Schweizer Leichtgewichts-Vierer gewinnt seinen WM-Vorlauf überzeugend

  Schweizer Leichtgewichts-Vierer gewinnt seinen WM-Vorlauf überzeugend

Der Schweizer Leichtgewichts-Vierer liess seiner Konkurrenz im Vorlauf nicht den Hauch einer Chance und gewann das Rennen vor Holland mit einem grossen Vorsprung von sechs Sekunden. Damit stehen Mario Gyr, Simon Niepmann, Simon Schürch und Lucas Tramèr direkt im Halbfinal vom kommenden Freitag und erlebten auf dem Lac d’Aiguebelette einen ausgezeichneten WM-Einstand. Skiffier Markus Kessler gewann seinen Hoffnungslauf und steht im Viertelfinal.

>> Schweizer Boote in den WM-Vorläufen (Bilder D. Seyb, Swiss Rowing)
>> Alle Resultate und Startlisten auf www.worldrowing.com

Auch für die heutigen Vorläufe auf dem Lac d’Aiguebelette herrschten ideale Ruderbedingungen. Eine ganz leichte Brise wehte zwischenzeitlich über den sonst flachen Bergsee in den Savoyer Alpen. Nach dem guten Auftakt der Schweizer Boote in den Vorläufen gestern Sonntag, stand heute der Schweizer Leichtgewichts-Vierer, der bislang eine so erfolgreiche Saison erlebt hatte am Start zum Vorlauf. Da sich nur das Siegerboot direkt für den Halbfinal qualifizieren konnte, ging es in diesem Rennen vom Start weg zur Sache.

Bild: Lucas Tramèr, Simon Schürch, Simon Niepmann und Mario Gyr starten in den Vorlauf (Bild: Detlev Seyb, Swiss Rowing)

Starker Vorlauf des Vierer-ohne Leichtgewichte
Russland, Spanien, Kanada und Holland lauteten die heutigen Gegner von Mario Gyr (Seeclub Luzern), Simon Niepmann (Seeclub Zürich/Basler Ruderclub), Simon Schürch (Seeclub Sursee) und Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz/Basler Ruderclub). Die Schweizer, welche im Trainingslager seit der Weltcup-Regatta in Luzern auf Geheiss ihres Trainers Ian Wright die Sitzordnung im Boot verändert haben, traten heute mit Mario Gyr auf der Schlagposition an. Damit kehrte Mario Gyr, der anfangs der Saison von Verletzungssorgen geplagt war, wie schon bei den Olympischen Spielen 2012 in London, auf die Schlagposition zurück. In der Mitte des Bootes sorgten Simon Niepmann und Simon Schürch für ein harmonisches Tandem und Lucas Tramèr sorgte von der Bugposition her für Schub. Dem Schweizer Quartett gelang ein guter und schneller Start. Schon bei Streckenviertel hatte das Schweizer Boot fast eine Bootslänge Vorsprung auf die holländischen Verfolger. Mit schnellsten Abschnittszeiten auf allen weiteren Streckenabschnitten gelang dem Schweizer Vierer nicht nur ein makelloses „Notenblatt“, sondern sie bauten ihren Vorsprung bis ins Ziel auf sechs Sekunden aus. In der Zeit von 5:55,01 Minuten gelang dem Schweizer Boot auch eine exzellente Zeit und die schnellste Siegerzeit aller vier Vorlaufgewinner. In den anderen drei Vorläufen waren es die favorisierten Boote aus Dänemark, Frankreich und Neuseeland, welche sich dank Vorlaufsiegen ebenfalls direkt für den Halbfinal vom kommenden Freitag qualifizieren konnten. Die anderen 19 Boote in der Konkurrenz der Leichtgewichts-Vierer bestreiten am Mittwoch die Hoffnungsläufe. Mit diesem Vorlaufsieg gelang dem Schweizer Leichtgewichts-Vierer ein ausgezeichneter Auftakt in diese Weltmeisterschafts-Regatta auf dem Lac d’Aiguebelette. 

Markus Kessler im Privatduell mit dem Rumänen Prundeanu
Im Männer-Einer wurden nach den gestrigen Vorläufen heute erneut acht Hoffnungsläufe ausgetragen, um das 41 Boote umfassende Starterfeld leistungsmässig zu sortieren. Im vierten Hoffnungslauf bekam es Markus Kessler (Ruderclub Schaffhausen) mit dem Rumänen Prundeanu zu tun, der ähnlich stark einzuschätzen war wie Kessler. Da nur das Siegerboot ein Ticket für das Viertelfinale erhielt, ging es in diesem Hoffnungslauf einzig um den Laufsieg. Und es kam zum erwartet eng umkämpften Rennen zwischen Kessler und Prundeanu. Kessler schob seine Bugspitze von Anfang an in Führung, aber der Rumäne liess sich nicht abschütteln. Nie betrug Kessler’s Vorsprung mehr als eine Bootslänge und der Rumäne dachte nicht daran, Kessler ziehen zu lassen. Im Schlussspurt auf die Ziellinie zu, setzte der Rumäne nochmals dazu an, Kessler zu überholen, was ihm aber nicht mehr gelang. Markus Kessler querte die Ziellinie als Erster mit einem Vorsprung von 0.77 Sekunden und steht somit im Viertelfinal vom kommenden Mittwoch. Ohne Chance war der Ruderer aus der Elfenbeinküste.

Nach den Vorläufen darf die Schweizer Delegation auf einen guten Auftakt in die WM 2015 zurückblicken. Mit den Vorlaufsiegen im Männer-Doppelvierer (Barnabé Delarze, Roman Röösli, Augustin Maillefer, Nico Stahlberg) gestern Sonntag und dem leichten Vierer-ohne (Mario Gyr, Simon Niepmann, Simon Schürch, Lucas Tramèr) haben die Grossboote sich in eine gute Ausgangslage gerudert. Mit den Viertelfinalqualifikationen von Jeannine Gmelin (Skiff Frauen), Markus Kessler (Skiff Männer) und den beiden leichten Doppelzweiern (Michael Schmid/Daniel Wiederkehr sowie Patricia Merz/Frédérique Rol) sind auch die Kleinboote in den grossen Teilnehmerfeldern alle auf Kurs für die grossen Herausforderungen, die in den Viertelfinals vom Mittwoch auf sie warten. Morgen Dienstag steht auf dem Lac d’Aiguebelette in den Hoffnungsläufen kein Schweizer Boot im Einsatz. Die Schweizer Boote werden am Dienstag einen Trainingstag absolvieren.

Resultate.
Ruder-Weltmeisterschaft Lac d‘Aiguebelette (Frankreich) – Resultate vom Montag, 31. August 2015

Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte Männer (4. Vorlauf): 1. Schweiz (Mario Gyr, Simon Niepmann, Simon Schürch, Lucas Tramèr) 5:55,01. 2. Niederlande (Pijs, Heijbrock, van Gennep, van den Ende) 6:01,03. 3. Kanada (Lattimer, Hodge, Pratt, Woelfl) 6:04,16. 4. Spanien (Zabala Artetxe, Gonzalez Alvarez, Franquet Monfort, Garmendia Maiz) 6:04,75. 5. Russland (Samigullin, Tufanyuk, Ufimtcev, Blinovskikh) 6:17,82. Schweiz damit direkt im Halbfinal vom kommenden Freitag.

Skiff Männer (4. Hoffnungslauf): 1. Markus Kessler (Sz) 7:05,53. 2. Ioan Prundeanu (Rum) 7:06,30. 3. Riccardo Bouehi (Elfenbeink) 8:10,64. Markus Kessler damit im Viertelfinal vom Mittwoch.

Lac d‘Aiguebelette, 31. August 2015/cs.