LUCAS TRAMER UND SIMON NIEPMANN SIND ERNEUT EUROPAMEISTER; BRONZE FÜR MICHAEL SCHMID

  LUCAS TRAMER UND SIMON NIEPMANN SIND ERNEUT EUROPAMEISTER; BRONZE FÜR MICHAEL SCHMID

Lucas Tramèr und Simon Niepmann haben im Finale des Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte die Goldmedaille gewonnen und somit ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigt. Michael Schmid gewinnt im Skiff Leichtgewichte mit Bronze seine erste internationale Meisterschaftsmedaille. Mario Gyr und Simon Schürch werden in einem ganz knappen Zieleinlauf Fünfte. Roman Röösli und David Aregger gewannen im Männer-Doppelzweier das kleine Finale dank starkem Endspurt.

>> Video Zieleinlauf Niepmann/Tramèr auf www.srf.ch

>> Bilder EM Belgrad (D. Seyb, Swiss Rowing)

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Ein frischer Mitwind wehte heute über die Regattastrecke auf dem Sava Lake inmitten der Stadt Belgrad. Die Verhältnisse auf der Bahn waren für alle Bahnen gleich, so dass die EM-Medaillen in spannenden und schnellen Rennen ausgefahren wurden.

Simon Niepmann und Lucas Tramèr holen erneut Gold und verteidigen ihren EM-Titel
Simon Niepmann (Seeclub Zürich/Basler Ruder-Club) und Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz/Basler Ruder-Club) haben im Finalrennen im Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte erneut alle Gegner besiegt und ihren EM-Titel aus dem Vorjahr überzeugend verteidigt. Mit der Zeit von 6:29,57 haben sie wie schon gestern im Halbfinale eine neue Europameisterschafts-Bestzeit erzielt und lagen weniger als drei Sekunden über der aktuellen Weltbestzeit aus dem Jahr 1994. Niepmann/Tramèr lagen während drei Vierteln des Rennens hinter Grossbritannien und den Niederlanden an dritter Stelle, ehe sie mit einer ganz starken Leistung auf den letzten 750 Metern an die Spitze des Rennens setzten und die Ziellinie als erstes Boot passierten. „Der Rennverlauf war ähnlich wie letztes Jahr an der Weltmeisterschaft. Obwohl es zu Beginn nicht unser bestes Rennen war, behielten wir Ruhe und konnten dann auf der zweiten Streckenhälfte unsere Stärke ausspielen. Ganz kurz vor dem Ziel wurde es noch einmal eng“, sagte Simon Niepmann nach dem Rennen. Silber ging an das Boot aus Grossbritannien, Bronze an die Niederlande.

Michael Schmid gewinnt mit Bronze seine erste Meisterschaftsmedaille
Michael Schmid (Seeclub Luzern) zeigte bereits in den Vorrennen immer stabile Leistungen und setzte heute im Finale dazu an, seine erste Meisterschaftsmedaille zu gewinnen. Mit einem schnellen Start setzte sich Schmid an die Spitze und führte bis 500 Metern das Rennen an. Dann war es der Favorit in diesem Rennen, der Portugiese Frage, der die Führung übernahm. Auf dem dritten Streckenviertel setzte sich Fraga dann entscheidend ab und auch der Italiener Miani vermochte seinen Bug vor Schmid zu schieben. „Es war so hart und der Hammermann hat im letzten Streckenviertel voll zugeschlagen“, meinte Michael Schmid nach dem Rennen. Fraga gewann vor Miani und Schmid, der den stark aufkommenden Dänen Bendtsen in Schach halten konnte.

Mario Gyr und Simon Schürch ganz knapp neben den Medaillen auf Rang 5
Mario Gyr (Seeclub Luzern) und Simon Schürch (Seeclub Sursee) lagen im spannenden Finale der Doppelzweier Leichtgewichte fast die ganze Dauer des Rennens auf einer Medaillenposition. Das ganze Feld war indes immer sehr nahe zusammen und es war einzig das favorisierte Boot aus Frankreich, das den Bug immer mit etwas Abstand in Führung hielt. Dahinter wechselten die Positionen von Weltmeister Norwegen, dem Schweizer Boto, Italien und Deutschland immer wieder. Nach 1500 Metern sah es so aus, dass sich Schürch und Gyr, an zweiter Stelle rudernd, entscheidend absetzen könnten, doch im Endspurt auf den letzten 200 Metern schob sich das Feld immer näher zusammen und das Schweizer Boot wurde von Deutschland und Norwegen aus den Medaillenpositionen gedrängt. Zwischen Sieger Frankreich und den letztlich fünftplatzierten Schweizern lag lediglich eine Bootslänge. Dem Schweizer Duo fehlten im Ziel 0.75 Sekunden auf die Bronze- und 0.81 Sekunden auf die Silbermedaille.

Röösli/Aregger gewinnen das kleine Finale
Nach einem nicht vollauf geglückten Halbfinale gestern, zeigten sich heute David Aregger (Ruderclub Schaffhausen) und Roman Röösli (Seeclub Sempach) im B-Finale der Männer-Doppelzweier überzeugend. Zusammen mit den Lokalmatadoren aus Serbien wechselten sie sich im Verlaufe des Rennens an der Spitze des Rennens ab. Auf den letzten 250 Metern waren es dann Röösli/Aregger, die mehr Bootsgeschwindigkeit entwickeln konnten und das serbische Boot ein- und sogleich noch knapp überholen konnten. In einem Herzschlagfinale behielten Röösli/Aregger das bessere Ende für sich und siegten mit 0.11 Sekunden Vorsprung. Damit schliesst das Duo die Europameisterschaft mit einem Laufsieg auf dem guten 7. Rang ab.

Der Männer-Doppelvierer in der Besetzung Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron), Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen), Augustin Maillefer (Lausanne Sports Aviron) und Damien Tollardo (Club d’Aviron Vésenaz) sah sich auch im heutigen B-Finale einer starken, aber auch ausgeglichenen Konkurrenz gegenüber. Nachdem das Schweizer Boot erneut schnell startete, lag es bis zur 1500 Meter Marke nie mehr als eine knappe Bootslänge hinter den führenden Booten aus Frankreich, Tschechien oder Litauen. Kurz nach 1500 Metern verloren die Schweizer dann den Anschluss zum französischen Boot, just auch in einem Moment, als das Rennen nochmals schnell gemacht wurde. Auf der Ziellinie lag das Schweizer Boot an 5. Position und dem insgesamt 11. Schlussrang. 

Jeannine Gmelin auf gutem 8. Rang
Skifferin Jeannine Gmelin (Ruderclub Uster) zeigte nach ihrem sehr guten Halbfinale gestern, in welchem ihr fast die Finalqualifikation gelang, auch im heutigen B-Finale eine gute und solide Leistung. Sie sicherte sich während der gesamten Dauer des Rennens den zweiten Rang. Zu Beginn war es die starke Ukrainerin Dovdodko, welche das Rennen anführte, ehe auf der zweiten Streckenhälfte die Litauerin Saltyte die Führung übernahm und den Laufsieg holte. Jeannine Gmelin erzielt damit bei ihrer EM-Premiere einen guten achten Rang. 

Rol/Merz egalisieren ihr Vorjahresergebnis
Im Doppelzweier Frauen Leichtgewichte zeigten Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) und Patricia Merz (Seeclub Zug) zum Abschluss der Regatta auf der Aussenbahn ein beherztes Rennen. Hinter den späteren Siegerinnen Rumänien arbeiteten sich Rol/Merz mit zunehmender Renndauer auf den zweiten Platz vor, den sie erst zwei Schläge vor dem Ziel an die stark aufkommenden Weissrussinnen abgeben mussten. Mit dem neunten Schlussrang egalisiert das Duo sein Vorjahresergebnis an der Europameisterschaft.
Leichtgewichts-Skifferin Adeline Seydoux (Lausanne Sports Aviron) ruderte ebenfalls ein gutes B-Final-Rennen und sicherte sich den 4. Rang in diesem Rennen, den sie gegen Russland und Tschechien bis ins Ziel verteidigte. Sie erzielt damit bei ihrer EM-Premiere den 10. Schlussrang.

Hervorragendes Mannschaftsergebnis
Mit sieben Booten in den Top 10, drei A-Final-Qualifikationen und zwei Medaillen hat die Schweizer Delegation an der EM in Belgrad eine sehr gute Bilanz erzielt und damit die Verbandszielsetzungen (5 Top 10 Plätze, 2 A-Finalboote und eine Medaille) übertroffen.

Resultate: Rennen mit Schweizer Beteiligung
Ruder-Europameisterschaften Belgrad (Serbien) vom 1. Juni 2014

Zweier ohne Steuermann Männer Leichtgewichte (Final A): 1. Simon Niepmann/Lucas Tramèr (Sz) 6:29,57 (neue Europameisterschafts-Bestzeit). 2. Scrimgeour/Clegg (Gb) 6:30,32. 3. Weerkamp/de Graaf (Ho) 6:30,49.
4. Duret/Onfroy (Fr) 6:33,93. 5. Neumann/Temel (De) 6:33,97. 6. Oppo/di Girolamo (It) 6:34,55.

Skiff Männer Leichtgewichte (Final A): 1. Fraga (Por) 6:51,72. 2. Miani (It) 6:54,42. 3. Michael Schmid (Sz) 6:56,44. 4. Bendtsen (Dä) 6:57,85. 5. Freeman-Pask (Gb) 7:00,93. 6. Lawitzke (De) 7:01,68.

Doppelzweier Männer Leichtgewichte (Final A): 1. Delayre/Azou (Fr) 6:11,80. 2. Steinhübel/Hartig (De) 6:13,22. 3. Brun/Strandli (No) 6:13,28. 4. Micheletti/Ruta (It) 6:13,67. 5. Mario Gyr/Simon Schürch (Sz) 6:14,03. 6. Muda/Muda (Ho) 6:17,48.

Doppelzweier Männer (Final B, Ränge 7-12): 1. Roman Röösli/David Aregger (Sz) 6:17,89. 2. Marjanovic/Filipovic (Serb) 6:18,00. 3. Plocek/Anderle (Tsch) 6:20,93. 4. Garcia/Padilla Camara (Sp) 6:22,24. 5. Johannesen/Nielsen (Dä) 6:30,23. 6. Prundeanu/Mariuc (Rum) 6:32,76.

Skiff Frauen (Final B, Ränge 7-12): 1. Saltyte (Lit) 7:33,24. 2. Jeannine Gmelin (Sz) 7:37,17. 3. Dovgodko (Ukr) 7:38,49. 4. Svennung (Sd) 7:42,68. 5. Jakobsen (Dä) 7:43,49. 6. Gulbe (Lett) 7:45,30.

Doppelzweier Frauen Leichtgewichte (Final B, Ränge 7-12): 1. Lehaci/Asoltanei (Rum) 7:03,06. 2. Kryvasheyenka/Liaskova (WRuss) 7:06,04. 3. Patricia Merz/Frédérique Rol (Sz) 7:06,83. 4. Holmegaard/Pultz (Dä) 7:07,18. 5. Nencini/Nachazelova (Tsch) 7:08,18. 6. Stepochkina/Arkadova (Russ) 7:10,61.

Skiff Frauen Leichtgewichte (Final B, Ränge 7-12): 1. Olsen (Dä) 7:45,48. 2. Ioannou (Zyp) 7:47,45. 3. Pollini (It) 7:50,36. 4. Adeline Seydoux (Sz) 7:56,19. 5. Pazderkova (Tsch) 7:56,99. 6. Varfolomeeva (Russ) 7:57,15.

Doppelvierer Männer (Final B, Ränge 7-12): 1. Tschechien 5:47,83. 2. Litauen 5:48,07. 3. Frankreich 5:49,93. 4. Italien 5:50,44. 5. Schweiz (Barnabé Delarze, Nico Stahlberg, Augustin Maillefer, Damien Tollardo) 5:52,60. 6. Niederlande 5:59,36.

Skiff Männer (Final C, Ränge 13-18): 1. Spik (Slo) 6:59,70. 2. Codau (Rum) 7:00,51. 3. Tufte (No) 7:05,51. 4. Babak (Slk) 7:06,47. 5. Lebedev (Russ) 7:07,05. 6. Markus Kessler (Sz) 7:15,84.

Mehr Informationen und alle Resultate: www.worldrowing.com

Belgrad, 1. Juni 2014/cs.