Jeannine Gmelin und Doppelvierer stehen im A-Final

  Jeannine Gmelin und Doppelvierer stehen im A-Final

Beim Weltcup-Final im polnischen Posen haben sich Jeannine Gmelin sowie der Doppelvierer für den A-Final qualifiziert. Während Jeannine Gmelin souverän als Zweite hinter der Weltmeisterin von 2014, Emma Twigg, ins A-Final einzog, benötigte der Doppelvierer eine grosse Aufholjagd. Die Leichtgewichts-Skiffiers Silvan Zehnder und Ladina Meier beendeten den Weltcup-Final auf dem siebten respektive neunten Gesamtrang.

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Jeannine Gmelin (Ruderclub Uster) steht nach ihrem B-Final-Sieg beim Heimweltcup in Luzern vor drei Wochen, morgen beim Weltcup-Final im Posen wieder im A-Final. Für diesen hat sich die 25-Jährige im heutigen Halbfinal als Zweite souverän qualifiziert. Bis 500 Meter vor dem Ziel an dritter Stelle liegend liess Jeannine Gmelin nie den Kontakt zur zweitplatzierte Dänin und Olympia-Zweiten von London, Fie Udby Erichsen, abreisen und überholte diese mit einem starken Schlussspurt auf dem letzten Streckenviertel. «Wie schon im gestrigen Vorlauf ist Jeannine bis zur Ziellinie ein sehr konzentriertes Rennen gefahren und hat sich nicht vom schnelleren Start der Konkurrentin ablenken lassen. Das war stark», resümiert der Direktor des Schweizerischen Ruderverbands Christian Stofer. Gewonnen hat das Rennen die Weltmeisterin von 2014, Emma Twigg. Die Neuseeländerin hatte im letzten Jahr zugunsten einer Ausbildung pausiert und präsentiert sich beim letzten Kräftemessen vor der Olympischen Regatta vom 6. bis 13. August 2016 in Form. Spannend wird im morgigen Final der erste Vergleich seit fast zwei Jahren zwischen Emma Twigg und der australischen Weltmeisterin von 2015, Kim Brennan. Diese entschied den zweiten Halbfinal für sich. Es darf erwartet werden, dass diese beiden Ausnahmeathletinnen die beiden ersten Ränge unter sich ausmachen. Um Rang 3 ist die Ausgangslage jedoch völlig offen. Neben Jeannine Gmelin und Fie Udby Erichsen stehen auch die Österreicherin Magdalena Lobnig und die Holländerin Lisa Scheenaard im Final. Letztere hat im zweiten Halbfinal überraschend die Weissrussin Ekaterina Karsten um einen Zehntel auf den vierten Rang und damit in den B-Final verwiesen. Der A-Final findet morgen um 13.33 Uhr statt.

Doppelvierer dank Aufholjagd im A-Final
Morgen ebenfalls im A-Final (12.03 Uhr) steht der Schweizer Doppelvierer. Nachdem Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron) aufgrund von Krankheit gestern noch passen musste, startete der Doppelvierer im heutigen Hoffnungslauf erstmals in der Stammbesetzung. Neben Barnabé Delarze am Schlag gehören zu dieser Crew Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen), Augustin Maillefer (Lausanne Sports Aviron) und Roman Röösli (Seeclub Sempach). Beim ersten Auftritt in dieser Formation hatte das Boot noch ein bisschen Start-schwierigkeiten. Auf den ersten 500 Metern glitt zweimal ein Ruder kurzfristig aus den Händen. Doch von diesen technischen Schwierigkeiten liess sich das Team nicht aus der Ruhe bringen. Bei der notwendigen Aufholjagd bewies das Quartett mit der schnellsten Abschnittszeit auf den dritten 500 Metern auch gleich, dass es Geschwindigkeit aufbauen kann. Dank diesem Effort gelang es den Schweizern die auf dem finalberechtigen vierten Rang liegenden Tschechen noch abzufangen und an ihrer Stelle in den A-Final einzuziehen.

Markus Kessler (Ruderclub Schaffhausen) konnte sich heute ganz auf den Halbfinal im Einer konzentrieren, nachdem er gestern zusätzlich zum Vorlauf und Viertelfinal im Einer auch noch den Vorlauf im Doppelvierer als Ersatz für Barnabé Delarze bestritt. Diese drei Rennen des Vortags spürte er vielleicht auch noch ein bisschen als auf den zweiten 250 Metern das Rennen sehr schnell angegangen wurde und er nicht mit dem Führungstrio aus Grossbritannien, Tschechien und Frankreich mitgehen konnte. Doch Markus Kessler gab sich nicht geschlagen, im Gegenteil: Auf den zweiten 1000 Metern drehte der 24-Jährige mächtig auf und lieferte auf dem dritten Streckenviertel die zweitbeste und auf dem letzten Streckenviertel gar die allerbeste Abschnittszeit. Doch es reichte nicht ganz um den auf Rang 3 liegenden Franzosen noch einzuholen. Am Schluss fehlten ihm als Vierter knapp 2,5 Sekunden für den Einzug ins A-Final. «Nach dem Mammutprogramm das Markus gestern absolvieren musste, ist dies eine überzeugende Leistung», hält SRV-Direktor Christian Stofer fest.

Leichte Doppelzweier in B-Finals verwiesen
Nach einem zu verhaltenen Start nicht mehr reagieren konnten Michael Schmid (See-Club Luzern) und Daniel Wiederkehr (Ruderclub Baden) im leichten Doppelzweier in ihrem Hoffnungslauf. Zwei Plätze berechtigten für die A-Finalqualifikation und darum stritten sich die Vize-Europameister aus Deutschland, die Europameister aus Irland und die Crew aus Grossbritannien in einem engen Rennen. Innerhalb von acht Zehnteln überquerten alle drei Boote die Ziellinie, wobei Irland und Grossbritannien den Einzug in den A-Final schafften und Deutschland als Dritte in den B-Final verwiesen worden. In dieses enge Geschehen konnte das Schweizer Boot nie eingreifen und wird morgen im B-Final starten. Ebenfalls ohne Chance auf einen Einzug ins A-Final waren Patricia Merz (Seeclub Zug) und Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) in der gleichen Bootsklasse. Das ganze Rennen auf Rang 4 liegend geht die Regatta für das Duo morgen ebenfalls im B-Final weiter.

Silvan Zehnder dominiert B-Final
Mit dem WM-Zweiten aus Slovenien Rajko Hrvat und dem Luzern-Sieger Luka Radonic aus Kroatien sowie dem Polen Jerzy Kowalski, der im leichten Vierer die Olympia-Qualifikationsregatta bestritt, traf Silvan Zehnder (Seeclub Zürich) in seinem Halbfinal auf sehr starke Konkurrenz. Zu starke um in den A-Final vorzustossen wie sich zeigte. Im B-Final gelang Silvan Zehnder dann ein ausgezeichnetes Rennen. Mit einem Start-Ziel-Sieg dominierte er die Konkurrenz und beendet die letzte Weltcup-Regatta des Jahres 2016 damit auf dem 7. Gesamtrang. Nachdem gestrigen Vorlaufsieg lief es Ladina Meier (Ruderclub Cham) heute nicht mehr ganz nach Wunsch. Im Halbfinal wurde sie Fünfte und qualifizierte sich damit für den B-Final. In diesen Final startete sie engagiert und passierte die Streckenhälfte als Führende. Die Tempoverschärfung der Österreicherin Leonie Pless und der Italienerin Giulia Pollini konnte sie danach nicht mehr ganz mitgehen und beendete das Rennen auf Rang 3 und damit den Weltcup-Final insgesamt auf dem 9. Rang. Pauline Delacroix (Club d’Aviron Vésenaz) wurde im C-Final Vierte. Damit beendet die U23-Athletin die Regatta auf dem 16. Rang.

Resultate.
Frauen.
Einer. Halbfinal:
1. Emma Twigg (Neus) 7:26,05. 2. Jeannine Gmelin (Sz) 7:29,26. 3. Fie Udby Erichsen (Dä) 7:32,74. 4. Diana Dymchenko (Ukr) 7:40,01. 5. Michelle Person (Ber) 7:43,62. 6. Marianne Madsen (No) 7:44,43.
Leichtgewichte. Einer. B-Final: 1. Leonie Pless (Ö) 7:43,82. 2. Giulia Pollini (I) 7:45,59. 3. Ladina Meier (Sz) 7:47,73. 4. Amber Van Zomeren (Ho) 7:48,40. 5. Annie Svensson (Sd) 7:49,44. 6. Fabiana Beltrame (Bra) 7:50,53. – Halbfinal: 1. Marieke Keijser (Ho 2) 7:38,54. 2. Elisabeth Woerner (Ho 1) 7:43,57. 3. Fini Sturm (De) 7:44,45. 4. Amber Van Zomeren (Ho 3) 7:45,24. 5. Ladina Meier (Sz) 7:55,32. 6. Leonie Pless (Ö) 7:55,32. – Final C: 1. Martyna Mikolajczak (Po) 7:50,74. 2. Olga Svirska (Let) 7:55,59. 3. Tereza Kocianova (Tsch) 7:56,03. 4. Pauline Delacroix (Sz) 7:59,56. 5. Yuri Choi (Ko) 8:04,86. 6. Camila Valle Granados (Pe) 8:10,43.
Leichtgewichte. Doppelzweier. Hoffnungslauf: 1. Anne Lolk Thomsen, Juliane Rasmussen (Dä) 6:59,58. 2. Sophie Mackenzie, Julia Edward (Neus) 7:00,53. 3. Amber Kraak, Anne Marie Schonk (Ho) 7:04,43. 4. Frédérique Rol, Patricia Merz (Sz) 7:11,62. 5. Yuen Yin Lee, Ka Man Lee (Hkg) 7:25,42.
Männer.
Einer. Halbfinal:
1. Alan Campbell (Gb) 6:55,04. 2. Michal Plocek (Tsch) 6:55,73. 3. Thibaut Verhoeven (F) 6:56,67. 4. Markus Kessler (Sz) 6:58,97. 5. Sverri Nielsen (Dä) 7:13,57. 6. Nils Jakob Hoff (No) 7:28,68.
Doppelvierer. Hoffnungslauf: 1. Italien (Capuano, Rambaldi, Fiume, Gentili) 5:48,05. 2. Polen (Biskup, Chabel, Radosz, Zietarski) 5:48,31. 3. Grossbritannien (Lambert, Townsend, Groom, Thomas) 5:50,39. 4. Schweiz (Roman Röösli, Augustin Maillefer, Nico Stahlberg, Barnabé Delarze) 5:53,40. 5. Tschechien (Rimak, Basl, Sterbak, Klang) 5:56,17. 6. Estland (Jamsa, Raja, Endrekson, Taimsoo)
Leichtgewichte. Einer. B-Final: 1. Silvan Zehnder (Sz) 7:08,50. 2. Matthias Taborsky (Ö) 7:11,29. 3. Uncas Batista (Bra) 7:13,01. 4. Florian Berg (Ö) 7:14,41. 5. Matthias Johansson (Sd) 7:17,89. 6. Mohammed Al-Khafaji (Irak) 7:23,51. – Halbfinal: 1. Rajko Hrvat (Slo) 7:00,22. 2. Luka Radonic (Kro) 7:01,42. 3. Jerzy Kowalski (Po) 7:03,29. 4. Silvan Zehnder (Sz) 7:08,07. 5. Matthias Taborsky (Ö) 7:33,32. 6. Mohammed Al-Khafaji (Irak) 8:02,80.
Leichtgewichte. Doppelzweier. Hoffnungslauf: 1. Gary O’Donovan, Paul O’Donovan (Irl) 6:15,08. 2. Will Fletcher, Richard Chambers (Gb) 6:15,22. 3. Moritz Moos, Jason Osborne (De) 6:15,91. 4. Michael Schmid, Daniel Wiederkehr (Sz) 6:36,24. 5. Bogdan Obreja, Drajan Raicovici (Ro) 7:06,12.

Posen, 18. Juni 2016/rs.