WM Aiguebelette: Fünfter Platz für den Doppelvierer und Quotenplatz Nummer vier

  WM Aiguebelette: Fünfter Platz für den Doppelvierer und Quotenplatz Nummer vier

Barnabé Delarze, Roman Röösli, Augustin Maillefer und Nico Stahlberg lagen drei Viertel der Strecke in aussichtsreicher Medaillenposition. Erst im Schlusssprint mussten sie dem hohen Anfangstempo Tribut zollen und die Boote aus Estland und ganz am Schluss auch Grossbritannien vorbeiziehen lassen. Der fünfte WM-Rang ist dennoch für die Athleten ihr bestes WM-Resultat überhaupt. Mit einem 4. Rang im kleinen Finale sicherten Michael Schmid und Daniel Wiederkehr der Schweiz im leichten Doppelzweier den insgesamt vierten Quotenplatz für die Olympiaregatta in Rio de Janeiro 2016.

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Kühl und etwas windig war es heute auf dem Lac d’Aiguebelette für den ersten Finaltag. Doch die Rennen liessen niemanden kalt. Vor einem grossen und gut gelaunten Publikum wurde hochklassiger Rudersport geboten. Die B-Finals mutierten zu hochinteressanten Rennen, ging es doch auch in dort um olympische Quotenplätze.

Doppelvierer erst im Endspurt vom Podium verdrängt
Hochspannung heute im Männer-Doppelvierer-Finale. Nachdem die Halbfinals so knapp verliefen, durfte man auf ein weiteres spannendes Rennen gespannt sein. Grossbritannien, Estland, Australien, Litauen, Deutschland und die Schweiz standen am Start. Das Schweizer Boot mit Schlagmann Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron), Roman Röösli (Seeclub Sempach), Augustin Maillefer (Lausanne Sports Aviron) und Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen) erwischte einen guten Start. Während Deutschland von Anfang an die Führung übernahm, blieb es dahinter eng umkämpft. Estland und die Schweiz lagen gut im Rennen auf den weiteren Medaillenpositionen, aber auch Australien hielt den Kontakt. Litauen und Grossbritannien lagen etwa eine halbe Bootslänge zurück. Das ganze Rennen hindurch liess sich aber kein Boot entscheidend distanzieren, so dass es früh klar wurde, dass Endspurtstärke gefragt sein könnte. Nach 500 Metern lagen die Schweizer auf Rang drei, dann schoben sie ihre Bootsspitze dank schnellster zweiter Abschnittszeit auf die zweite Position vor bei Streckenhälfte, ehe Australien sich wieder am Schweizer Boot vorbeischob. Nach drei Vierteln der Strecke lag das Schweizer Boot dann wieder auf Rang drei, dicht gefolgt von Estland. Als es in den Endspurt ging, zog Estland früher an und vermochte die kleine Lücke zum Schweizer Boot zu schliessen. Von hinten stürmte auch der britische Vierer heran und konnte auf den letzten Schlägen die Bugspitze noch am Schweizer Boot vorbeischieben. Deutschland holte sich den Weltmeistertitel vor Australien und Estland. Grossbritannien fing das Schweizer Boot noch ab und verdrängte es auf den fünften Rang, während die Schweizer dieses Mal – anders als im Halbfinale - Litauen in Schach halten konnten.

Quotenplatz Nummer vier im leichten Männer-Doppelzweier
Michael Schmid (Seeclub Luzern) und Daniel Wiederkehr (Ruderclub Baden) haben schon die ganze Woche gute Rennen gezeigt und sich gegenüber den Weltcupregatten stark verbessert gezeigt. Im heutigen B-Finale war die Übungsanlage klar: man durfte nicht als letztes Boot ins Ziel kommen, denn nur die ersten fünf Boote würden für ihre Anstrengungen in dieser Woche mit einem Quotenplatz belohnt werden. Schmid und Wiederkehr erwischten einen aussergewöhnlich guten Start und konnten von Anfang an mithalten. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall und verdient daher besondere Erwähnung. Auch bei Streckenhälfte ein unverändertes Bild, alle sechs Boote nur durch eine Bootslänge getrennt und irgendwo mittendrin die Schweizer Bugspitze. Auf dem dritten Streckenabschnitt zeigten Schmid und Wiederkehr ihre Stärke und lieferten die schnellste Abschnittszeit, was dazu führte, dass sie nach 1500 Metern an dritter Stelle hinter USA und Polen bei der Zwischenzeitnahme gesehen wurden. Die am Schluss des Feldes liegenden Boote aus Griechenland und Irland setzten früh zum Endspurt an und schlossen wieder näher zu den vor ihnen liegenden Booten auf. Alle sechs Boote sprinteten auf die Ziellinie zu, nur durch eine Bootslänge voneinander getrennt. Polen holte sich den Laufsieg vor USA, Österreich, Schweiz, Irland und Griechenland. Griechenland musste in den sauren Apfel beissen, ihnen fehlten lediglich 0.28 Sekunden zum Quotenplatz. Dank diesem vierten Rang im B-Final sicherten Daniel Wiederkehr und Michael Schmid dem Schweizerischen Ruderverband den vierten Quotenplatz für die olympischen Spiele.
Letztmals hatten die Gebrüder Markus und Michael Gier an der Weltmeisterschaft 1999 in Kanada der Schweiz einen Quotenplatz im leichten Doppelzweier gesichert. Alle weiteren Schweizer Kombinationen scheiterten seither an dieser Hürde. Umso höher sind die von Michael Schmid und Daniel Wiederkehr in dieser Woche erbrachten Leistungen zu werten.

Frédérique Rol und Patricia Merz egalisieren ihr Vorjahresergebnis
Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) und Patricia Merz (Seeclub Zug) ruderten heute im C-Finale um eine möglichst gute Platzierung. Die gegnerischen Boote kamen aus Japan, Rumänien, Holland, Griechenland und Österreich. Rol und Merz starteten sehr schnell und führten bei Streckenviertel ganz knapp vor Rumänien und Holland. Bei Streckenhälfte waren Rol/Merz noch an zweiter Stelle, in Tuchfühlung zu den anderen Booten. Bis ins Ziel wurden Rol/Merz dann noch auf den vierten Platz verdrängt, jedoch lediglich mit einer Bootslänge Rückstand auf die Laufsiegerinnen aus Rumänien. Damit schliessen Rol/Merz die WM erneut auf Rang 16 ab im Schlussklassement.

Markus Kessler beendet die WM auf dem 20. Platz
Doppelvierer-Ersatzmann Markus Kessler (Ruderclub Schaffhausen) ruderte heute im D-Final ein Platzierungsrennen um die Ränge 19-24. Kessler startete gut in sein letztes Rennen an dieser WM und ruderte von Anfang an auf dem zweiten Platz in diesem Rennen. Die Abstände blieben bis zur Streckenhälfte knapp, aber dann war es der Ruderer aus der Ukraine, welcher sich mit mehr als einer Bootslänge Vorsprung die Führung erarbeitete, die er bis ins Ziel nicht mehr abgeben sollte. Markus Kessler verteidigte im Endspurt den zweiten Platz gegen die stark aufkommenden Ruderer aus USA und Argentinien. Markus Kessler wird mit dieser Leistung auf dem 20. Rang im Schlussklassement geführt. Damit belegt Kessler im 41 Boote umfassenden Starterfeld eine Rangierung in der ersten Ranglistenhälfte.

Resultate.
Ruder-Weltmeisterschaft Lac d‘Aiguebelette (Frankreich) – Resultate vom Samstag, 5. September 2015

Doppelvierer Männer (Final A): 1. Deutschland (Karl Schulze, Philipp Wende, Laurtiz Schoof, Hans Gruhne) 5:53,22. 2. Australien (David Crawshay, Karsten Forsterling, Cameron Girdlestone, David Watts) 5:54,75. 3. Estland (Andrei Jamsa, Allar Raja, Tonu Endrekson, Kaspar Taimsoo) 5:56,34. 4. Grossbritannien (Graeme Thomas, Sam Townsend, Charles Cousins, Peter Lambert) 5:57,82. 5. Schweiz (Nico Stahlberg, Augustin Maillefer, Roman Röösli, Barnabé Delarze) 5:58,26. 6. Litauen (Zygimantas Galisanskis, Martynas Dziaugys, Dominykas Jancionis, Aurimas Adomavicius) 5:58,65.

Doppelzweier Männer Leichtgewichte (Final B, Ränge 7-12): 1. Artur Mikolajczewski/Milosz Jankowski (Pol) 6:20,25. 2. Andrew Campbell/Joshua Konieczny (USA) 6:20,55. 3. Paul Sieber/Bernhard Sieber (Ö) 6:22,04. 4. Michael Schmid/Daniel Wiederkehr (Sz) 6:22,34. 5. Gary O’Donovan/Paul O’Donovan (Irl) 6:23,20. 6. Panagiotis Magdanis/Eleftherios Konsolas (Griech) 6:23,48. Schmid/Wiederkehr damit auf dem 10. Schlussrang und mit Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2016.

Doppelzweier Frauen Leichtgewichte (Final C, Ränge 13-18): 1. Gianina-Elena Beleaga/Ionela-Livia Lehaci (Rum) 7:01,25. 2. Ilse Paulis/Maaike Head (Ho) 7:02,00. 3. Amalia Tsiavou/Georgia Dimakou (Griech) 7:03,26. 4. Frédérique Rol/Patricia Merz (Sz) 7:03,79. 5. Ayami Oishi/Chiaki Tomita (Jap) 7:11,66. 6. Sara Lambing/Leonie Pless (Ö) 7:12,49. Merz/Rol damit auf dem 16. Schlussrang.

Skiff Männer (Final D, Ränge 19-24): 1. Serhii Budko (Ukr) 6:59,38. 2. Markus Kessler (Sz) 7:02,76. 3. Ken Jurkowski (USA) 7:03,56. 4. Brian Rosso (Arg) 7:03,96. 5. Dusan Bogicevic (Serb) 7:11,67. 6. Quentin Antognelli (Monaco) 7:12,21. Markus Kessler damit auf Schlussrang 20.

Lac d‘Aiguebelette, 5. September 2015/cs.