Jan Schäuble wird an der Junioren-WM starker Fünfter

  Jan Schäuble wird an der Junioren-WM starker Fünfter

Erfolgreicher Schlusstag für das Schweizer Team an der Junioren-WM: Jan Schäuble (Seeclub Stansstad) zeigt noch einmal ein starkes Rennen und beendet die Regatta auf dem ausgezeichneten 5. Rang. Zudem gelingt dem Junioren-Achter das beste Rennen der Saison und Rang 8 in der Gesamtwertung. Das gute Teamergebnis ergänzen die Juniorinnen mit zwei zwölften Plätzen im Einer und Doppelvierer. SRV-Direktor Christian Stofer zieht über alle Nachwuchsboote hinweg eine positive Bilanz. Die Zielsetzungen wurden erreicht und mit dem U23-Weltmeistertitel und der Silbermedaille konnten Glanzpunkte gesetzt werden.

Im heutigen Einer-A-Final an den Junioren-Weltmeisterschaften ist Jan Schäuble vom Seeclub Stansstad der Jüngste gewesen. Mit einer Ausnahme hatten alle seine Gegner bereits Rennerfahrung an Junioren-Weltmeisterschaften oder wie der Litauer Armandas Kelmelis bereits an Olympischen Spielen. Die Verhältnisse waren bei starkem Seitenwind äusserst schwierig. Doch das alles brachte Jan Schäuble nicht aus der Ruhe. In seiner gewohnten Art startete der 16-Jährige verhalten, bevor er mit seinem beeindruckenden «Grundvertrauen» wie es die Nachwuchschefin Anne-Marie Howald nennt und seiner sauberen Technik am Dänen vorbeizog und den viertplatzierten Weissrussen noch einmal in Bedrängnis brachte. Am Ende resultierte Rang 5. Gewonnen wurde das Rennen in souveräner Art und Weise vom Europameister und Olympia-Starter aus Litauen Armandas Kelmelis. Mit dem 5. Rang an seinen ersten Junioren-Weltmeisterschaften ist Jan Schäuble «mehr als zufrieden» und seine Nationalmannschaftskollegen und -kolleginnen begrüssten den Gymnasiasten an Land mit einem spontanen Applaus. Ganz stark.

Steigerungslauf für Juniorenachter
«Wir haben das Maximum herausgeholt», bilanziert ein zufriedener Marius Merkt (Grasshopper Club Zürich) nach dem B-Final. Der Bugmann des Juniorenachters hatte soeben gemeinsam mit seinen Teamkollegen Dominic Condrau (Ruderclub Rapperswil‐Jona), Morton Schubert (Seeclub Stäfa), Hugo van de Graaf (Club d’Aviron Vésenaz), Manuel Baumann (See-Club Luzern), Jonah Plock (Ruderclub Rapperswil‐Jona), Flurin Letta (Ruderclub Schaffhausen), Andrin Gulich (Seeclub Küsnacht) und Steuermann Kieran Hurst (Seeclub Zürich) die Weltmeisterschaften auf dem 8. Rang beendet. Im abschliessenden Rennen wurde die Crew nur von den Dritten der Junioren-EM aus Rumänien bezwungen. Den starken Schlussspurt der Spanier wehrten sie erfolgreich ab. Verglichen zu den Rumänen hat das Team um Schlagmann Manuel Baumann seit der Junioren-EM, die sie auf dem 6. Platz abschlossen haben, einen klaren Fortschritt gemacht. So konnten auch die an den Europameisterschaften noch um einen Rang besser klassierten Dänen im heutigen B-Final klar bezwungen werden. «Die fünf Wochen Trainingslager haben uns sehr viel weitergebracht», sagt Marius Merkt. An der Regatta legte das Team einen richtigen Steigerungslauf hin: Auf einen durchschnittlichen Vorlauf folgte ein guter Hoffnungslauf und im B-Final ein Rennen «wie es sein sollte», um die Worte von Marius Merkt zu verwenden. Mit dem allerbesten Rennen die Saison abzuschliessen, sei ein gutes Gefühl, so der 17-Jährige, der hofft, dass die Schweiz auch künftig das Projekt «Junioren-Achter» weiterführt: «Ich bin leider nächstes Jahr nicht mehr Junior. Aber es ist eine super Sache. Jeder Junior will Achter fahren.»

Juniorinnen-Boote erfüllen Erwartungen
Bei schwierigen Windverhältnissen starteten auch beide Juniorinnen-Boote heute in den B-Finals. Im Juniorinnen-Einer gelang es Nina Baumann (See-Club Luzern) – anders als noch im Halbfinal – bis zur Streckenhälfte an der Kroatin Teuta Lea Stojakovic dranzubleiben. Im Ziel war es dann für die Luzernerin Rang 6 und damit Rang 12 in der Endabrechnung. Für die Nachwuchschefin Anne-Marie Howald eine gute Leistung: «Nina ist im Vorlauf und Hoffnungslauf gut gefahren und hat ihre Chancen genutzt. Sie hat unsere Erwartungen hier mehr als erfüllt.» Mit der B-Final-Teilnahme ebenfalls die Erwartungen erfüllt hat der Juniorinnen-Doppelvierer mit Sofia Méakin (Club d’Aviron de Vésenaz), Olivia Negrinotti (Socità Canottieri Ceresio), Larissa Conrad (See-Club Luzern) und Jana Nussbaumer (See-Club Zug). In diesem Rennen, das Jana Nussbaumer wegen des starken Seitenwindes als «sehr herausfordernd» bezeichnete, zeigte die Crew ein engagiertes Rennen konnte aber das Tempo auf der zweiten Streckenhälfte nicht mitgehen und beendete damit das Rennen wie Nina Baumann auf dem sechsten und damit 12. Gesamtrang.

Multi-WM: Ein gigantischer Anlass
Damit ist heute die erste Multi-WM zu Ende gegangen. In Rotterdam sind über acht Tage hinweg sowohl die Weltmeistertitel der Elite wie auch der unter 23-Jährigen und der Junioren vergeben worden. «Die Grösse des Anlass ist gigantisch», zieht SRV-Direktor Christian Stofer Bilanz und sagt klar: «Wir plädieren dafür, dass dies nicht mehr so durchgeführt wird. Es ist zu gross.» Sportlich zieht der Verbandsdirektor eine positive Bilanz: Der U23-Weltmeistertitel in Weltbestzeit im leichten Zweier ohne und die Silbermedaille im U23-Leichtgewichts-Doppelvierer sowie die Finalqualifikation im U23-Leichtgewichts-Vierer und von Jan Schäuble im Junioren-Einer seien grossartig. «Im U23-Bereich haben wir unsere Zielsetzung vollumfänglich erreicht. Schade ist, dass bei der Elite bei den Leichtgewichts-Einern keine Finalqualifikation gelang. Die Junioren haben Top 8-Plätze geschafft, die Juniorinnen erreichten mit guten Rennen in den Hoffnungsläufen die Halbfinalqualifikation. Da gibt es Steigerungspotenzial. Die Ausgangslage für die Zukunft ist indes gut.», sagt Christian Stofer.

Resultate
Junioren-Weltmeisterschaften in Rotterdam (21. bis 28. August 2016)

Junioren.
Einer. A-Final.
1. Armandas Kelmelis (Lit) 7:09,72. 2. Anton Finger (De) 7:13,25. 3. Lucas Ferreira (Bra) 7:15,90. 4. Aliaksandr Pashevich (WRus) 7:19,54. 5. Jan Schäuble (Sz) 7:22,76. 6. Emil Lenzing (Dä) 7:33,24.

Achter. B-Final. 1. Rumänien (Ciobica, Mihai, Baitoc, Moraru, Lehaci, Catruna, Chiruta, Stm. Malis) 5:45,19. 2. Schweiz (Marius Merkt, Dominc Condrau, Andrin Gulich, Flurin Letta, Jonah Plock, Morton Schubert, Hugo van de Graaf, Manuel Baumann, Stm. Kieran Hurst) 5:46,99. 3. Spanien (Nunez-Gonzalez, Basterretxea Canta, Serrano, Manosalbas, Lorente Alman, Ruiz Gasparin, Carracedo, Garcia Ferrero, Stm. Martinez Moreno) 5:47,16. 4. Russland (Solovev, Gindich, Zhovner, Belousenko, Sirko, Kholodilov, Shibeko, Monchenko, Stm. Popov) 5:49,07. 5. Dänemark (Valbirk, Hagemann, Bernsen, Carlsen, Rusbjerg, Aaslet, Kok, Poulsen, Stm. Lund) 5:49,69. 6. Kroatien (Smircic, Gojanovic-Rakic, Garma, Loncaric, Loncaric, Mikulic, Forjan, Maletic, Stm. Validzic) 5:52,43.

Juniorinnen.
Einer. B-Final.
1. Eliza Kallfelz (USA) 7:51,43. 2. Rachel Willaumez (Be) 7:54,07. 3. Alice Ekros (Sd) 8:01,95. 4. Qianwen Yuan (Chn) 8:03,24. 5. Teuta Lea Stojakovic (Kro) 8:03,82. 6. Nina Baumann (Sz) 8:10,73.

Doppelvierer. B-Final. 1. Rumänien (Rosu, Ailincai, Grapinoiu, Morosan) 6:41,58. 2. Italien (Ravoni, Montesano, Mondelli, Mignemi) 6:43,46. 3. USA (Carr, Milligan, Grundig, Van de Grift) 6:44,78. 4. Dänemark (Mathiasen, Hammer, Nielsen, Vestergaard 6:44,86. 5. Australien (Bartram, Froebel, Connaghan, Galloway) 6:46,89. 6. Schweiz (Sofia Méakin, Olivia Negrinotti, Larissa Conrad, Jana Nussbaumer) 6:52,40.

Rotterdam, 28. August 2016/rs.