Studenten-WM in Gravelines (F) vom 12.-14. Sept. 2014

  Zweimal Rang Fünf und ein B-Finalsieg im Achter an der Studenten-WM

Zwei Wochen nach den Weltmeisterschaften in Amsterdam fanden in Gravelines in Frankreichs Norden die FISU-Weltmeisterschaften statt. Vom 12.-14. September starteten über 335 StudentInnen aus 31 Ländern auf einer neuen Regattastrecke, die von einem grossen Erdwall gegen Westwind geschützt wird. Das Wetter war zwar sehr einladend, doch ausgerechnet während der Regatta blies der Wind von Osten, was für Gravelines unüblich ist. Das führte zu ungleichen Voraussetzungen in den Nachmittagsrennen.

Der leichte Männerdoppelzweier qualifiziert sich direkt fürs Halbfinal.
Die Schweiz war mit drei Teams vertreten: Der Frauen Leichtgewichts-Doppelzweier mit Fanny Belais (CA Vésénaz/Cambridge University) und Olivia Wyss (SC Sursee/ETH Zürich) war nach der U23-WM zusammengekommen und startete mit einem dritten Vorlaufrang hinter Polen und Irland und knapp vor Mexiko gut in die Regatta. Dieselbe Kategorie der Männer besetzten Silvan Zehnder (SC Zürich/Universität Konstanz) und Michael Albisser (SC Sempach/Hochschule Luzern), beide Boote wurden von René Albisser (SC Sempach) betreut. Diese Boootsklasse war mit 14 Teams sehr stark besetzt, mit einem souveränen zweiten Rang kamen sie direkt ins Halbfinal vom Samstag.

Als drittes Schweizer Boot trat der Männerachter an, mit vier Athleten des Seeclub Luzern Simon Schmid, Kevin Stadelmann, Tobie Quartenoud, Timon Wermas, Luca Schuler, dem Rapperswiler Matthias Kühni, dem Schaffhauser Markus Kessler, Fabian Thali (Reuss Luzern) und Steuerfrau Severine Stuber des Basler Ruderclubs, gecoacht von Diethelm Maxrath (SC Luzern). Der Achter hatte den Sommer gut genutzt, sich fürs internationale Rennen in der Königsklasse vorzubereiten, für alle ausser Markus Kessler war es der erste Einsatz auf diesem Niveau. Nach einem Startabbruch starteten sie beim zweiten Mal etwas verhalten und verloren schnell den Anschluss an die Spitze, an der Grossbritannien und die Niederlande die zwei Plätze für die Direktqualifikation ins A-Finale belegten. Die Schweizer konnten sich deutlich von den Russen absetzen und Rang drei verbuchen.

Sehr knappe Hoffnungsläufe
Im Hoffnungslauf brauchten Olivia Wyss und Fanny Belais einen Rang unter den ersten zwei fürs A-Finale. Schnell setzten sie sich mit Mexiko und den Niederlande von Südafrika und Ungarn ab. Zwischen den drei Führenden wechselten sich die Positionen aber mehrmals in allen Variationen. Das Schweizer Boot fand auf den zweiten Fünfhundert Metern einen guten Rhythmus, steigerte sich technisch zum Vorlauf und setzte sich knapp an die Spitze. Auf den letzten Fünfhundert Metern zogen die Mexikanerinnen einen starken Endspurt an, schoben sich vom dritten Rang nach vor und schliesslich um zwei Zehntelsekunden vor die Schweiz, die mit einer Marge von einer Sekunde die Niederlande ins B-Final schickte. Auch der Männerachter brauchte einen zweiten Rang fürs grosser Finale. Die starteten diesmal gut ins Rennen, die Polen und Russen schoben sich nach der Startphase los und liessen im hartnäckigen Seitenwind die Schweizer nicht mehr ans A-Final herankommen. Selbstkritisch räumte das junge Team danach ein, zwar gut gerudert, aber die eigenen Möglichkeiten womöglich noch nicht vollständig ausgeschöpft zu haben.

Im Halbfinale des leichten Männer Doppelzweiers wurden die Bahnen bereits umverteilt, da der Seitenwind die westlichen Bahnen benachteiligte. Frankreich, Ungarn und die Schweiz konnten sich in dieser Reihenfolge rasch auf die ersten drei Positionen legen mit einer Länge Vorsprung der Schweiz auf Italien, was sie bis ins Ziel hielten. Es reichte im Endspurt nicht mehr, die Ungarn mit dem mehrfachen WM-Medaillengewinner Peter Galambos einzuholen und so für den Sonntag eine bessere Bahn zugeteilt zu bekommen.

Achter frech und tapfer, Doppelzweier mit Bahnnachteil
Nach dem bitteren knappen Hoffnungslauf nahm sich der Achter viel fürs B-Final gegen Ungarn und Norwegen vor, was sie mit einem schnellen Start unter Beweis stellten: Auf den ersten Fünfhundert Metern legten sie sich eine Länge vor die Ungarn. Diese gaben aber nicht auf und liessen die Schweizer nicht ziehen, schöpften Mut und schlossen zu den Eidgenossen auf. Doch der Schweizer Achter zeigte nun, was sie sich vorgenommen hatten und kämpfte bis zur Ziellinie gegen den Ansturm der Magyaren – mit einem Vorsprung von 0,38 Sekunden knapp, aber erfolgreich.

Die beiden leichten Doppelzweier ereilte am Nachmittag dasselbe Los: Auf der benachteiligten Bahn 1 zeigten sie zwar ihre beste Rennen, wurden aber in der Streckenhälfte aus dem Rennen um die Medaillen weggeblasen und belegten die Ränge 5. Nur ein Boot aller Finale schaffte es, von Bahn 1 oder 2 aus eine Medaillen zu gewinnen. Mit Rängen im vorderen Mittelfeld und Rang 7 im Achter fuhr die Schweiz diesmal ohne Edelmetall heim, zur Vorbereitung aufs nächste internationale Ziel, die Universiade in Gwangju (Südkorea) 2015.

>> Alle Resultate Studenten-WM Gravelines 2014

16.09.2014/Camille Codoni