Weltcup Luzern: 2 Schweizer Boote auf dem Rotsee im Final

  Weltcup Luzern: 2 Schweizer Boote auf dem Rotsee im Final

Zwei Boote der Olympischen Bootsklassen haben an der Weltcup-Ruder-Regatta auf dem Rotsee die Finalqualifikation geschafft. Damit sorgen der Männer Doppelzweier mit André Vonarburg und Florian Stofer sowie der Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte mit Mario Gyr, Simon Niepmann, Lucas Tramèr und Simon Schürch für eine erfreuliche Schweizer Bilanz. Seit Jahren war die SRV-Flotte in den olympischen Bootsklassen nicht mehr so stark am Rotsee vertreten wie in diesem Jahr. Die Weltcup-Finalregatta auf dem Rotsee ist von 54 Nationen besucht und dient den meisten Nationen als letzte Testregatta für die Vornahme der Selektionen für die Weltmeisterschaften in Neuseeland.

Am heutigen Samstag standen auf dem Rotsee die Halbfinalrennen in den olympischen Bootsklassen auf dem Programm. Insgesamt fünf Schweizer Boote hatten sich für die Halbfinalrennen qualifiziert. Der Frauen-Doppelvierer ruderte im Hoffnungslauf um den Einzug in das A-Finale.

Männer Doppelzweier sicher für das Finale qualifiziert.
Der Männer Doppelzweier mit André Vonarburg und Florian Stofer (beide Seeclub Sempach) hinterliess im Halbfinale auf dem Rotsee heute Nachmittag einen starken Eindruck. Das Sempacher Duo ruderte dynamisch und startete schnell. Sie zogen gleich mit den Slowenen, die für einen schnellen Start bekannt sind, und orientierten sich dann am neuseeländischen Boot. Den beiden Schweizern gelang es, den Kontakt zu den führenden Booten immer zu halten. Meist auf dem dritten Platz liegend, zwischenzeitlich auch auf dem zweiten Platz rudernd, qualifizierten sich Florian Stofer und André Vonarburg sicher für das Halbfinale. Auch der sonst immer imposante Schlusssprint im amerikanischen Boot, konnte die Schweizer nicht mehr in Verlegenheit bringen. Mit 1.95 Sekunden Rückstand auf den Laufsieger Grossbritannien kreuzte das Schweizer Boot die Ziellinie als Dritte. Zweite wurde das Boot aus Neuseeland. Die Boote aus USA, Slowenien und Polen wurden ins B-Finale verwiesen.
Der A-Final im Männer Doppelzweier startet am Sonntag um 13:03 Uhr und wird live auf SF 2 übertragen.

Erneut beeindruckendes Rennen im Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte
Hühnerhautstimmung trotz Temperaturen über 30 Grad herrschte während des Halbfinalrennens im Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte. Mario Gyr (Seeclub Luzern), Simon Niepmann (Seeclub Zürich), Lucas Tramèr (Club de l’Aviron Vésenaz) und Simon Schürch (Seeclub Sursee) ruderten in beeindruckender Manier immer mit an der Spitze des Feldes. Der Rückstand betrug nie mehr als eine Sekunde auf das führende Boot, welches sie in der Mitte des Rennens selber waren. Der Gyr-Vierer läuft einfach und das Rudern sieht leicht aus, wie wenn es eine Selbstverständlichkeit wäre. Erst im letzten Streckenviertel passierten dann die Boote aus Grossbritannien und Dänemark das Schweizer Boot wieder. Grossbritannien wurde Halbfinalsieger, Dänemark Zweiter und das Schweizer Boot kam mit einem Rückstand von 1.21 Sekunden ins Ziel. Die Boote aus Tschechien, Australien und Frankreich konnten das Schweizer Boot zu keinem Zeitpunkt ernsthaft unter Druck setzen, so dass die zweite Schweizer Finalqualifikation am heutigen Nachmittag Tatsache wurde. Der A-Final im Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte startet am Sonntag um 13:17 Uhr und wird live auf SF 2 übertragen.

 

Fabrizio Güttinger nach taktischem Rennen im B-Finale der Männer Einer
Nach dem grossartigen Viertelfinale am Freitagabend von Fabrizio Güttinger im Skiff der Männer, bekam er eine harte Laufeinteilung vorgesetzt im Halbfinale. So traf er gleich auf drei der ganz grossen Dominatoren im Einer. Weltcup-Dominator Ondrej Synek (Tsch), Weltmeister Mahe Drysdale (Neus) und Olympiasieger Olaf Tufte (No) waren die klaren Favoriten im Halbfinale. Bereits früh im Rennen war klar, dass Güttinger keine Chance hatte, die drei Favoriten in Verlegenheit zu bringen. Richtigerweise konzentrierte sich Güttinger dann auf das Schonen der Kräfte und in der Hitze auf dem Rotsee nicht zu viel Substanz zu verlieren. Insofern muss das Halbfinalrennen von Fabrizio Güttinger als taktisches Rennen gewertet werden. Fabrizio Güttinger rudert am Sonntagvormittag um 09:57 Uhr.

Frauen Doppelvierer vorerst auf A-Final Kurs, letztlich im B-Finale
Im Hoffnungslauf der Frauen-Doppelvierer präsentierte sich der Schweizer Doppelvierer wieder gestärkt. Das Schweizer Boot mit Schlagfrau Martina Ernst (Belvoir RC Zürich), Katja Hauser (Seeclub Wädenswil), Nora Fiechter (Ruderclub Blauweiss Basel) und Bugfrau Regina Naunheim (Seeclub Wädenswil) ruderte aggressiver und tauchte dann auch prompt zusammen mit China, Boot 1, an der Spitze des Feldes auf. Kurz nach der Streckenhälfte war es dann aber das direkt neben den Schweizerinnen rudernde Boot aus Neuseeland, das sich immer näher an die Schweizerinnen heranschob und dann rund 500 Meter vor dem Ziel gleichzog. Auf den letzten 500 Metern fehlte im Schweizer Boot dann etwas die Kraft, um nochmals um den A-Finalplatz mitfahren zu können. Es wurde jedoch weiterhin engagiert gekämpft, aber es waren die Boote aus China und Neuseeland, welche sich die beiden letzten Plätze im A-Final geholt haben. Die Schweiz rudert am Sonntavormittag um 09:33 Uhr gegen Holland, China (2) und Weissrussland.

Entäuschung im Frauen Doppelzweier Leichtgewichte
Ohne Chance blieb der Doppelzweier Frauen Leichtgewichte mit Pamela Weisshaupt (Seeclub Küsnacht) und Olivia Wyss (Seeclub Sursee). Den beiden Schweizerinnen gelang es nicht, gleich zu Beginn des Rennens das Tempo der anderen Boote mitzugehen. Schon auf den ersten 500 Metern verloren Weisshaupt/Wyss über 5 Sekunden und damit auch jeglichen Kontakt zu den fünf restlichen Booten. So wurde es auf der Bahn 6 ein einsames Rennen der beiden Schweizerinnen am Schluss des Feldes. Eine Finalqualifikation war nie in Reichweite und der Rückstand wuchs bis ins Ziel auf insgesamt 19 Sekunden an. Damit rudern Weisshaupt/Wyss am Sonntagvormittag, 09:15 Uhr, im B-Finale um die Platzierungen 7 bis 12.

In den Platzierungsrennen, die ebenfalls am Samstagvormittag stattgefunden haben erzielten die Schweizer Boote die folgenden Platzierungen:
Im Einer Leichtgewichte ruderte Frédéric Hanselmann (Lausanne Sports) auf den 13. Rang, Silvan Zehnder (Seeclub Zürich) klassierte sich auf dem 28. Rang. Eliane Waser (Seeclub Luzern) wurde im Skiff Frauer Leichtgewicht 14. Patrick Joye (GC Zürich) und Raphaël Jeanneret (CA Vevey) wurden im Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte auf dem 10. Platz klassiert. Im Doppelzweier Frauen Leichtgewichte ruderte das zweite Schweizer Boot mit Fabiane Albrecht (Seeclub Thun) und Deborah Birrer (Seeclub Zug) auf den 16. Rang. Dimitri Weitnauer (Ruderclub Thalwil) ruderte im Einer der Männer auf den 29. Schlussrang.

Die Rennen auf dem Rotsee fanden bei besten Wasser-Bedingungen und Windstille statt. Die Temperaturen waren erneut sehr warm. Die Rennen mussten kurz nach 15 Uhr für 90 Minuten unterbrochen werden, da sich eine Bahnbegrenzung löste und die Strecke erst wieder hergestellt werden musste. Die Rennen konnten um 17 Uhr planmässig fortgesetzt werden.

Am Sonntag finden die Finalrennen (A- und B-Finale) in den olympischen Bootsklassen statt. 5 Boote des Schweizerischen Ruderverbandes rudern am Sonntag noch immer auf dem Rotsee. 3 Schweizer Boote bestreiten die B-Finals (Ränge 7-12). Der Männer Doppelzweier sowie der Männer Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte werden die grossen Rotsee-Finals bestreiten.

Die Rennen vom Rotsee live auf TV
Die Rennen vom Rotsee werden live auf SF 2 und Eurosport übertragen.
SF 2: 13:00 Uhr bis 13:30 Uhr, danach weiter live vom Rotsee auf SFinfo
Eurosport: 10:15 Uhr bis 11:45 Uhr Live-Übertragung vom Rotsee, Aufzeichung von 20:15-21:00 Uhr

Rudern: Ruder-Weltcup in Luzern (Schweiz), Resultate Halbfinals mit Schweizer Beteiligung vom 10.07.2010
Männer

Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte, 1. Halbfinal: 1. Grossbritannien 5:58,80. 2. Dänemark 5:59,22. 3. Schweiz (Mario Gyr, Simon Niepmann, Lucas Tramèr, Simon Schürch) 6:00,01. 4. Tschechien 6:02,77. 5. Australien 6:04,60. 6. Frankreich 6:05,68. Schweiz somit im A-Finale vom Sonntag.
Doppelzweier, 2. Halbfinale: 1. Wells/Bateman (Gb) 6:13,20. 2. Cohen/Sullivan (Neus) 6:14,09. 3. Vonarburg/Stofer (Sz) 6:15,15. 4. Ochal/Anderson (USA) 6:17,96. 5. Spik/Spik (Sln) 6:25,99. 6. Sloma/Chabel (Pol) 6:26,21.. Stofer/Vonarburg damit im A-Finale.
Einer, 1. Halbfinale: 1. Ondrej Synek (Tsch) 6:55,54. 2. Mahe Drysdale (Neus) 6:57,35. 3. Olaf Tufte (No) 6:57,45. 4. Angel Fournier Rodriguez (Kub) 7:04,49. 5. Fabrizio Güttinger (Sz) 7:26,49. 6. Roel Braas (Ho) 7:42,34. Fabrizio Güttinger damit im B-Finale vom Sonntag. Ferner: 29. Dimitri Weitnauer (Sz) 7:18,76.
Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte, Final B (Ränge 7-12): 1. Li/Li (China) 6:47,29. 2. Zielinski/Dittmann (Dä) 6:48,53. 3. Wisgott/Gerhardt (De) 6:49,23. 4. Schweiz (Patrick Joye, Raphaël Jeanneret) 6:49,94. 5. La Padula/di Somma (I) 6:57,32. 6. Tang/Kwan (Hkg) 7:05,25. Schweiz somit im 10. Schlussrang.
Skiff Leichtgewichte, C-Final (Ränge 13-18): 1. Frédéric Hanselmann (Sz) 7:05,30. 2. Barthelemy Agostini (Fr) 7:09,02. 3. Sau Wah So (Hkg) 7:10,95. Ferner: 28. Silvan Zehnder (Sz) 7:23,37.
Frauen
Doppelvierer, Hoffnungslauf: 1. China (1) 6:25,32. 2. Neuseeland 6:27,41. 3. Schweiz (Martina Ernst, Katja Hauser, Nora Fiechter, Regina Naunheim) 6:30,26. 4. Niederlande 6:32,82. 5. China (2) 6:33,36. 6. Weissrussland 6:34,84. Schweiz damit im B-Finale vom Sonntag.
Doppelzweier Leichtgewichte, 2. Halbfinale: 1. Reimer/Noske (De) 7:01,60. 2. Kalampoka/Giazitzidou (Griech) 7:02,02. 3. McNamara/Every-Hall (Aus) 7:02,27. 4. Herman/Cameron (Ka) 7:04,86. 5. Liu/Huang (China) 7:13,24. 6. Pamela Weisshaupt / Olivia Wyss (Sz) 7:21,03. Weisshaupt/Wyss damit im B-Finale. Ferner: 16. Albrecht/Birrer (Sz) 7:17,26.
Skiff Leichtgewichte, C-Final (Ränge 13-18): 1. Meghan Sarbanis (Usa) 7:48,57. 2. Eliane Waser (Sz) 7:56,42. 3. Antonia van Deventer (Sambia) 7:58,31. 4. Atsumi Fukumoto (Jp) 8:02,20. 5. Ingrid Fenger (Aus) 8:07,46. 6. Anne Thomsen (Dä) 8:11,53.

Die detaillierten Resultate können unter http://www.worldrowing.com/index.php?pageid=91 abgerufen werden.

Luzern, 10. Juli 2010/cs.