GOLD IM LEICHTEN VIERER-OHNE UND SILBER FÜR JEANNINE GMELIN AN DER EM IN POZNAN

  GOLD IM LEICHTEN VIERER-OHNE UND SILBER FÜR JEANNINE GMELIN AN DER EM IN POZNAN

Der leichte Vierer-ohne mit Simon Niepmann, Lucas Tramèr, Mario Gyr und Simon Schürch zeigte heute an der EM in Poznan ein sensationelles Rennen, das mit dem EM-Titel und einer neuen EM-Bestzeit belohnt wurde. Der leichte Vierer-ohne sicherte sich diesen Titel mit einer ganz starken und überzeugenden Fahrt auf der zweiten Streckenhälfte. Für eine ganz grosse Show sorgte Jeannine Gmelin im Frauen-Einer. Sie holte sich mit einer Klasse-Leistung die EM-Silbermedaille. Der Männer-Doppelvierer und der leichte Frauen-Doppelzweier zeigten mit jeweils einem Sieg im B-Finale ihre Stärke.

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Für den Finaltag zeigte sich der Malta-See inmitten der Stadt Poznan nach den stürmischen Verhältnissen gestern Samstag wieder von seiner sanfteren Seite. Bei strahlendem Sonnenschein und leichtem Mitwind herrschten für die heutigen Finalrennen beste Bedingungen.

Der leichte Vierer holt sich den Europameistertitel
Simon Niepmann (Seeclub Zürich/Basler Ruderclub), Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz/Basler Ruderclub), Mario Gyr (Seeclub Luzern) und Simon Schürch (Seeclub Sursee) sorgten heute für eine Sternstunde des Schweizer Rudersportes. In einem Rennen, das durch den schnellen Start der Franzosen geprägt war, ruderten die vier Schweizer auf der Innenbahn ein konsequentes Rennen, in welchem sie auf der zweiten Streckenhälfte ihre ganze Klasse ausspielten. Bei Streckenhälfte an zweiter Position liegend, übernahmen sie dann die Führung und bauten diese konsequent aus. Mit fast einer Bootslänge Vorsprung überquerte der leichte SRV-Vierer die Ziellinie vor Frankreich und Dänemark. Ganz nebenbei stellte das Quartett mit diesem fantastischen Rennen in der Zeit von 5:52,27 eine neue europäische Bestzeit auf. Für Simon Niepmann und Lucas Tramèr ist es die dritte EM-Goldmedaille in Serie. 2013 und 2014 holten sie sich den EM-Titel jeweils im Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte. Für die Mannschaft ist es nach der EM-Bronzemedaille 2010 im portugiesischen Montemor die zweite gemeinsame EM-Medaille.

Jeannine Gmelin stürmt zur EM-Silbermedaille
Jeaninne Gmelin (Ruderclub Uster) hatte sich am Freitag mit einem Vorlaufsieg erstmals für ein A-Finale an einer internationalen Meisterschaft qualifiziert. Und in ebendiesem Finale zeigte die Zürcherin ein erstklassiges Rennen. Sie startete gut ins Rennen, liess sich durch die zu schnell gestartete Dänin nicht aus der Ruhe bringen und ruderte ihren Rennplan konsequent. Auf dem dritten Streckenviertel nutzte Jeannine Gmelin die durch das Feld stürmende Olympiasiegerin Knapkova als Referenz und sicherte sich in ihrem Schlepptau die zweite Position. Diese gab Gmelin bis ins Ziel nicht mehr ab, auch wenn der Rennverlauf äusserst spannend blieb. Mit dieser Silbermedaille sorgt Jeannine Gmelin für einen Meilenstein im Schweizer Frauen-Rudersport. Genauso konsequent wie sie heute das A-Finale ruderte, hat sie sich für den Weg der Spitzensportlerin entschieden und als erste Ruderin der Schweiz im letzten Winter auch die Spitzensport-RS bestritten.

Männer-Doppelvierer rehabilitiert sich mit Sieg im B-Final
Die Enttäuschung war den Ruderern des Männer-Doppelvierers nach dem gestrigen verpatzten Hoffnungslauf-Rennen ins Gesicht geschrieben. Roman Röösli (Seeclub Sempach), Augustin Maillefer, Barnabé Delarze (beide Lausanne Sports Aviron) und Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen) zeigten im heutigen B-Finale eine entschlossene Reaktion und lieferten einen Sieg im B-Finale mit Start-Ziel-Sieg ab. Das Quartett startete schnell, dicht gefolgt von Frankreich, das jedoch kurz vor Streckenhälfte einen veritablen „Krebs“ zu verzeichnen hatte und entsprechend und von aussen deutlich sichtbar aus dem Konzept geworfen wurde. Der Schweizer Doppelvierer konnte dadurch seinen Vorsprung auf eine gute Bootslänge ausbauen und verteidigte diesen bis ins Ziel. Mit etwas mehr als einer Bootslänge Vorsprung siegten Röösli, Delarze, Maillefer und Stahlberg vor Estland und dem neuen Boot aus Norwegen.

Merz/Rol liefern mit Rang 7 ihr bestes EM-Resultat
Patricia Merz (Seeclub Zug)/Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) hatten in den beiden letzten Jahren jeweils den neunten EM-Rang belegt. In Poznan zeigten sie den Fortschritt deutlich, den das Duo in den letzten Monaten gemacht hat. Schnell vom Start her rudernd, übernahmen Merz/Rol zu Beginn des Rennens die Führung. Diese vermochten sie auch im Mittelteil der Strecke zu halten und wehrten die Versuche des rumänischen Bootes sowie den Griechinnen, gegen welche Merz/Rol heute zum dritten Mal an dieser Regatta antraten, konsequent ab. Als es in den Schlusssprint ging, vermochten Merz/Rol ihre gute Ausgangslage zu nutzen und bauten ihren Vorsprung nochmals leicht aus, so dass sie als Erste die Ziellinie erreichten und somit einen feinen B-Finalsieg feiern konnten. Dank diesem Laufsieg darf für Merz/Rol der siebte EM-Rang notiert werden, womit sie ihr bestes EM-Ergebnis der noch jungen Ruderkarriere lieferten.

Zehnder/Wiederkehr schliessen die Regatta auf Rang 10 ab
Silvan Zehnder (Seeclub Zürich), der für den verletzten Michael Schmid kurzfristig in den leichten Doppelzweier gerückt ist, harmonierte gut mit Schlagmann Daniel Wiederkehr. Das Duo kam auch heute im B-Final um die Ränge 7 bis 12 vor allem auf der zweiten Streckenhälfte immer besser in Fahrt und kämpfte sich bis auf den vierten Rang vor, was dem 10. Rang in der Gesamtwertung entspricht. Gewonnen wurde das B-Finale von Vetesnik-Zwillingen aus Tschechien vor den Booten aus Ungarn und Portugal. Zehnder/Wiederkehr vermochten jedoch im Alpenduell die Gebrüder Sieber (Oesterreich) und das schnell gestartete Boot aus Griechenland hinter sich zu lassen.

Mit fünf Booten in den Top 10, zwei Finalqualifikationen und den beiden Medaillen erfüllt die SRV-Delegation an der EM in Poznan die gesteckten Zielsetzungen. Der nächste Einsatz der SRV-Nationalmannschaft erfolgt im Rahmen der zweiten Weltcup-Regatta in Varese (Italien) vom 19.-21. Juni 2015.

Resultate: Rennen mit Schweizer Beteiligung
Europameisterschaften in Poznan (Polen) vom 31. Mai 2015 (Finaltag)

Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte (Final A): 1. Schweiz (Simon Schürch, Mario Gyr, Lucas Tramèr, Simon Niepmann) 5:52,27 (neue EM-Bestzeit). 2. Frankreich 5:53,69. 3. Dänemark 5:53,76. 4. Grossbritannien 5:55,75. 5. Niederlande 5:56,54. 6. Spanien 5:57,14.

Einer Frauen (Final A): 1. Knapkova (Tsch) 7:30,24.  2. Jeannine Gmelin (Sz) 7:32,00. 3. Kukhta (WRuss) 7:33,16.
4. Saltyte (Lit) 7:33,16. 5. Puspure (Irl) 7:33,29. 6. Erichsen (Dä)7:37,55.

Doppelvierer Männer (B-Final, Ränge 7-12): 1. Schweiz (Nico Stahlberg, Augustin Maillefer, Barnabé Delarze, Roman Röösli) 5:47,66. 2. Estland 5:50,02. 3. Norwegen 5:51,42. 4. Frankreich 5:52,97. 5. Tschechien 6:03,68.

Doppelzweier Frauen Leichtgewichte (B-Final, Ränge 7-12): 1. Patricia Merz/Frédérique Rol (Sz) 7:07,85. 2. Beleaga/Lehaci (Rum) 7:08,70. 3. Tsiavou/Dimakou (Griech) 7:09,23. 4. Vafolomeeva/Arkadova (Russ) 7:12,74. 5. Zabova/Kocianova (Tsch) 7:17,39. 6. Martynova/Sobko (Ukr) 7:19,87.

Doppelzweier Männer Leichtgewichte (B-Final, Ränge 7-12): 1. Vetesnik/Vetesnik 6:23,65. 2. Matyasovszki/Galambos (Ung) 6:23,80. 3. Fraga/Goncalves (Por) 6:24,37. 4. Silvan Zehnder/Daniel Wiederkehr (Sz) 6:26,99. 5. Sieber/Sieber (Ö) 6:29,60. 6. Ntouskos/Giannaros (Griech) 6:29,89.

Einer Männer (Final C, Ränge 13-18): 1. Hartig (De) 6:58,72. 2. Aleksandrov (Aserb) 6:59,62. 3. Markus Kessler (Sz) 7:02,89. 4. Khmylnin (Russ) 7:03,84. 5. Konsolas (Griech) 7:10,84. 6. Katsarski (Bul) 7:11,12.

Poznan, 31. Mai 2015/cs.