Juniorinnen-Doppelvierer gelingt die Finalqualifikation an der Junioren-WM in Rio de Janeiro

  Juniorinnen-Doppelvierer gelingt die Finalqualifikation an der Junioren-WM in Rio de Janeiro

Heute Freitagmorgen standen in Rio alle Halbfinals der diesjährigen Junioren-WM auf dem Programm. Der Juniorinnen-Doppelvierer mit Debora Hofer, Ella von der Schulenburg, Andrea Fürholz und Katharina Strahl qualifizierte sich für das Finale in einem bis zum letzten Ruderschlag eng umkämpften Rennen. Die Schweizerinnen schoben sich auf den letzten 500 Metern noch vom fünften auf den dritten Platz vor und rudern daher morgen Samstag im grossen Finale. Der Junioren-Vierer-ohne mit Alois Merkt, Nicolas Kamber, Raphaël Roulet und Joshua Meyer wurde im Halbfinal Vierter und steht im kleinen Final.

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Die Junioren-WM 2015 in Rio de Janeiro ist nicht nur der jährliche Titelwettkampf, sondern ist auch ein Testevent für die olympische Ruderregatta 2016 auf der Lagoa Rodrigo de Freitas. Nachdem die Wetterprognosen für den kommenden Samstagnachmittag und den Sonntag Starkwind vorhersagen, wurden alle Rennen vorgezogen. Die Hoffnungsläufe wurden gestern Donnerstagnachmittag gerudert und die Halbfinals wurden vom Samstag auf den heutigen Freitag vorverlegt. Die Juniorinnen und Junioren absolvieren in Rio deshalb ein komprimiertes Rennprogramm, das entsprechend Substanz braucht.

Juniorinnen-Doppelvierer in extremis in den A-Final gerudert
In einem der spannendsten Rennen des Tages ruderte der Schweizer Juniorinnen-Doppelvierer in der Besetzung um Schlagfrau Debora Hofer (SC Thun), Ella von der Schulenburg (SC Küsnacht), Andrea Fürholz (RC Uster) und Katharina Strahl (RC Zürich). Grossbritannien war nach dem Vorlaufsieg favorisiert und ruderte denn auch von Anfang an vorneweg. Dahinter waren die Boote mit Ausnahme der Argentinierinnen alle ganz nahe beisammen. Die Schweizerinnen starteten gut und lagen vorerst an dritter Stelle hinter Dänemark, aber knapp vor Rumänien und Kanada. Bei der Streckenhälfte kamen die rumänischen Juniorinnen-Europameisterinnen stark auf und schoben sich an den Schweizerinnen vorbei. Bei 1500 Metern wurden denn auch die Kanadierinnen eine halbe Sekunde vor den Schweizerinnen gestoppt, für welche Zwischenrang fünf notiert wurde. Es musste also auf den Endspurt ankommen. Die Schweizerinnen zogen diesen früh an und vermochten wieder zu Rumänien aufzuschliessen. Dänemark bekundete zunehmend Mühe, die Geschwindigkeit hochzuhalten, während Kanada sich auf die zweite Position vorschob. Die Schweizerinnen hatten eine gute Geschwindigkeit und schoben ihr Boot ganz leicht an Dänemark und Rumänien vorbei. Rumänien konterte mit kräftigen Schlägen nochmals und schloss wieder zum Schweizer Boot auf. Der letzte Ruderschlag musste entscheiden. Grossbritannien siegte im Halbfinal vor Kanada und dem Schweizer Boot, das wiederum Rumänien um 0.08 Sekunden in den B-Final verwies. Die Finalqualifikation

Junioren-Vierer auf dem undankbaren vierten Halbfinalplatz
Weniger gut lief es heute für den Junioren-Vierer-ohne mit Alois Merkt, Nicolas Kamber, Joshua Meyer (alle GC Zürich) und Raphaël Roulet (CA Vevey). Die Junioren-Europameister waren im heutigen Halbfinale mit starker Konkurrenz aus Australien, Spanien, Deutschland, Griechenland und Dänemark konfrontiert. Der Start gelang dem Schweizer Vierer gut und bei Streckenviertel wurde das helvetische Quartett an zweiter Position gestoppt. Auf dem zweiten Streckenviertel resultierte für den Schweizer Vierer dann aber nur die fünfte Abschnittszeit und so fiel man auf den vierten Zwischenrang zurück, nachdem sich Deutschland an der Spitze etablierte. Griechenland und Spanien folgten auf den qualifikationsberechtigten Plätzen. Der Schweizer Vierer versuchte unermüdlich wieder ranzukommen, kämpfte aber nicht nur gegen die Konkurrenz, sondern auch mit den seitlichen Mitwindwellen. „Wir hatten keine gute Stabilität im Boot. Sobald wir die Balance wieder hatten, warf uns wieder eine Welle aus dem Konzept. So waren wir ständig auf der Suche nach Stabilität“, gab Schlagmann Alois Merkt nach dem Rennen zu Protokoll. In der Tat forderte der seitliche Mitwind, der über die Regattabahn, jedoch für alle Bahnen gleich, wehte, die Ruderinnen und Ruderer heraus. Einige Boote krebsten sogar oder hatten Steuerprobleme zu beklagen. Im Ziel zeigte sich dann das gleiche Bild. Deutschland, Griechenland und Spanien holten sich die Finalberechtigung, während dem Schweizer Vierer eine halbe Bootslänge fehlte und mit dem vierten Rang Vorlieb nehmen musste. Nach dem Rennen musste sich Raphaël Roulet in ärztliche Behandlung begeben.

Serafina Merloni und Jonathan Moser haben die Regatta abgeschlossen
Gleich zwei Rennen hatten heute die beiden Schweizer Skiffiers zu bestreiten. Nachdem es gestern Nachmittag in den Hoffnungsläufen, resp. den Viertelfinals weder für Serafina Merloni (Seeclub Stansstad) und Jonathan Moser (Seeclub Biel) nicht für die Halbfinalqualifikation gereicht hatte, standen heute für beiden Boote C/D-Halbfinals auf dem Programm. Diese überstanden sowohl Jonathan Moser und Serafina Merloni schadlos und qualifizierten sich für die C-Finals um die Platzierungen 13 bis 18. Diese C-Finals wurden bei starken seitlichen Wellen ausgetragen, was den Ruderinnen und Ruderern alles abforderte. Serafina Merloni schloss die Regatta mit einem feinen Sieg ab und platziert sich damit auf dem 13. Schlussrang. Sie lag von Anfang an in Führung und hatte zwischenzeitlich bis zu 6 Sekunden Vorsprung herausgerudert auf ihre Verfolgerinnen. Jonathan Moser wird in der Schlussrangliste auf dem 17. Platz geführt. Er kämpfte wacker bis zum Schluss und konnte zum Schluss hin den türkischen Skiffier noch überholen.

Resultate von Rennen mit Schweizer Beteiligung.
Rudern: Junioren-Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro (Brasilien) – Freitag, 7. August 2015

Juniorinnen
Doppelvierer (1. Halbfinal):
1. Grossbritannien 6:49,70. 2. Kanada 6:55,13. 3. Schweiz (Katharina Strahl, Andrea Fürholz, Ella von der Schulenburg, Debora Hofer) 6:55,97. 4. Rumänien 6:56,05. 5. Dänemark 6:56,97. 6. Argentinien 7:19,97. Schweiz damit im A-Final vom Samstag.

Skiff (Final C, Ränge 13-18): 1. Serafina Merloni (Sz) 8:39,02. 2. Diana Romaniuk (Ukr) 8:40,31. 3. Mildred Mercado Palacios (Mex) 8:41,19. 4. Jessica Hernandez (El Salv) 8:45,36. 5. Irina Vorvoreanu (Isr) 8:56,61. 6. Nicole Vacas (Equa) 8:56,77.

Junioren
Vierer-ohne (1. Halbfinal):
1. Deutschland 6:14,46. 2. Griechenland 6:16,16. 3. Spanien 6:17,51. 4. Schweiz (Joshua Meyer, Raphaël Roulet, Nicolas Kamber, Alois Merkt) 6:18,69. 5. Dänemark 6:24,50. 6. Australien 6:26,92. Schweiz damit im B-Final (Ränge 7-12) vom Samstag.

Skiff (Final C, Ränge 13-18): 1. Adrian Lindgren (No) 7:37,95. 2. Tomislav Canic (Kro) 7:40,01. 3. Tim Mahne (Slo) 7:44,46. 4. Bruno Cetraro (Uru) 7:47,74. 5. Jonathan Moser (Sz) 7:51,80. 6. Cagatay Sekeroz (Tür) 7:56,89.

Mehr Informationen zur Junioren-WM in Rio de Janeiro: www.worldrowing.com

Rio de Janeiro, 7. August 2015/cs.