Schweizer Studentenrudern in Rotterdam mit guter Teamleistung

  Schweizer Studentenrudern in Rotterdam mit guter Teamleistung

35 StudentInnen starteten an der Ruderregatta an den EUSA Games in Rotterdam in 20 Booten für ihre Hochschulen in Lausanne, Luzern, Rapperswil und Zürich. In den Vorläufen und Bahnverteilungsrennen am 30. und 31. Juli liessen qualifizierten sich 17 für die A-Finals. Die Vorleistungen liessen zu Recht auf einen erfolgreichen Schweizer Nationalfeiertag hoffen: Sechs Siege, eine Silber- und drei Bronzemedaillen gingen an die Schweiz. Damit gewann die Schweizer Delegation die Teamwertung vor Grossbritannien und Deutschland.

Bronze für Zürcher Frauenachter
Die Regatta wurde eingeläutet mit dem Rennen im Frauenachter. Der Achter mit fünf Studentinnen der Uni und vier der ETH legte im Vergleich zum Vortag einen starken Start hin und positionierten sich schnell auf dem dritten Platz, über die ganze Strecke bedrängt von Erasmus Rotterdam und Hamburg. Diesen Vorsprung liessen sie sich bis zum Schluss aber nicht nehmen und sicherten sich die ersten Medaille. Sieben Athletinnen konnten ihre erste Teilnahme gleich mit einer Medaille krönen, Laura Widmer und Melanie Ruosch hatten an den Studenten-Europameisterschaften letztes Jahr Silber im Vierer-ohne geholt.

Schnelle Rennen in 2- und 2x mit dreimal Gold und einmal Bronze
In der Ausmarchung um den Sieg der besten Leichtgewichte im Zweier-ohne setzten sich Felix Kottmann und Jonathan Perraudin gegen Hamburg klar durch. Diese Entscheidung fand im B-Finale der schweren Kategorie statt, dort lieferten sie sich einen harten Kampf mit den Studenten aus Rotterdam um den Sieg, den sie den Holländer überlassen mussten. Im Hoffnungslauf am Vortag hatte nicht viel gefehlt für einen Einzug ins A-Final. Der Zweier-ohne war mit nicht weniger als drei Booten der U23 WM von Varese die am besten besetzte Bootsklasse in Rotterdam. Die Schweizer Meister François Gallot-Lavallé und Hugo Pfister (Uni Lausanne bzw. CA Vevey) schafften den Einzug ins A-Finale, konnten aber gegen die hochkarätige Konkurrenz nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen und klassierten sich auf dem fünften Platz.

Im schweren Doppelzweier traten auch für Uni und EPF Lausanne Romain Loup und Vincent Giorgis an. Sie setzten sich von Anfang an die Spitze und fuhren der Konkurrenz im Enspurt deutlich davon. Nach einem vierten Rang im Vorjahr im Doppelvierer gewannen sie in einer Zeit von 6:32 den Studenten-Europameistertitel, den ersten für die Lausanner Hochschulen.

Der Frauen-Zweier-ohne mit vier Booten aus Bremen, Newcastle, Luzern und Zürich versprach ein knappes und spannendes Final, war doch das Bahnverteilungsrennen bis zur Streckenhälfte eng, bevor die Teams sich taktisch sich zurückhielten. Die Zürcherinnen Theres Leimpek und Nora Loose traten nur 80 Minuten nach dem Achterrennen hier ein zweites Mal an, und starteten nicht so gut wie am Vortag. Die Luzerner Studentinnen Ladina Meier und Francesca Bertini fuhren geschickt und schoben sich auf den zweiten Fünfhundert Metern an die Spitze. In der zweiten Streckenhälfte schob sich das Feld wieder zusammen, wobei die Zürcherinnen Newcastle einholten. Im Endspurt hatten diese dann aber den längeren Atem als die Zürcherinnen, während die Luzernerinnen ihren Spitzenplatz verteidigten, es resultierte ein klarer Sieg für Luzern vor Bremen, Newcastle und der ETH Zürich. Auch die anderen Ruderinnen des Zürcher Frauenachters konnten die Leistung vom Achterrennen nicht in derselben Form wiederholen, der leichte Doppelzweier (Uni Zürich) und der Vierer-ohne (Uni/ETH Zürich) kamen auf den vierten bzw. fünften Rang.

Ebenfalls wenig Pause hatten die leichten Zürcher ETH-Studenten, die nach dem Zweier-ohne nun auch im leichten Doppelzweier ihr Glück versuchten. Dabei foderte ihnen das Final alles ab, denn die Norweger verstrickten sie in einen Kampf um den dritten Platz. Bei 1800 Metern gaben diese schliesslich auf, so dass Felix Kottmann und Jonathan Perraudin auf den letzten Metern ungefährdet dem Podiumsplatz entgegenfahren konnten.

Routine zahlt sich aus in den Skiffs
Im gut besetzten schweren Männereiner vertrat Matthias Kühni erstmals die Hochschule Rapperswil und belegte Platz sechs. Bei den Leichtgewichten hatten wir mit Olivia Wyss (ETH Zürich) und Michael Albisser (Hochschule Luzern) ehemalige WM-Teilnehmer am Start, beide werden im September die Schweiz an den Studenten-Weltmeisterschaften in den Doppelzweiern vertreten. Somit war Rotterdam für sie auch ein Formtest, den beide mit Siegen bestanden: Olivia Wyss in einer Zeit von 7:54, Michael Albisser in persönlicher Bestzeit von 7:03. Unsere zweite Starterin im leichten Frauen-Einer, Patricia Holenstein (Uni Zürich), bekundete Mühe mit dem Mitwind und konnte nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Sie - und auch Olivia - bekamen eine weitere Chance im schweren Einer. Patricia gelang es hier deutlich besser, wofür sie mit Bronze belohnt wurde, während Olivia hinter der Britin Helen Roberts Silber holte.

Adeline Seydoux schon wieder auf dem Podium: Gold Nr. 6
Lausanne trat wie bei den Männern auch bei den Frauen im Doppelzweier der offenen Kategorie an. Adeline Seydoux hatte nur wenige Tage zuvor an der U23-WM in Varese Bronze für die Schweiz geholt, nun doppelte sie zusammen mit Juliette Jeannet in Rotterdam nach. Mit acht Sekunden Vorsprung vor Delft und Bremen bescherten sie dem Schweizer Team die sechste Goldmedaille. Ladina Meier und Francesca Bertini waren mit Rang vier nah an einer Medaille, nur anderthalb Stunden nach dem Sieg im Zweier-ohne. Den Abschluss machte der Männerachter von Uni und ETH Zürich. Dieser hatte am Vortag nur ganz knapp den Einzug ins grosse Finale verpasst und sicherte sich nun den siebten Rang wie erwartet problemlos.

Schweiz gewinnt sensationell die Teamwertung
Mit zehn Medaillen war der Schweizer Hochschulsport so erfolgreich wie noch nie an Studenten-Europameisterschaften. Bislang waren die drei Medaillen von Poznan 2013 die beste Schweizer Leistung. Damit stellte die Schweiz auch die grossen Länder in den Schatten und gewann am Nationalfeiertag die Gesamtwertung im Rudern vor Grossbritannien und Deutschland. Mit dem “EUSA Salver” wird das erfolgreichste Land der Studenten-Europameisterschaften im Rudern verliehen, die seit 2005 ausgetragen werden. Bislang ging der Preis an die grossen Nationen Grossbritannien, Deutschland und Polen. In der Zwischenbilanz aller Sportarten an den EUSA Games rutschte die Schweiz damit auf den dritten Rang vor.

Alle Resultate: http://eugames2014.eu/sports/rowing/match-schedule-and-results/

Camille Codoni