Weltcup Bled: Gold für den leichten Vierer-ohne und Bronze für Markus Kessler

  Weltcup-Sieg für den Vierer-ohne Leichtgewichte und Bronze für Markus Kessler in Bled

Sechs Schweizer Boote schafften den Einzug in die A-Finals der Weltcup-Regatta in Bled. Dem Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte mit Simon Niepmann, Lucas Tramèr, Mario Gyr und Simon Schürch gelang dabei eine Premiere. Sie siegten gegen starke chinesische Konkurrenz und holten ihre erste Weltcupmedaille überhaupt. Mit dem Gewinn der Goldmedaille setzte das Quartett ein starkes Zeichen und tankte für den weiteren Saisonverlauf viel Selbstvertrauen. Positiv überraschend gewann zudem Markus Kessler im Männer-Skiff die Bronzemedaille nachdem er schon seit Wochen starke Rennen im Männer-Einer zeigt. Der Männer-Doppelvierer verpasste das Podest um winzige 0.06 Sekunden, zeigte aber ebenfalls, dass mit ihm in dieser Saison zu rechnen ist. Dem Schweizer Ruderteam gelang somit der internationale Saisonstart nach Mass.

>> Bilder Finaltag WC Bled 2015 (Bilder: D. Seyb, Swiss Rowing)

>> Bilder Weltcup-Regatta Bled 2015 (Bilder: D. Seyb, Swiss Rowing)

>> Race Videos der Finalrennen Weltcup-Regatta Bled

>> Resultate Weltcup-Regatta Bled (9./10. Mai 2015)

Der See von Bled bot für die Finalrennen der ersten Ruder-Weltcupregatta der Saison beste Verhältnisse. Ein leichter Schiebewind und sonnige Verhältnisse begleiteten die Boote auf der 2000 Meter langen Rennstrecke.

Erster Weltcupsieg für den Leichtgewichts-Vierer Niepmann, Tramèr, Gyr und Schürch
Der Vierer-ohne Steuermann mit Simon Niepmann (Seeclub Zürich/Basler Ruderclub), Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz/Basler Ruderclub), Mario Gyr (Seeclub Luzern) und Simon Schürch (Seeclub Sursee) gewann in den letzten Tagen die Gewissheit, dass der Vierer läuft. Obwohl die beiden letzten Monate alles andere als ideal verliefen, spielte das Quartett seine Routine aus. Eine Operation von Mario Gyr führte zu einem mehrwöchigen Ausfall und der Vierer entwickelte sich mit Ersatzmann weiter. Dies war auch notwendig, denn in Bled gab es dieses Wochenende ein erstes Kräftemessen gegen internationale Spitzenklasse. Gegen die beiden Weltklasse-Vierer aus China erwuchs dem Schweizer Boot auch harte Konkurrenz. Das Rennen verlief eng, doch der Schweizer Vierer lag meist in Führung oder in Tuchfühlung zu den führenden Chinesen. Mario Gyr zeigte sich nach dem Rennen sehr glücklich: „Vor sieben Wochen hätte ich nie gedacht, dass ich hier in Bled überhaupt an den Start gehen kann.“ Er dankte seinen drei Teamkollegen für die Unterstützung in diesen letzten Wochen. „Wir haben nicht unser gewolltes Rennen zeigen können“, meinte Lucas Tramèr, der seine erste Weltcup-Medaille trotzdem geniessen konnte. Bei 1500 Metern lief der Schweizer Vierer dann aber sehr gut und es schien, als könnte sich das Schweizer Quartett absetzen. Doch die beiden chinesischen Vierer duellierten sich aufs Ganze und schlossen beinahe wieder zum Schweizer Boot auf. Im Ziel blieb die Schweizer Bugspitze in Front, dicht gefolgt von den beiden chinesischen Vierern. Mit diesem Weltcupsieg ergattern sich die vier Ruderer ihre ersten Weltcup-Medaillen überhaupt und meldeten sich nach zwei Jahren Abstinenz in dieser Bootsklasse eindrücklich zurück.

Bronzemedaille für Markus Kessler im Männer-Einer
Eine schöne Geschichte schrieb heute Skiffier Markus Kessler (Ruderclub Schaffhausen). Er zeigte schon in der ganzen Saison sehr gute Skiffrennen und verbesserte sich kontinuierlich. Hinter dem kubanischen Ausnahmeskuller Angel Fournier und dem ehemaligen Doppelvierer Weltmeister Damir Martin (Kroatien) zeigte Markus Kessler ein erneut ausgezeichnetes Rennen und sicherte sich den dritten Platz im Männer-Einer. So kam der ehemalige Junioren-Weltmeister etwas überraschend zu seiner ersten Weltcup-Medaille und konnte die Siegerehrung in vollen Zügen geniessen. Kessler musste vorerst den starken Ägypter Hassanein überholen, um sich in Tuchfühlung zu den Medaillen zu bringen. Im Schlussspurt galt es den stark aufkommenden Slowenen Fistravec auf Distanz zu halten. H

Männer-Doppelvierer auf der Ziellinie noch vom Podest gestossen
Der Männer-Doppelvierer in der Besetzung mit Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron), Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen), Augustin Maillefer (Lausanne Sports Aviron) und Roman Röösli (Seeclub Sempach) war nach dem gestrigen Vorlauf mit seiner Leistung nicht zufrieden und trat heute im Finalrennen der Doppelvierer stark verbessert auf. Vom Start weg setzte sich das Schweizer Boot hinter Vorlaufsieger Deutschland an die zweite Position, dicht gefolgt von Frankreich, China und Polen. Der Schweizer Doppelvierer hielt den Kontakt zum deutschen Boot das ganze Rennen hindurch und ruderte mit satten Schlägen dem Ziel entgegen. Rund 400 Meter vor dem Ziel waren es dann die Chinesen und die Franzosen, welche zum Schweizer Boot aufschlossen. Die Schweizer hielten dagegen und so kam es zum Sprint auf die Ziellinie hinzu. Deutschland holte sich den Sieg mit einer Bootslänge Vorsprung auf China, Frankreich und die Schweiz, welche praktisch zusammen die Ziellinie querten. Frankreich vermochte mit dem letzten Ruderschlag noch einen minimalen Vorsprung von 0.06 Sekunden herauszurudern. Dem Schweizer Doppelvierer gelang mit dem heutigen Finalrennen eine gute Leistungssteigerung und hat gezeigt, dass er im dichten Feld der Doppelvierer sehr gut dabei ist.

Sechste Ränge für die Leichtgewichts-Doppelzweier
Der leichte Männer-Doppelzweier mit Daniel Wiederkehr (Ruderclub Baden) und Michael Schmid (Seeclub Luzern) qualifizierte sich gestern im Halbfinal in extremis für das heutige Finale. Für beide Athleten war es heute das erste olympische Weltcup-Finale. Wie schon in den Vorrennen kam das Schweizer Boot etwas langsamer vom Start weg als die Konkurrenz, drehte dafür auf der zweiten Streckenhälfte kräftig auf und lieferte sehr schnelle Abschnittszeiten. Entsprechen näher kam das Schweizer Boot dann wieder ran und ruderte sich in eine Position, in welcher sie sich nochmals um die Medaillen mitsprinten konnten. Auf der Ziellinie siegte Holland mit einer Bootslänge vor Portugal. Dahinter bewarben sich noch alle vier Boote um die Bronzemedaille. Weniger als eine Sekunde separierte die vier Boote. Polen holte Bronze und das Schweizer Boot lief auf dem sechsten Platz im Ziel ein. Die Aufholjagd, um den Rückstand von der ersten Streckenhälfte wieder auszugleichen, kostete wohl etwas viel Energie, um am Schluss noch ganz nach vorne zu rudern. Mit dem sechsten Rang und einem Rückstand von vier Sekunden zeigten Wiederkehr/Schmid jedoch eine gute Leistungssteigerung im Verlauf dieser ersten Weltcup-Regatta.

Ebenfalls ein sechster Rang resultierte für Patricia Merz (Seeclub Zug) und Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) im Finale der Leichtgewichts-Doppelzweier. Die beiden Ruderinnen lieferten sich einen Zweikampf mit dem österreichischen Boot um Rang fünf. An der Spitze waren es die Boote aus China, Polen und Holland, welche die Spitzenplätze einnahmen und auch in dieser Reihenfolge das Ziel erreichten. Das Schweizer Boot startete auf dem fünften Rang knapp vor Oesterreich zum Schlusssprint, doch das österreichische Boot vermochte mehr Geschwindigkeit zu entfachen und verdrängte das Schweizer Boot noch auf den sechsten Rang.

Der nächste Saisonhöhepunkt wird die Europameisterschaft in Poznan (Polen) sein, welche vom 29.-31. Mai 2015 stattfinden wird. Danach wird die Weltcup-Serie mit den Regatten in Varese (19.-21. Juni 2015) und Luzern (10.-12. Juli 2015) fortgesetzt. Saisonhöhepunkt wird dann die Ruder-WM in Aiguebelette (Frankreich) sein, welche vom 30. August bis 6. September 2015 stattfindet. Ebendiese WM wird auch für die Olympiaqualifikation von grosser Bedeutung sein.

Resultate.
Rudern: Weltcup-Regatta Bled (Slowenien) – Resultate vom Sonntag, 10. Mai 2015. Rennen mit Schweizer Beteiligung.

Vierer ohne Steuermann Männer Leichtgewichte (Final A): 1. Schweiz (Simon Schürch, Mario Gyr, Lucas Tramèr, Simon Niepmann) 5:54,00. 2. China (2) 5:54,29. 3. China (1) 5:54,94. 4. Deutschland 6:01,12. 5. Niederlande 6:06,84. 6. Spanien 6:06,85.

Skiff Männer (Final A): 1. Fournier Rodriguez (Kub) 6:49,74. 2. Martin (Kro) 6:50,99. 3. Markus Kessler (Sz) 7:03,74. 4. Fistravec (Slo) 7:07,46. 5. Hassanein (Ägy) 7:10,36. 6. Ma (China) 7:15,18.

Doppelvierer Männer (Final A): 1. Deutschland 5:44,64. 2. China 5:47,05. 3. Frankreich 5:47,61. 4. Schweiz (Barnabé Delarze, Nico Stahlberg, Augustin Maillefer, Roman Röösli) 5:47,67. 5. Polen 5:50,97. 6. Tschechien 5:58,87.

Skiff Leichtgewichte Männer (Final A): 1. Babac (Slk) 6:59,40. 2. Hrvat (Slo) 7:01,27. 3. Vasilev (Bul) 7:03,64. 4. Zhu (China) 7:04,02. 5. Silvan Zehnder (Sz) 7:12,05. 6. Cabla (Tsch) 7:18,18.

Doppelzweier Männer Leichtgewichte (Final A): 1. Muda/Muda (Ho) 6:26,04. 2. Concalves/Fraga (Por) 6:28,05. 3. Mikolajczewski/Jankowski (Pol) 6:29,18. 4. Sieber/Sieber (Ö) 6:29,20. 5. Vetesnik/Vetesnik (Tsch) 6:29,31. 6. Schmid/Wiederkehr (Sz) 6:30,04.

Doppelzweier Frauen Leichtgewichte (Final A): 1. Chen/Pan (China) 7:00,93. 2. Mikolajczak/Deresz (Pol) 7:03,44. 3. Woerner/Head (Ho) 7:03,83. 4. Huang/Pan (China) 7:08,23. 5. Lambing/Pless (Ö) 7:08,93. 6. Patricia Merz/Frédérique Rol (Sz) 7:09,89.

Skiff Frauen (Final B, Ränge 7-12): 1. Jeannine Gmelin (Sz) 7:37,72. 2. Farthofer (Ö) 7:49,91. 3. Peleman (Bel) 7:54, 4. Boncheva (Bul) 8:04,75. 5. Josic (Serb) 8:12,43. 6. Abujbara (Qat) 8:26,80.

Mehr Informationen zur World Rowing Cup Regatta in Bled: www.worldrowing.com

Bled, 10. Mai 2015/cs.