Weltcup-Final ohne den leichten Schweizer Vierer-ohne

  Weltcup-Final ohne den leichten Schweizer Vierer-ohne

Beim Weltcup-Final im polnischen Posen trifft die Ruder-Weltelite ein letztes Mal vor den Olympischen Spielen aufeinander. Der Schweizer Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte, aktuell führend im Gesamtweltcup, hat kurzfristig entschieden, aus gesundheitlichen und präventiven Gründen nicht nach Posen zu reisen. Mit Spannung erwartet wird der erste Auftritt des Schweizer Doppelvierers in Originalbesetzung mit Barnabé Delarze nachdem das Boot in Luzern mit Markus Kessler mit dem dritten Rang für Furore sorgte. Nach dem B-Finalsieg in Luzern will Jeannine Gmelin zurück ins A-Final. Nach dem achten Rang in Luzern wollen auch Michael Schmid und Daniel Wiederkehr im Doppelzweier Leichtgewichte einen weiteren Schritt nach vorne machen. Neben den drei Olympiaprojektbooten werden fünf zusätzliche Schweizer Boote beim Weltcup-Final mit von der Partie sein.

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Vom 17. bis 19. Juni 2016 findet im polnischen Posen der Weltcup-Final statt. Es ist dies das letzte Aufeinandertreffen der Weltelite vor der Olympischen Regatta in Rio de Janeiro vom 6. bis 13. August 2016. Der Schweizer Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte mit Mario Gyr (See-Club Luzern), Simon Niepmann(Seeclub Zürich/Basler Ruderclub), Simon Schürch (Seeclub Sursee) und Lucas Tramèr (Club d’Aviron
Vésenaz/Basler Ruderclub) führt aktuell in der Weltcup-Gesamtwertung. In Posen werden jedoch keine weiteren Punkte dazukommen, da das Schweizer Flaggschiff seinen Start kurzfristig abgesagt hat. «Die Gesamtwertung hat für uns in diesem Jahr keine Priorität. Unser Fokus ist auf die Olympische Regatta in Rio de Janeiro ausgerichtet», sagt Ian Wright, Trainer des leichten Vierers. Nachdem in den letzten Tagen gleich bei
mehreren Leichtgewichts-Athleten Erkältungssymptome und einzelne Ausfälle aufgrund von muskulären Verspannungen zusammenkamen, soll der Fokus in der nächsten Phase voll auf das Training gelegt werden. «Wir haben diese Saison bereits genügend Rennen gerudert. Alle Athleten müssen vollständig gesund sein, um den nächsten Trainingsblock hinsichtlich Rio anzugehen. Wir wollen keine unnötigen gesundheitlichen Risiken eingehen», begründet Cheftrainer Ian Wright seinen Entscheid, den Leichtgewichts-Vierer nicht nach Posen zu schicken. Von diesem Entscheid betroffen ist auch der Leichtgewichts-Zweier mit Joel Schürch (Seeclub Sursee) und Fiorin Rüedi (Grasshopper Club Zürich), welcher ebenfalls in Sarnen weiter trainieren wird.

Doppelvierer startet erstmals in Originalbesetzung
Der Schweizer Doppelvierer hat in der Besetzung Augustin Maillefer (Lausanne Sports Aviron), Roman Röösli (Seeclub Sempach), Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen) und Markus Kessler (Ruderclub Schaffhausen) in Luzern mit einem dritten Rang für ein besonderes Highlight aus Schweizer Sicht gesorgt. In Polen wird das Boot nun erstmals in dieser Saison in der WM-Besetzung aus dem Vorjahr mit Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron) statt Markus Kessler antreten. Barnabé Delarze ist nach einer langwierigen Rückenverletzung wieder zurück im Boot und bestreitet in Posen seine erste Regatta in dieser Saison. Beim Weltcup-Final will die Schweizer Crew an den Exploit von Luzern anknüpfen. Erstmals trifft das Boot auf die amtierenden Europameister aus Estland, welche auf einen Start in Luzern verzichteten. Markus Kessler (Ruderclub Schaffhausen) wird in Posen wie schon beim Weltcup-Auftakt in Varese im Einer an den Start gehen.

Jeannine Gmelin und das grosse Duell
Wie gewohnt ebenfalls im Einer antreten wird Jeannine Gmelin (Ruderclub Uster). Nach dem souveränen B-Final-Sieg in Luzern soll es in Polen nach einer guten Vorbereitung wieder fürs A-Final reichen. Dieses A-Final im Frauen-Einer wird weltweit mit Spannung erwartet: Läuft alles nach Plan werden dort nämlich erstmals seit den Weltmeisterschaften 2014 die australische Weltcup-Führende und Weltmeisterin 2015, Kim Brennan und die Weltmeisterin von 2014, Emma Twigg aus Neuseeland, aufeinandertreffen. Die Neuseeländerin hatte letzte Saison zu Gunsten eines Sportmanagement-Masterprogramms pausiert und in Luzern die Olympia-Qualifikationsregatta, aber nicht den Weltcup bestritten.

Schmid/Wiederkehr mit klarer Strategie
Nach dem achten Platz beim Heim-Weltcup in Luzern soll es für Michael Schmid (See-Club Luzern) und Daniel Wiederkehr (Ruderclub Baden) im Doppelzweier Leichtgewichte beim Weltcup-Final einen weiteren Schritt nach vorne gehen. Verbessern will das Duo insbesondere den Übergang von den Start- zu denStreckenschlägen. Mit der Umsetzung dieses Ziels soll ein weiterer Schritt Richtung optimalem Rennen an den
Olympischen Spielen gemacht werden. Für den Weltcup-Final haben sich die beiden Schweizer das A-Final und damit eine Top-6-Rangierung zum Ziel gesetzt.

Acht Boote vertreten die Schweiz am Weltcup-Final
Neben den drei für die Olympischen Spiele qualifizierten Boote und Markus Kessler im Einer starten noch vier weitere Schweizer Boote beim Weltcup-Final in Posen: allen voran Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) und Patricia Merz (See-Club Zug) im Doppelzweier Leichtgewichte. Die beiden Schweizerinnen verpassten bei der Olympia-Qualifikationsregatta in Luzern die Qualifikation für Rio knapp und werden in Polen eine starke Saison im Doppelzweier abschliessen. Die junge Crew hat in dieser Saison bewiesen, dass sie den Schritt in die
Weltspitze geschafft hat. Die drei Leichtgewichts-Einer Ladina Meier (Ruderclub Cham), Pauline Delacroix (Club d’Aviron Vésenaz) und Silvan Zehnder (Seeclub Zürich) komplettieren das Schweizer Team.

Frauen.
Einer. Jeannine Gmelin (Ruderclub Uster).
Leichtgewichts Doppelzweier. Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron), Patricia Merz (See-Club Zug).
Leichtgewichts Einer. Ladina Meier (Ruderclub Cham). Pauline Delacroix (Club d’Aviron Vésenaz).
Männer.
Leichtgewichts Doppelzweier. Michael Schmid (See-Club Luzern) und Daniel Wiederkehr (Ruderclub Baden).
Leichtgewichts Einer. Silvan Zehnder (Seeclub Zürich).
Einer. Markus Kessler (Ruderclub Schaffhausen).
Doppelvierer. Roman Röösli (Seeclub Sempach), Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen), Barnabé Delarze und
Augustin Maillefer (beide Lausanne Sports Aviron).

Sarnen 15. Juni 2016/rs.