Das Schweizer Resultatblatt: Interview Rüedi/Schürch

  Das Schweizer Resultatblatt: Interview Rüedi/Schürch

Simon Niepmann und Lucas Tramèr halten die Weltbestzeit im leichten Zweier ohne Steuermann. Fiorin Rüedi und Joel Schürch seit Donnerstag jene in der Kategorie der unter 23-Jährigen. Die offiziellen Start- und Resultatlisten in dieser Kategorie sind damit künftig sehr schweizerisch. Was dies für ein Gefühl ist und weshalb es in Rio einfach war, den Fokus auf der U23-WM zu behalten, erzählen Fiorin Rüedi und Joel Schürch im Interview.

>> Live Stream WM Rotterdam
>> Bilder Donnerstag, 25. August 2016 (von Detlev Seyb)

Herzlichen Glückwunsch! U23-Weltmeister in U23-Weltbestzeit.
Fiorin Rüedi: Es ist genial. Wir freuen uns sehr.
Joel Schürch: Der Rennplan ist voll aufgegangen.

Wie Ihr auf der zweiten Streckenhälfte aufgedreht habt, und die Griechen stehen gelassen habt, erinnerte stark an den leichten Vierer...
Joel: Das ist richtig. Wir sind taktisch ähnlich gefahren wie sie. Simon hatte mich am Vorabend noch angerufen, um uns ein paar Geheimtipps zu geben.
Fiorin: Obschon ich während dem Rennen das Gefühl hatte, dass es extrem schnell vorbei geht, war es auch das härteste Rennen meines Lebens.

Das war ja nicht nur ein Gefühl. So schnell wie ihr ist noch nie jemand in dieser Kategorie gefahren.
Fiorin: Das ist schon speziell und zeigt uns, dass wir wirklich die Schnellsten sind. Niemand hätte uns geschlagen.

Simon Niepmann und Lucas Tramèr halten die Weltbestzeit, ihr jene bei den unter 23-Jährigen...
Fiorin: ... das ist sehr cool. Nächstes Jahr wird auf den U23-Start- und Resultatlisten gleich drei Mal Schweiz stehen:

Weltbestzeit: Schweiz
U23-Weltbestzeit: Schweiz
Aktueller Weltmeister: Schweiz

Ihr seid erst vor 10 Tagen aus Rio zurückgekommen, wo ihr als Ersatzleute für den Gold-Vierer im Einsatz gewesen seid. War es bei diesem Mega-Event schwierig, den Fokus auf Eurem Saisonhöhepunkt, der U23-WM zu halten.
Fiorin: Eigentlich überhaupt nicht. Die Olympischen Spiele waren sehr beeindruckend in Bezug auf die Grösse und die Organisation. Aber die Regatta selber war wie gewohnt, ausser das wir keine Rennen gefahren sind.
Joel: Wir haben die Zeit in Rio als Trainingslager betrachtet und uns auf mögliche windige Verhältnisse mit schlechten Wasserverhältnissen hier in Rotterdam vorbereitet. Das wäre in Sarnen nicht möglich gewesen.
Fiorin: Dieses Training bei schwierigen Bedingungen gab uns sicher auch zusätzliches Selbstvertrauen.

Ihr wart also auf alles vorbereitet?
(Gelächter) Joel: Auf etwas nicht.

Ja?
Fiorin: Auf das Singen der Nationalhymne. Nicolas hatte den Text noch schnell auf sein Smartphone heruntergeladen und uns vor der Medaillenzeremonie in der Mixed-Zone gezeigt. Aber mehr als drei Zeilen haben wir dann nicht hingekriegt.

Fiorin, Du hast Nicols Kamber erwähnt. Wie schön ist es, das hier in einem so grossen Team vor Ort seid?
Fiorin: Sehr. Wir können gemeinsam feiern und unsere Freude teilen.

Während der Weltcup-Saison seid ihr die Jungen im Team gewesen. Hier an dieser WM nun die Ältesten. Habt ihr diesen Rollenwechsel gespürt?
Fiorin: Absolut. Vor ein paar Tagen hat sich beispielweise der Junioren Zweier ohne zu uns an den Tisch gesetzt und nach Tipps gefragt. Wir können weitergeben, was wir selber im Weltcup von den routinierteren Ruderer und Ruderinnen lernen durften. Das macht man sehr gerne.

Die intensive Saison mit der ersten Weltcup-Medaille, der Teilnahme an den Olympischen Spielen und dem U23-Weltmeistertitel ist nun zu Ende. Was macht ihr als nächstes?
Joel: Bei mir geht es nahtlos weiter. Am Montag starte ich gleich mit der Berufsmatura und Ende Oktober mit der Sportler-RS.
Fiorin: Bei mir geht das Studium Mitte September weiter. Davor werde ich noch etwas Urlaub machen, aber geplant habe ich noch nichts.

Interview: Regula Schweizer, Kommunikation SRV, Rotterdam