DER LEICHTE VIERER-OHNE MIT MARIO GYR, SIMON NIEPMANN, SIMON SCHUERCH UND LUCAS TRAMER IST WELTMEISTER

  WM Aiguebelette: Finaltag für den leichten Vierer und Jeannine Gmelin

Könung einer erfolgreichen Saison – der leichte Vierer-ohne mit Mario Gyr, Simon Niepmann, Simon Schürch und Lucas Tramèr wird mit einer Bootslänge Vorsprung Weltmeister auf dem Lac d’Aiguebelette. Jeannine Gmelin erreicht nach einer unglaublich starken WM-Woche und nach einem tollen Rennen im A-Final der besten Frauen-Skiffs Rang fünf.

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Letzter Finaltag der Ruder-WM auf dem Lac d’Aiguebelette. Der kleine Bergsee in den Savoyer Alpen präsentierte sich heute nicht mehr so still wie in den Qualifikationsrunden. Ein leichter, seitlich einfallender Mitwind war für die Finalrennen zu berücksichtigen, wenn die weltbesten Ruderinnen und Ruderer in sieben Bootsklasen um Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2016 und um Medaillen ruderten. Mittendrin auch die beiden Schweizer Finalboote. Dem leichten Vierer-ohne, sowohl im Vorlauf wie auch im Halbfinal ungeschlagen, kam heute eine Hauptrolle zu. Im Frauen-Skiff ruderte zudem Jeannine Gmelin als erste Schweizer Ruderin in einem WM-Skiff-Finale überhaupt.

Von der Favoritenrolle zur Goldmedaille
Was für ein Rennen des leichten Vierer-ohne in der Besetzung Mario Gyr, Simon Niepmann, Simon Schürch und Lucas Tramèr auf dem Lac d’Aiguebelette. Mannschaft und Trainer Ian Wright wollten dieses Rennen gewinnen, sie waren das schnellste Boote im Halbfinale und daher in die Favoritenrolle gerückt, sie haben ein Mittel gesucht, um noch schneller zu werden und haben die Sitzordnung umgekrempelt, so dass sogar jeder Ruderer einen neuen Sitzplatz hatte und sie haben ein tolles Rennen geliefert. Schneller Start und dann ein Meisterstück auf dem Mittelteil der Rennstrecke, wo sie sich über eine Bootslänge Vorsprung herausgerudert hatten. Nur auf dem letzten Streckenviertel mussten sie die Gegnerschaft wieder eine halbe Sekunde herankommen lassen. Sieg für das Schweizer Boot vor Dänemark und Frankreich. Nach dem Europameistertitel und dem Gesamtweltcupsieg holt der Leichtgewichts-Vierer auch den Weltmeistertitel. Es ist die erste WM-Goldmedaille für den Schweizerischen Ruderverband seit der WM-Goldmedaille von Markus und Michael Gier im leichten Doppelzweier an der Ruder-WM 1995 in Tampere. Für Mario Gyr und Simon Schürch ist es der erste Weltmeistertitel nach der WM-Silbermedaille vor zwei Jahren im leichten Doppelzweier. Lucas Tramèr und Simon Niepmann schaffen nach zwei Goldmedaillen im leichten Zweier-ohne in den letzten zwei Jahren den Hattrick und schreiben auch so Schweizer Rudergeschichte.

Jeannine Gmelin nach hervorragendem Rennen WM-Fünfte
Jeannine Gmelin (Ruderclub Uster) ruderte im A-Finale erneut ein phantastisches Rennen und hielt lange Zeit ausgezeichnet mit. Zeitweise tauchte ihr Bug sogar auf der dritten Zwischenposition auf. Erst kurz vor 1500 Metern konnte dann Olympiasiegerin Mirka Knapkova nochmals zulegen und das Tempo erhöhen. An der Spitze ruderte ungefährdet die grosse WM-Favoritin Kim Crow (Australien) und holte sich mit grossem Vorsprung den Weltmeistertitel im Frauen-Einer. Nachdem die Chinesin Duan lange Zeit an zweiter Stelle lag, wurde sie von Knapkova noch auf die dritte Position verdrängt. Jeannine Gmelin lag inzwischen an fünfter Stelle und hielt die Kanadierin Zeeman in Schach. Mit dem fünften WM-Rang erzielt Jeannine Gmelin ein hervorragendes Ergebnis. Im Vorjahr noch fast unbeachtet als Fünfzehnte an der WM im C-Finale, steht sie nun nach EM-Silber und WM-Rang fünf inmitten der weltbesten Skifferinnen. Was für eine gewaltige Leistungssteigerung in diesem Jahr.

4 dicke Fische und ein Goldfisch
Die WM-Woche auf dem Lac d’Aiguebelette, einem Fischerparadies in den Savoyer Alpen, ist für den Schweizerischen Ruderverband die erfolgreichste Ruder-WM seit 1999 und auch die Schweizer Delegation zog fünf dicke Fische an Land. Vier Quotenplätze für die Olympiaregatta in Rio 2016 sowie ein Weltmeistertitel im leichten Vierer-ohne, umrahmt von zwei weiteren fünften Plätzen in den A-Finals. Die ganze Mannschaft präsentierte sich in Bestform und lieferte gleich reihenweise Weltklasse-Leistungen ab. Nach den Saisonresultaten, die zwar gut waren, durfte man bei der dicht besetzten WM, welche auch eine WM mit Rekordbeteiligung war, nicht unbedingt mit einer solch starken Vorstellung rechnen. Mit diesem Resultat übertrifft die Schweizer Nationalmannschaft sowohl die Erwartungen wie auch die Zielsetzung von drei olympischen Quotenplätzen. Somit darf die Olympiasaison 2016 so richtig als lanciert betrachtet werden.

Resultate.
Ruder-Weltmeisterschaft Lac d‘Aiguebelette (Frankreich) – Resultate vom Sonntag, 6. September 2015

Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte (Final A) : 1. Schweiz (Mario Gyr, Simon Niepmann, Simon Schürch, Lucas Tramèr) 5:55,31. 2. Dänemark (Kasper Winther, Jens Vilhelmsen, Jacob Barsoe, Jacob Larson) 5:57,58. 3. Frankreich (Franck Solforosi, Thomas Baroukh, Thibault Colard, Guillaume Raineau) 5:58,22. 4. Neuseeland (James Hunter, Alistair Bond, James Lassche, Curtis Rapley) 5:59,17. 5. Niederlande (Joris Pijs, Thimothee Heijbrock, Jort van Gennep, Björn van den Ende) 6:00,83. 6. Italien (Martino Goretti, Stefano Oppo, Livio La Padula, Alberto Di Seyssel) 6:03,17.

Skiff Frauen (Final A): 1. Kim Crow (Aus) 7:38,92. 2. Mirka Knapkova (Tsch) 7:41,88. 3. Jingli Duan (China) 7:43,21. 4. Genevra Stone (USA) 7:45,45. 5. Jeannine Gmelin (Sz) 7:47,89. 6. Carling Zeeman (Ka) 7:48,16.

Lac d‘Aiguebelette, 6. September 2015/cs.

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