsterdam, 28. August 2014/cs.