EM Poznan: Vorlaufsiege für Jeannine Gmelin und den leichten Vierer

  EM Poznan: Vorlaufsiege für Jeannine Gmelin und den leichten Vierer

Die Schweizer Boote erwischten mehrheitlich einen guten Start in die EM-Regatta. So konnten in der Vorlaufrunde der EM in Poznan zwei Siege verzeichnet werden. Jeannine Gmelin gewann ihr Rennen im Frauen-Einer und steht damit etwas überraschend bereits im Finale vom Sonntag. Der Leichtgewichts-Vierer siegte vor den dicht folgenden Franzosen und erwischte damit einen guten Auftakt in die Regatta. Dank dieses Sieges steht der leichte Vierer im Halbfinal. Ebenfalls direkt in das Halbfinale stiessen Frédérique Rol und Patricia Merz im leichten Frauen-Doppelzweier dank einem dritten Vorlaufrang.

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Bei leichtem seitlichem Mitwind fanden an der EM in Poznan die ersten Rennen der diesjährigen Kontinentalmeisterschaft statt. Bereits in den Vorläufen gab es knappe Rennentscheidungen. Von den sechs gestarteten Schweizer Booten erreichten deren drei direkt die nächste Runde. Drei weitere Boote nehmen den Weg über die Hoffnungsläufe.

Jeannine Gmelin hat auf der zweiten Streckenhälfte zugeschlagen
Hätte man von Jeannine Gmelin (Ruderclub Uster) an der EM einen Vorlaufsieg erwartet, wäre das angesichts den bekannten Gegnerinnen eine ganz hohe Erwartungshaltung gewesen. Jeannine Gmelin startete gut in ihr Rennen und nahm vorerst hinter der schnell gestarteten Deutschen Richter und der Irin Puspure den dritten Platz ein. Mit der Britin Houghton, der Polin Michalska und der Litauerin Saltyte vermochte Jeannine Gmelin einige bekannte Ruderinnen bereits zu distanzieren. Mit den jeweils schnellsten Abschnittszeiten auf dem zweiten, dritten und letzten Streckenviertel holte Jeannine Gmelin eine Ruderin nach der anderen ein und übernahm die Spitze. „Ich konnte meinen Rennplan ideal umsetzen und liess mich durch den Rückstand am Start nicht aus der Ruhe bringen“, zeigte sich Jeannine Gmelin über ihr Tageswerk sehr zufrieden. Dank dieses Sieges steht Gmelin bereits im A-Final vom Sonntagnachmittag. Nicht überrascht über die gute Leistung Gmelins zeigte sich SRV-Trainer Tim Dolphin. Jeannine habe in den letzten Wochen kontinuierlich Fortschritte erzielt und insofern sei ihre Leistung das Resultat harter Arbeit und nicht als Überraschung zu werten.

Der Leichtgewichts-Vierer überzeugt mit einem Vorlaufsieg
Der Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte mit Simon Niepmann (Seeclub Zürich/Basler Ruderclub), Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz/Basler Ruderclub), Mario Gyr (Seeclub Luzern) und Simon Schürch (Seeclub Sursee) konnte den heutigen Vorlauf gewinnen. Mit dem Boot aus Frankreich (WM-Vierte 2014) lieferte sich der Schweizer Vierer über die gesamten 2000 Meter ein knappes Rennen. Nie lagen die Boote mehr als eine Viertel Bootslänge auseinander. Während die Franzosen auf dem ersten Streckenviertel einen Tick schneller waren, war der Schweizer Vierer im Mittelteil der Strecke schneller. Dank eines etwas schnelleren Endspurtes schloss der französische Vierer am Schluss dann nochmals etwas zu Niepmann/Tramèr/Gyr/Schürch auf. Der Schweizer Vierer war 0.16 Sekunden schneller auf der Ziellinie angelangt und qualifiziert sich somit dank dieses Vorlaufsieges direkt für das morgige Halbfinale. „Wir haben einen guten, aber keinen brillanten Auftakt in die EM-Regatta gehabt“, meinte Schlagmann Simon Niepmann im Nachgang zum Rennen. Den ersten Vorlauf gewann Grossbritannien, während sich im zweiten Vorlauf überraschend Spanien gegen Dänemark durchsetzte.

Merz/Rol im leichten Doppelzweier direkt im Halbfinal
Patricia Merz (Seeclub Zug)/Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) bekamen es heute mit Dänemark, Griechenland und Deutschland im Vorlauf zu tun. Drei dieser vier Boote erreichten direkt die Halbfinals. Mit dem dritten Rang gelang dies Merz/Rol nach aufreibendem Bord-an-Bord-Rennen mit den Booten aus Dänemark und Griechenland. Während Deutschland früh und unwiderstehlich die Führung übernahm, schenkten sich die drei Verfolgerboote nichts, was zu einem äusserst attraktiven Rennen führte. Dauernde Positionswechsel prägten das Rennen. So zeigte sich mit zunehmender Renndauer, dass der Endspurt entscheiden musste. In diesem setzte sich Dänemark vor dem Schweizer Boot und Griechenland durch. Die Halbfinaltickets gingen an Deutschland, Dänemark und Merz/Rol. Griechenland wurde in den Hoffnungslauf verwiesen.

Knappe Entscheidungen im Männer-Doppelvierer
Roman Röösli (Seeclub Sempach), Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron), Augustin Maillefer (Lausanne Sports Aviron) und Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen) reihten sich im heutigen Vorlauf gegen Frankreich, Tschechien, Litauen, Weltmeister Ukraine und Russland auf. Da sich nur der Sieger direkt für den Final qualifizierte war mit einem schnellen Rennen zu rechnen. Für das höchste Tempo sorgten auf der Aussenbahn die Russen. Sie liessen Weltmeister Ukraine keine Chance um den Vorlaufsieg und holten sich das Finalticket mit einer sehr schnellen Zeit. Dahinter war das Rennen sehr eng. Ukraine hielt Position zwei mit einer knappen Bootslänge vor den gleichauf liegenden Booten aus Frankreich, Litauen und der Schweiz. Einzig Tschechien vermochte nicht mitzuhalten. Das Schweizer Boot lag meist auf Rang vier. Dieses Rennen bewies erneut, wie knapp die Rennausgänge in dieser Saison im Doppelvierer zu erwarten sind. Mit weniger als einer Bootslänge Rückstand auf Weltmeister Ukraine war der Schweizer Doppelvierer zwar noch nie so nahe am Weltmeisterboot dran, im Ziel resultierte jedoch Rang vier. Damit bestreitet der Schweizer Doppelvierer morgen Samstag gegen Grossbritannien (Zweiter im anderen Vorlauf), Litauen und Norwegen einen Hoffnungslauf, in welchem zwei weitere Finaltickets zu erreichen sind.

Markus Kessler und leichter Doppelzweier via Hoffnungslauf
Ebenfalls den Weg über die Hoffnungsläufe nehmen Markus Kessler (Ruderclub Schaffhausen) im Einer Männer sowie der Leichtgewichts-Doppelzweier mit Daniel Wiederkehr (Ruderclub Baden) und Silvan Zehnder (Seeclub Zürich). Kessler erwischte heute im Vorlauf nicht sein bestes Rennen und kam über den vierten Rang nicht hinaus. Ebenfalls auf Position vier liefen Wiederkehr/Zehnder im Vorlauf im Ziel ein. Der Laufsieg holte sich Grossbritannien in überzeugender Manier vor Holland, dem Weltcupsieger von Bled und der Türkei. Im nachmittäglichen Hoffnungslauf ruderten Wiederkehr/Zehnder hinter den Gebrüdern Sieber aus Oesterreich auf Rang zwei, womit sich der leichte Doppelzweier für den Halbfinal von morgen Samstag qualifizierte. Im Hoffnungslauf der Männer-Einer erreichte Markus Kessler Rang vier, womit er den Halbfinal der besten 12 Boote verpasste.

Resultate: Rennen mit Schweizer Beteiligung
Europameisterschaften in Poznan (Polen) vom 29. Mai 2015 (Vorlauftag)

Einer Frauen (1. Vorlauf): 1. Jeannine Gmelin (Sz) 7:38,33. 2. Saltyte (Lit) 7:41,28. 3. Richter (De) 7:45,59. 4. Puspure (Irl) 7:48,79. 5. Hoghton (Gb) 7:53,18. 6. Michalska (Pol) 8:03,51. Jeannine Gmelin damit im A-Final vom Sonntag.

Doppelzweier Frauen Leichtgewichte (2. Vorlauf): 1. Sturm/Draeger (De) 7.01,55. 2. Thomsen/Rasmussen (Dä) 7:05,20. 3. Patricia Merz/Frédérique Rol (Sz) 7:06,27. 4. Tsiavou/Dimakou (Griech) 7:06,93. Merz/Rol damit im Halbfinal vom Samstag.

Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte (3. Vorlauf): 1. Schweiz (Simon Schürch, Mario Gyr, Lucas Tramèr, Simon Niepmann) 6:02,15. 2. Frankreich 6:02,31. 3. Türkei 6:16,66. 4. Polen 6:43,24. Schweiz damit im Halbfinal vom Samstag.

Doppelvierer Männer (1. Vorlauf): 1. Russland 5:44,53. 2. Ukraine 5:47,72. 3. Litauen 5:49,23. 4. Schweiz (Nico Stahlberg, Augustin Maillefer, Barnabé Delarze, Roman Röösli) 5:49,57. 5. Frankreich 5:50,53. 6. Tschechien 5:58,59. Schweiz damit im Hoffnungslauf vom Samstag.

Doppelzweier Männer Leichtgewichte (2. Vorlauf): 1. Chambers/Fletcher (Gb) 6:25,84. 2. Muda/Muda (Ho) 6:30,13. 3. Kandemir/Kusku (Tür) 6:33,96. 4. Daniel Wiederkehr/Silvan Zehnder (Sz) 6:34,29. 5. Stanojevic/Josic (Serb) 6:39,95. 6. Bendtsen/Nielsen (Dä) 6:43,67. Wiederkehr/Zehnder damit im Hoffnungslauf.
2. Hoffnungslauf: 1. Sieber/Sieber (Ö) 6:39,92. 2. Daniel Wiederkehr/Silvan Zehnder (Sz) 6:42,02. 3. O’Donovan/O’Donovan (Irl) 6:43,15. 4. Jankowski/Mikolajcewski (Pol) 6:43,52. 5. Bendtsen/Nielsen (Dä) 6:45,12. 6. Siabro/Fedorenko (Ukr) 6:58,88. Wiederkehr/Zehnder damit im Halbfinal vom Samstag.

Einer Männer (1. Vorlauf): 1.Obreno (Be) 7:02,02. 2. Prundeanu (Rum) 7:04,88. 3. Aleksandrov (Aserb) 7:11,15. 4. Markus Kessler (Sz) 7:15,02. 5. Sljukic (Serb) 7:24,15. Kessler damit im Hoffnungslauf.
1. Hoffnungslauf: 1. Nielsen (Dä) 7:16,62. 2. Braas (Ho) 7:19,09. 3. Hartig (De) 7:19,72. 4. Markus Kessler (Sz) 7:24,76. 5. Konsolas (Griech) 7:29,86. 6. Gumennyi (Ukr) 7:45,40. Markus Kessler damit im C/D-Halbfinal.

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Poznan, 29. Mai 2015/cs.