EM Poznan: Der Vierer-ohne Leichtgewichte steht im A-Final

  EM Poznan: Der Vierer-ohne Leichtgewichte steht im A-Final

Vier Schweizer Boote standen heute am Start zu den Hoffnungsläufen oder Halbfinals der EM in Poznan. Der Leichtgewichts-Vierer mit Simon Niepmann, Lucas Tramèr, Mario Gyr und Simon Schürch qualifizierte sich mit einem dritten Halbfinalrang für den A-Final von morgen Sonntag. Die anderen Schweizer Boote rudern morgen in den B-Finals. Somit stehen zwei Schweizer Boote in den Finals. Nebst dem leichten Vierer-ohne hat sich bereits gestern Jeannine Gmelin im Frauen-Einer für den Final qualifiziert.

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Die Malta-Regattastrecke in Poznan zeigte sich heute von ihrer rauen Seite. Starker Wind führte zu welligen Verhältnissen auf der Regattabahn, womit die Ruderinnen und Ruderer vor allem auch technischer Hinsicht stark gefordert waren.

Finalqualifikation für den leichten Vierer-ohne
Simon Niepmann (Seeclub Zürich/Basler Ruderclub), Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz/Basler Ruderclub), Mario Gyr (Seeclub Luzern) und Simon Schürch (Seeclub Sursee) hatten gestern ihren Vorlauf gewonnen und ruderten heute gegen Tschechien, Türkei, Grossbritannien, Dänemark und Polen im Halbfinale. Grossbritannien erwischte den schnellsten Start, dicht gefolgt von den mit einer Luftkastenlänge folgenden Dänen und Schweizern. Bei Streckenhälfte waren die Positionen dann etwas eindeutiger bezogen. Weltmeister Dänemark führte das Feld an, dahinter Grossbritannien und auf dem dritten Platz der Schweizer Vierer mit einer halben Bootslänge Rückstand. Auf dem dritten Streckenviertel machte Dänemark seine Ambitionen auf den Sieg in diesem Halbfinal dann deutlich und ruderte sich mit der schnellsten Abschnittszeit fast eine Bootslänge Vorsprung heraus. Der Schweizer Vierer ruderte noch immer auf Rang drei, mit sicherem Abstand auf die Verfolgerboote. Gleiches Bild auch im Ziel. Dänemark gewinnt diesen ersten Halbfinal vor Grossbritannien und der Schweiz, die sich allesamt für das A-Finale von morgen Sonntagnachmittag qualifiziert haben. Aus dem anderen Halbfinal qualifizierten sich mit ähnlichen Laufzeiten Frankreich, Spanien und Holland.

Zehnder/Wiederkehr zeigen ein gutes Halbfinale mit Rang vier
Die durch den Ausfall von Michael Schmid notwendig gewordene Einwechslung von Silvan Zehnder (Seeclub Zürich) führte zu einer neuen Ausgangslage. Doch die Kombination mit Daniel Wiederkehr (Ruderclub Baden) und Silvan Zehnder scheint gut zu funktionieren. So zeigte das Duo heute im Halbfinal ein gutes Rennen. Favorisiert waren die Titelverteidiger aus Frankreich, welche den Halbfinal denn auch überlegen gewinnen konnten. Zehnder und Wiederkehr etablierten sich auf der vierten Position und hielten diese während der fast gesamten Renndauer. Die vor ihnen rudernden Holländer und das überraschend gut auftretende Boot aus der Türkei lagen jedoch ausser Reichweite. Dafür hielten Zehnder/Wiederkehr Portugal und Ungarn auf Distanz. Mit dem vierten Halbfinalplatz rudern Silvan Zehnder und Daniel Wiederkehr morgen im B-Final.

Merz/Rol vorerst aussichtsreich, danach geschlagen
Patricia Merz (Seeclub Zug)/Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) hatten heute eine schwierige und herausforderde Aufgabenstellung im Halbfinal erhalten. Griechenland, Holland, Deutschland, Grossbritannien und Ukraine waren die Gegner. Deutschland hat an dieser Regatta bislang durchwegs überzeugt und übernahm sogleich die Führung. Dahinter blieb es aber lange Zeit sehr spannend. Grossbritannien, Holland und Merz/Rol lagen kaum durch mehr als zwei Meter getrennt auseinander. Erst auf dem dritten Streckenabschnitt bekundeten Merz/Rol zunehmend Mühe, das hohe Tempo mitzugehen. Im Ziel resultierte der fünfte Rang mit einem Rückstand von zwei Bootslängen auf den finalberechtigten dritten Platz. Damit rudern Patricia Merz und Frédérique Rol im B-Final der diesjährigen Europameisterschaft.

Herbe Niederlage für den Männer-Doppelvierer
Eine grosse Enttäuschung setzte es heute für den Männer-Doppelvierer in der Besetzung mit Roman Röösli (Seeclub Sempach), Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron), Augustin Maillefer (Lausanne Sports Aviron) und Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen) ab. Im Hoffnungslauf, in welchem sich zwei Boote für das A-Finale qualifizieren konnten, warteten mit Norwegen, Litauen und Grossbritannien starke Gegner. Litauen machte das Rennen vom Start weg schnell und führte das Feld dicht gefolgt von Grossbritannien an. Das Schweizer Boot hatte früh im Rennen eine Bootslänge Rückstand und versuchte die Lücke zu Grossbritannien und Litauen zu schliessen, hatte aber auch noch Norwegen im Schlepptau. 500 Meter vor dem Ziel gelang es dem Schweizer Doppelvierer bis auf eine Luftkastenlänge an die vor ihnen liegenden Litauer und Grossbritannien aufzuschliessen. Diese Aufholjagd kostete aber wohl zu viel Substanz, denn im Endspurt der letzten 250 Meter fiel der Schweizer Doppelvierer auf den vierten Platz zurück. Damit rudert der Doppelvierer morgen gegen Norwegen, Estland, Frankreich und Tschechien im B-Final.

Markus Kessler im C-Final
Skiffier Markus Kessler (Ruderclub Schaffhausen) qualifizierte sich heute für den C-Final im Männer-Einer. Dort rudert heute Nachmittag gegen die Ruderer aus Bulgarien, Russland, Deutschland, Aserbaidschan und Griechenland.

Die Finalrennen finden morgen Sonntag statt. Aus Schweizer Sicht konnten sich zwei Boote für die A-Finals qualifizieren. Es sind dies nebst dem Leichtgewichts-Vierer auch Skifferin Jeannine Gmelin (Ruderclub Uster), welche heute einen Ruhetag genoss, da sie sich dank dem Vorlaufsieg gestern direkt für das A-Final qualifizierte. In den Hoffnungsläufen qualifizierten sich die Ruderinnen aus Litauen, Dänemark, Weissrussland und Irland für den A-Final. Sie treffen dort auf die Vorlaufsiegerinnen Knapkova (Tschechien), ihres Zeichens amtierende Olympiasiegerin und Jeannine Gmelin.

Startzeiten A-Finals mit Schweizer Beteiligung am Sonntag, 31. Mai 2015:
13:33 Uhr: Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte (mit Simon Niepmann, Lucas Tramèr, Mario Gyr und Simon Schürch)
14:18 Uhr: Einer Frauen (mit Jeannine Gmelin)

Resultate: Rennen mit Schweizer Beteiligung
Europameisterschaften in Poznan (Polen) vom 30. Mai 2015 (Halbfinaltag)

Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte (1. Halbfinal): 1. Dänemark 5:55,27. 2. Grossbritannien 5:56,53. 3. Schweiz (Simon Schürch, Mario Gyr, Lucas Tramèr, Simon Niepmann) 5:58,14. 4. Türkei 6:00,34. 5. Tschechien 6:01,64. 6. Polen 6:27,38. Schweiz damit im A-Final vom Sonntag.

Doppelzweier Frauen Leichtgewichte (1. Halbfinal): 1. Sturm/Draeger (De) 6:59,48. 2. Tylor/Copeland (Gb) 6:59,98. 3. Woerner/Head (Ho) 7:02,25. 4. Tsiavou/Dimakou (Griech) 7:04,70. 5. Patricia Merz/Frédérique Rol (Sz) 7:07,37. 6. Martynova/Sobko (Ukr) 7:24,62. Merz/Rol damit im B-Final vom Sonntag.

Doppelzweier Männer Leichtgewichte (2. Halbfinal): 1. Delayre/Azou (Fr) 6:16,55. 2. Muda/Muda (Ho) 6:23,16. 3. Kandemir/Kusku (Tür) 6:24,81. 4. Silvan Zehnder/Daniel Wiederkehr (Sz) 6:28,77. 5. Fraga/Goncalves (Por) 6:35,08. 6. Matyasovszki/Galambos (Ung) 6:36,45. Zehnder/Wiederkehr damit im B-Final vom Sonntag.

Doppelvierer Männer (2. Hoffnungslauf): 1. Grossbritannien 5:41,88. 2. Litauen 5:43,48. 3. Norwegen 5:46,02. 4. Schweiz (Nico Stahlberg, Augustin Maillefer, Barnabé Delarze, Roman Röösli) 5:46,53. Schweiz damit im B-Final vom Sonntag.

Einer Männer (1. C/D-Halbfinal): 1. Aleksandrov (Aserb) 7:11,46. 2. Markus Kessler (Sz) 7:14,22. 3. Konsolas (Griech) 7:24,12. 4. Backeus (Sd) 7:37,26. Kessler damit im C-Final (Ränge 13-18) vom Samstag.

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Poznan, 30. Mai 2015/cs.