EM-SILBERMEDAILLE FÜR VONARBURG/STOFER IN BREST

  EM-SILBERMEDAILLE FÜR VONARBURG/STOFER IN BREST

 

> Bericht im Sportpanorama des Schweizer Fernsehens vom 20.09.2009

> Bildergalerie vom Finaltag der Ruder-EM in Brest (WRuss). (20.09.2009)

Im Finalrennen der Männer Doppelzweier haben sich die beiden Sempacher André Vonarburg und Florian Stofer in einem packenden Rennen gegen die WM-Dritten Allar Raja/Kaspar Taimsoo (Estland) die Silbermedaille geholt. Während des ganzen Rennens lag das Schweizer Boot zwischen einer halben und drei Viertel Bootslängen hinter Estland. Mehrfach aggressiv gefahrene Zwischenspurts brachten das Schweizer Boot jeweils wieder bis auf eine halbe Bootslänge an die Esten heran, welche aber alle Versuche von Vonarburg/Stofer zu kontern vermochten. Nationaltrainer Tim Foster zeigte sich nach dem Rennen zufrieden mit der Leistung von Stofer/Vonarburg. Insbesondere die Umsetzung der taktischen Anweisungen ist gut gelungen und das Boot aus Estland wurde konstant unter Druck gesetzt. Für beide Ruderer bedeutet es die erste Medaille in der Elite-Kategorie überhaupt. Regina Naunheim, die zweite Finalistin des Schweizerischen Ruderverbandes an der EM in Brest, belegte im Finalrennen der Einer Frauen den fünften Rang.   Für das Finalrennen konnten sich nebst dem Schweizer Doppelzweier mit André Vonarburg und Florian Stofer ausschliesslich osteuropäische Boote qualifizieren. Wie die Schweizer waren auch die Esten Raja/Taimsoo (WM-Dritte von Poznan) als Vorlaufsieger direkt für das A-Finale qualifiziert. Über die Hoffnungsläufe kamen die Boote aus Weissrussland, Russland, Ukraine und Serbien (WM-Sechste in Poznan) ins Finale. Die Esten starteten gewohnt schnell und übernahmen sogleich die Führung vor Russland und der gleichauf rudernden Vonarburg/Stofer. Auf dem zweiten Streckenviertel vermochten sich dann Vonarburg/Stofer von den Russen Morgachev/Spinev zu lösen und ruderten mit zirka drei Viertel Bootslänge Rückstand hinter Estland. Kurz nach Streckenhälfte erfolgte der Schweizer Angriff auf die estonische Führung. Mit jedem Schlag vermochten Vonarburg/Stofer näher zu kommen und schafften dies auch bis knapp auf eine Viertel Bootslänge Rückstand. Dann erfolgte die Reaktion der Esten und so vermochten sie den Vorsprung wieder auf etwas über eine halbe Bootslänge auszubauen. Im Endspurt waren es dann die WM-Sechsten aus Serbien, welche von hinten noch auf den Bronze-Platz sprinteten. Vonarburg/Stofer kämpften bis zum letzten Schlag aufopfernd, vermochten jedoch das Boot aus Estland nicht mehr einzuholen. Mit der Silbermedaille zufrieden zeigte sich Nationaltrainer Tim Foster. „Es war eine gute taktische Umsetzung und ein sehr engagiertes Rennen, in welchem André und Florian alles versucht haben und so die Silbermedaille gewinnen konnten gegen gute Konkurrenz“, sagte Tim Foster. Die Siegerehrung sichtlich geniessen konnte dann André Vonarburg, der seine erste Elite-Medaille auf internationalem Parkett feiern konnte. Gleiches gilt auch für Schlagmann Florian Stofer, für den eine schwierige Saison mit Rippen-Verletzung zum Saisonstart einen erfreulichen Abschluss nimmt. Das Rennen fand bei sonnigen Verhältnissen und starkem seitlichen Wind auf der neuen Regattabahn von Brest (Weissrussland) statt.   5. Rang für Regina Naunheim Regina Naunheim (Seeclub Wädenswil) startete gut ins Finalrennen und hielt Kontakt mit der Russin Levina und der Schwedin Svensson, allesamt Kandidatinnen für eine Medaille. Regina Naunheim ist als Wettkampftyp bekannt und hatte gute erste 1250 Meter des Rennens. Danach teilte sich das Feld und Regina Naunheim rutschte auf den fünften Rang zurück, welchen sie bis zum Ziel behielt. Die Medaillen gingen an Weltmeisterin und Lokalmatadorin Ekaterina Karsten sowie Mirka Knapkova (Tsch) sowie die Russin Julia Levina.     B-Finals für die Frauen Doppelzweier Die EM-Regatta ebenfalls beendet haben die beiden Frauen Doppelzweier der schweren und leichten Kategorie. Im Doppelzweier Frauen Leichtgewichte ruderten Eliane Waser (Seeclub Luzern) und Fabiane Albrecht (Seeclub Thun) auf den zweiten Rang, was dem achten Gesamtrang entspricht. Das Duo zeigte heute das beste Rennen der ganzen EM, blieb jedoch mit der Gesamtrangierung unter den Erwartungen. Gleiches gilt für den Doppelzweier der Frauen mit Nora Fiechter (Ruderclub Blauweiss Basel) und Sara Hofmann (Seeclub Biel. Als Gesamtneunte konnten sie lediglich das österreichische Boot hinter sich lassen. Bereits am Samstag hat Skiffier Fabrizio Güttinger bei seinem Comeback nach fünfjähriger Abstinenz die Regatta auf dem 15. Rang abgeschlossen.   Fazit Der Schweizerische Ruderverband darf die Expedition nach Brest als geglückt bezeichnen. Mit der EM-Silbermedaille durch André Vonarburg und Florian Stofer konnte nach WM-Gold durch Pamela Weisshaupt vor drei Wochen erneut ein Medaillenerfolg gefeiert werden. Mit zwei Finalplätzen aus fünf gestarteten Booten wurden die Erwartungen nicht ganz erreicht. Von den Doppelzweiern bei den Frauen wurde insgeheim doch mehr erwartet als ein achter, resp. neunter Rang. Als Positivum bleibt festzuhalten, dass sich beide Boote im Verlaufe der EM-Regatta zu steigern wussten und die Regatta mit ihren jeweils besten Rennen abgeschlossen haben. Auch Skiffier Fabrizio Güttinger konnte nicht in die erste Ranglistenhälfte vordringen und musste sich mit einem 15. Rang begnügen. Sein Comeback in diesem Jahr läuft aber dennoch unter den erfreulicheren Kapiteln des Schweizer Rudersportes. Die EM-Regatta bedeutete für die neue Regattastrecke in Brest die erste Bewährungsprobe, welche sie vollumfänglich bestanden hat. Der internationale Rudersport verfügt in Brest über eine hochmoderne, grosszügig angelegte Anlage, welche alle Bedürfnisse der verschiedenen Akteure zu erfüllen vermag. Mit dem grossen Publikumsaufmarsch der weissrussischen Bevölkerung wurde zudem der Stellenwert des Sports im Alltagsleben unterstrichen. Erfolgreichste Nation war wie bereits im letzten Jahr Griechenland mit vier Gold- und einer Silbermedaille vor der Ukraine (2/1/1) und Rumänien (2/0/1). Der Schweizerische Ruderverband ist mit einer Silbermedaille auf dem 13. Rang des Medaillenspiegels. 17 Nationen konnten in den 14 geruderten Bootsklassen Medaillen gewinnen. Das Schweizer Team kehrt am Montagabend, 21. September 2009 um 21:50 Uhr am Flughafen Zürich in die Schweiz zurück.   Rudern: Europameisterschaften 2009 – Resultate dritter Wettkampftag mit Schweizer Beteiligung Brest (Weissrussland). Sonntag, 20. September 2009 Männer Doppelzweier. Finale A (1. bis 6. Rang): 1. Allar Raja/Kaspar Taimsoo (Est) 6:28,82. 2. André Vonarburg/Florian Stofer (Sz) 6 :30,87. 3. Marka Marjanovic/Dusan Bogicevic (Ser) 6:36,85. 4. Artem Morozov/Vitaliy Kryvenko (Ukr) 6:37,52. 5. Nikita Morgachev/Nikolay Spinev (Russ) 6:41,65. 6. Aliaksandr Ivashka / Dzianis Suravets (WRuss) 6:48,56. Frauen Skiff. Finale A (1. bis 6. Rang): 1. Ekaterina Karsten (WRuss) 7:40,02. 2. Mirka Knapkova (Tsch) 7:43,79. 3. Julia Levina (Russ) 7:51,15. 4. Frida Svensson (Swe) 7:58,12. 5. Regina Naunheim (Sz) 8:05,99. 6. Nataliia Lialchuk (Ukr) 8:13,95. Frauen Doppelzweier Leichtgewichte. Finale B (7.-10. Rang): 1. Guillen Cruz/Arrazola (Sp) 7:26,36. 2. Eliane Waser/Fabiane Albrecht (Sz) 7:28,24. 3. Janakova/Nachazelova (Tsch) 7:32,03. 4. Noseda/Trivella (It) 7:33,57. Frauen Doppelzweier. Finale B (7.-10. Rang): 1. Lepke/Bär (De) 7:11,03. 2. Saltyte/Albertaviciute (Lit) 7:13,30. 3. Sara Hofmann/Nora Fiechter (Sz) 7:17,79. 4. Pühringer/Wolfsberger (Oe) 7:21,61.   Detaillierte Resultate sowie alle Resultate des Tages können unter www.worldrowing.com abgerufen werden.   Brest, 20. September 2009/Christian Stofer