WELTMEISTERTITEL & WELTBESTZEIT FÜR SIMON NIEPMANN UND LUCAS TRAMÈR UND BRONZE IM LEICHTEN EINER FÜR MICHAEL SCHMID

  WELTMEISTERTITEL & WELTBESTZEIT FÜR SIMON NIEPMANN UND LUCAS TRAMÈR UND BRONZE IM LEICHTEN EINER FÜR MICHAEL SCHMID

Tolle Schweizer Leistungen heute Freitag an der Ruder-WM auf der Bosbaan in Amsterdam. Lucas Tramèr und Simon Niepmann haben ihren Weltmeistertitel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt und wie schon vor Jahresfrist die Goldmedaille gewonnen. Im Finalrennen der Leichtgewichts-Zweier stellten sie zugleich auch eine neue Weltbestzeit auf. Michael Schmid gewann im Skiff Leichtgewichte mit der Bronzemedaille seine erste WM-Medaille überhaupt.

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(Bilder: D. Seyb, Swiss Rowing)

Über die Bosbaan wehte heute ein starker seitlicher Mitwind. Rekordverhältnisse, wenn die besten Mannschaften in den besten Bedingungen rudern konnten. So wurden heute einige Weltbestzeiten erzielt. Aufgrund der Verhältnisse setzte die Rennleitung die Halbfinalsiegerboote auf die Bahnen 1 und 2, um möglichst faire Bedingungen in diesen heute schwierigen Ruderbedingungen zu garantieren.

Niepmann/Tramèr verteidigen ihren Weltmeistertitel mit Weltbestzeit erfolgreich
Lucas Tramèr (CA Vésenaz/Basler RC) und Simon Niepmann (SC Zürich/Basler RC) zeigten heute Nervenstärke. Nachdem die Regatta für das Duo nicht wunschgemäss anlief und der Umweg über den Hoffnungslauf in Kauf genommen werden musste, steigerten sie sich im gestrigen Halbfinale zur gewohnten Stärke. Der Start verlief solide, obwohl das Schweizer Boot bei Streckenmarke 500 Meter lediglich an fünfter Stelle lag, fanden Tramèr/Niepmann den richtigen Rhythmus. Die Gegnerschaft suchte ihr Glück in einem schnellen Start. Kurz vor der Streckenhälfte nahm das Schweizer Boot dann immer mehr Fahrt auf und Schlag für Schlag schoben sich Tramèr/Niepmann an die vor ihnen rudernden Boote heran. Zuerst aufgeschlossen, dann überholt und letztlich eine Länge Vorsprung herausgerudert. Das Schweizer Boot lief wie ein Uhrwerk. In schwierigsten Ruderbedingungen hatte das Duo ihr Boot jederzeit im Griff. Im Ziel waren sie nach 6:22,91 Minuten und damit so schnell wie nie ein Leichtgewichts-Zweier-ohne zuvor. Mit dieser neuen Weltbestzeit eliminierten sie den seit rund 20 Jahren bestehenden Rekord, damals von Maxwell/O’Connor (Irland) in Paris aufgestellt. Die Titelverteidigung ist sehr hoch einzuschätzen, gelang gleiches zuvor doch nur den Leichtgewichts-Skifferinnen Pamela Weisshaupt (2008 und 2009) sowie Pia Vogel (1998 und 1999). Lucas Tramèr und Simon Niepmann zeigten sich nach dem Rennen sehr erleichtert über ihre Titelverteidigung und dass sie die WM-Woche, die so schwierig angefangen hatte, mit der Titelverteidigung abschliessen konnten.

WM-Bronze für Michael Schmid
Michael Schmid (Seeclub Luzern) ging wie Niepmann/Tramèr als Halbfinalsieger in das heutige Finalrennen und zählte damit auch zu den Medaillenanwärtern. Zu Beginn des Rennens war es der Deutsche Hartig, der die Führung übernahm, ehe dann kurz nach Streckenhälfte Europameister Marcello Miani (Italien) seine ganze Klasse auszuspielen begann und die Führung übernahm. Schmid ruderte konstant an dritter Position, kämpfte gegen Gegnerschaft, Wind und Wellen und kam mit einer guten Bootslänge Vorsprung auf die letzten 250 Meter. Schmid holte sich die Bronzemedaille hinter dem neuen Weltmeister Miani und Lars Hartig (Deutschland). Für Michael Schmid ist es die erste WM-Medaille überhaupt. Nach zwei sechsten Rängen in den Vorjahren gelang dem Luzerner der Sprung aufs Podest.

Headcoach Simon Cox zeigte sich nach dem Rennen sehr glücklich und zufrieden über die gewonnenen Medaillen der beiden Boote. „Speziell für Michael Schmid ist es eine starke Leistung, in diesen Verhältnissen seine erste Medaille zu gewinnen“, meinte Simon Cox. Im Skiff-Halbfinal war heute Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron) am Start. Er versuchte sein Glück mit einem schnellen Start, musste dann aber nach 500 Metern einsehen, dass die anderen Boote schneller waren und konzentrierte sich dann in den hohen Wellen auf das Absolvieren des Rennens. Er rudert am Sonntag im B-Finale um die Ränge 7-12. Bereits am Vormittag hatten Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) und Patricia Merz (SC Zug) ihr letztes Rennen der diesjährigen WM absolviert. Im C-Finale erreichte das Duo den vierten Rang (total 16. Platz).

Morgen Samstag bestreiten der Männer-Doppelvierer (Roman Röösli, Augustin Maillefer, David Aregger und Nico Stahlberg) ihr WM-Finale (Startzeit 15:03 Uhr). Der leichte Männer-Doppelzweier (Mario Gyr/Simon Schürch) rudert um 12:55 Uhr das B-Finale und Jeannine Gmelin bestreitet um 11:29 Uhr den C-Final im Frauen-Skiff.

Resultate von Rennen mit Schweizer Beteiligung.
Rudern: Weltmeisterschaften in Amsterdam (Niederlande) – 29. August 2014

Skiff Männer Leichtgewichte (Final A): 1. Miani (I) 6:43,37 (neue Weltbestzeit). 2. Hartig (De) 6:46,73. 3. Michael Schmid (Sz) 6:50,88. 4. O’Donovan (Irl) 6:53,28. 5. Ward (Aus) 6:59,84. 6. Fraga (Por) 7:07,94.

Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte (Final A): 1. Lucas Tramèr/Simon Niepmann (Sz) 6:22,91 (neue Weltbestzeit). 2. Mouterde/Baroukh (Fr) 6:25,02. 3. Scrimgeour/Clegg (Gb) 6:25,48. 4. Kopac/Vrastil (Tsch) 6:32,25. 5. Tedesco/di Seyssel (I) 6:36,68. 6. Foot/Purcell (Aus) 6:48,63.

Skiff Männer (1. Halbfinal): 1. Synek (Tsch) 6:41,58. 2. Griskonis (Lit) 6:43,64. 3. Aleksandrov (Aserb) 6:45,59. 4. Shcharbachenia (WRuss) 6:49,39. 5. Braas (Ho) 6:55,58. 6. Barnabé Delarze (Sz) 7:03,31. Delarze damit im B-Finale (Ränge 7-12).
2. Halbfinal: 1. Hacker (De) 6:39,06. 2. Drysdale (Neus) 6:44,42. 3. Fournier Rodriguez (Kub) 6:48,52. 4. Bahain (Ka) 6:53,22. 5. Obreno (Bel) 7:05,52. 6. Cardaioli (I) 7:09,57.

Doppelzweier Leichtgewichte Frauen (C-Final, Ränge 13-18): 1. Stepochkina/Arkadova (Russ) 6:58,21. 2. Lambe/Walsh (Irl) 7:00,11. 3. Olsen/Homegaard (Dä) 7:03,49. 4. Frédérique Rol/Patricia Merz (Sz) 7:03,51. 5. Kryvasheyenka/Liaskova (WRuss) 7:09,08. 6. Tsiavou/Pergouli (Griech) 7:14,20.

Mehr Informationen zur WM in Amsterdam: www.worldrowing.com

Amsterdam, 29. August 2014/cs.