U23-WM Roudnice: Wyss/Birrer bestes Schweizer Boot mit Rang 7

  U23-WM Roudnice: Olivia Wyss und Deborah Birrer bestes Schweizer Boot mit Rang 7

 

Nachdem am Samstag kein Schweizer Boot die A-Finals erreicht hatte, galt es am Sonntagvormittag für die Schweizer Boote, in den B-Finals möglichst gute Rennen und entsprechende Platzierungen zu zeigen. Den erwarteten Sieg im kleinen Finale des Frauen Leichtgewicht-Doppelzweier holten sich Olivia Wyss (SC Sursee)/Deborah Birrer (SC Zug), nachdem sie am Samstag nur knapp den Final nicht erreicht hatten. Ebenfalls kämpferisch trat im Skiff der Frauen Leichtgewichte die Belvoir-Skullerin Angelina Casanova auf, welche sich den zweiten Platz im Rennen holte, was dem insgesamt achten Schlussrang entspricht.   Kurzberichte zu den einzelnen Schweizer Booten:   Doppelzweier Frauen Leichtgewichte (Olivia Wyss / Deborah Birrer) Winzige 15/100 Sekunden fehlten dem Innerschweizer Duo Olivia Wyss (SC Sursee)/Deborah Birrer (SC Zug) am Samstag für den Finaleinzug. Nach der Enttäuschung vom Samstag fokussierten sich die Athletinnen erneut gut und landeten einen Start-Ziel-Sieg, der zu keinem Zeitpunkt gefährdet war. Mit Schlussrang 7 liefern Olivia Wyss/Deborah Birrer das beste Schweizer Resultat der diesjährigen U23-WM im tschechischen Roudnice. Mit offenem Wasser ruderten die Schweizerinnen vor den Booten aus Neuseeland, Kanada, Dänemark, Iran und USA ins Ziel.   Skiff Frauen Leichtgewichte (Angelina Casanova) Das beste Rennen der vergangenen vier Tage zeigte Angelina Casanova im heutigen B-Finale. Letztes Jahr an der U23-WM auf Schlussrang 15 klassiert, machte sie dank dem zweiten Rang im B-Finale einen grossen Schritt nach vorne im Klassement. Der achte Schlussrang liegt im Potenzialbereich der Skullerin vom Belvoir Ruderclub Zürich. Nach einem etwas verhaltenen Start, kämpfte sich Angelina Casanova Schlag für Schlag an die vor ihr liegenden Boote zurück und überholte zuerst die Tschechin, dann die Französin und schliesslich auch die Kanadierin. Nur die Norwegerin Ellingsen war schneller als die Schweizerin. Angelina Casanova ruderte mit einer Bootslänge Rückstand auf dem zweiten Platz über die Ziellinie.   Doppelzweier Männer Leichtgewichte (Simon Schürch / Michael Albisser) Michael Albisser und Simon Schürch ruderten konstant auf dem vierten Rang in ihrem stark besetzten B-Finale. Das Duo vom Seeclub Sursee zeigte ein gegenüber dem Halbfinal wieder verbessertes Rennen, waren aber insgesamt während den letzten vier Renntagen in der Leistung zu wenig konstant, um das Tempo der schnellsten Boote auf der zweiten Streckenhälfte mitzugehen. Gewonnen wurde das Rennen von Spanien vor Norwegen, Grossbritannien und der Schweiz, welche sich vor Dänemark und Japan zu platzieren vermochte.   Skiff Frauen (Katja Hauser) Katja Hauser (Seeclub Wädenswil) zeigte auch im heutigen B-Finale den gleichen Rennverlauf wie an den vergangenen Tagen. Nach einem sehr schnellen Start musste sie sich auf den mittleren tausend Metern von einer Konkurrentin nach der anderen einholen und sogar überholen lassen, was letztlich nicht zu mehr als dem zwölften Schlussrang reichte. Gewonnen wurde das Rennen von Polen vor USA, Dänemark, Niederlande, Serbien und der Schweiz.     Doppelvierer Männer (David Aregger, Emanuel Hoppenstedt, Samuel Annen, Jérémy Maillefer) Der Doppelvierer Männer hat im B-Finale sehr viel Risiko auf sich genommen und startete sehr schnell. Bei Streckenviertel in Führung liegend wurden aber die Schläge im Schweizer Boot zunehmend träge und die Schlagfrequenz fiel im Vergleich zur Konkurrenz zu stark ab. So waren es zuerst die Polen und die Letten, welche das Schweizer Boot überholten. Kurz nach der Streckenhälfte kamen dann auch die Boote aus Italien und den Niederlanden auf und verwiesen den Schweizer Doppelvierer auf den fünften Rang. Ein kapitaler „Krebs“ vor der Tribüne vereitelte dann sowohl den Übergang in den Endspurt wie jegliche Hoffnungen, nochmals nach vorne aufschliessen zu können. Mit dem fünften Rang im B-Finale, was dem elften Schlussrang entspricht, blieb der Schweizer Doppelvierer insgesamt unter den Erwartungen, auch wenn die Stärke und Dichte in der Doppelvierer-Konkurrenz anerkannt werden muss.   Fazit aus Schweizer Sicht Insgesamt blieb die Schweizer Delegation an der U23-WM in Roudnice unter den Erwartungen. Erstmals seit drei Jahren gibt es für das Schweizer Team keine Medaille. Dass sich auch kein Boot für ein A-Finale zu qualifizieren vermochte, ist enttäuschend, auch wenn das A-Finale im Doppelzweier Frauen Leichtgewichte um nur 15 Hundertstelsekunden verpasst wurde und das Schweizer Boot im deutlich stärker besetzten Halbfinale zu rudern hatte. Neben Belgien und Lettland sowie einigen ruderischen Exotenstaaten ist die Schweiz die einzige Nation, welche nicht in einem A-Finale vertreten war. Auch wenn die Chancen der Schweizer Boote durchaus realistisch eingeschätzt werden mussten, ist die Schweiz durchschnittlich im Mittelfeld der Schlussklassemente anzutreffen. Die offiziellen Verbands-Zielsetzungen von Top 10 Platzierungen erreicht haben Olivia Wyss/Deborah Birrer im Doppelzweier Frauen Leichtgewichte, Angelina Casanova im Skiff Frauen Leichtgewichte und Simon Schürch/Michael Albisser im Doppelzweier Männer Leichtgewichte. Insgesamt ist die Palette der in Finals vertretenen Nationen weiter verbreitert worden. Mit Medaillengewinnern aus Iran (Gold im Skiff Leichtgewichte Männer) und Brasilien (Silber im Skiff Leichtgewichte Männer) sowie Finalteilnehmern aus Venezuela und Paraguay muss festgestellt werden, dass in den Kleinbooten auch künftig mit diesen Nationen gerechnet werden muss. Insgesamt war der Leistungsstandard der U23-Altersklasse in allen Bootsklassen erwartet hoch, was sich auch an den zahlreichen neuen U23-Weltbestzeiten wiederspiegelt, welche auf der Regattabahn von Roudnice errudert werden konnten.     Rudern: U23-Weltmeisterschaften 2009 – Resultate B-Finals mit Schweizer Beteiligung Roudnice (Tschechien). Sonntag, 25. Juli 2009 Frauen Leichtgewichte. Doppelzweier (B-Finale, Ränge 7-12): 1. Schweiz (Olivia Wyss / Deborah Birrer) 7:18,93. 2. Neuseeland (Trautvetter/Ayling) 7:22,45. 3. Kanada (Gregory/Twyman) 7:22,45. 4. Dänemark (Pultz/Christensen) 7:30,76. 5. Iran (Benyaghoub/Moradkhani) 7:30,76. 6. USA (Mc Alpine/Davis) 7:48.08. Skiff (B-Finale, Ränge 7-12): 1. Anniken Ellingsen (No) 8:01,05. 2. Angelina Casanova (Sz) 8:04,92. 3. Ricki Baxter (Ka) 8:07,35. 4. Nikol Richterova (Tsch) 8:12,53. 5. Rachel Jung (Fra) 8:12,84. 6. Kimberlin Meneses (Ven) 8:22,23. Männer Leichtgewichte. Doppelzweier (B-Finale, Ränge 7-12): 1. Spanien (Bertran/Sigurboernsson) 6:22,01. 2. Norwegen (Brun/Strandli) 6:22,19. 3. Grossbritannien (Preston/Rowe) 6:27,82. 4. Schweiz (Michael Albisser, Simon Schürch) 6:32,11. 5. Dänemark (Ramboel/Nielsen) 6:34,75. 6. Japan (Ikeda/Yaji) 6:36,47. Frauen. Skiff (B-Finale, Ränge 7-12): 1. Natalia Madaj (Pol) 7:42,35. 2. Helen Tompkins (USA) 7:43,42. 3. Lisbeth Jakobsen (Dä) 7:45,50. 4. Kirsten Wielaard (Ho) 7:46,01. 5. Ivana Filipovic (Ser) 7:48,19. 6. Katja Hauser (Sz) 8:00,52. Männer. Doppelvierer (B-Finale, Ränge 7-12): 1. Lettland 5:53,45. 2. Italien 5:54,69. 3. Polen und  Niederlande 5:56,96. 5. Schweiz (David Aregger, Emanuel Hoppenstedt, Samuel Annen, Jérémy Maillefer) 6:05,21. 6. Russland 6:10,68.   Detaillierte Resultate sowie alle Resultate des Tages können unter www.worldrowing.com abgerufen werden.   Roudnice, 26. Juli 2009/Christian Stofer