Bericht und Bilder SRV-Delegiertenversammlung 2014

  Kurzbericht der 142. SRV-Delegiertenversammlung in Arbon

Der Schweizerische Ruderverband (SRV) führte seine 142. Delegiertenversammlung in Arbon am Bodensee durch. Andreas Csonka wurde als neues Vorstandsmitglied für das Ressort Leistungsrudern gewählt. Er wird Nachfolger von Heinz Schaller, welcher dieses Amt in den letzten acht Jahren innehatte. Heinz Schaller verbleibt als Vizepräsident im Vorstand des nationalen Ruderverbandes. An der heutigen Versammlung wurde eine Teilrevision der Statuten vorgenommen. Insbesondere wurde entschieden, dass der SRV nicht mehr ein permanentes Verbandsgericht in seinen Statuten führt, sondern sich der Schiedsgerichtsbarkeit gemäss Zivilprozessordnung bedient, sollte die Lösung von Konflikten notwendig sein.

>> Bildergalerie SRV-DV 2014, Arbon (Fotos: Jos Doekbrijder)

Die 142. Delegiertenversammlung des Schweizerischen Ruderverbandes wurde vom Seeclub Arbon organisiert, womit die Delegierten der Schweizer Ruderclubs in diesem Jahr an den Bodensee reisten, um sich mit dem Geschäftsgang und den Aktivitäten ihres Dachverbandes auseinanderzusetzen. Der neue SRV-Headcoach für die Olympiaprojekte, der Neuseeländer Ian Wright, konnte sich zu Beginn der Versammlung den Delegierten persönlich vorstellen und nutzte die Gelegenheit für erste Kontakte mit den Clubvertretern

Einstimmigkeit bei den geschäftlichen Traktanden
Die geschäftlichen Traktanden wie die Genehmigung der Jahresberichte und Jahresrechnung 2013/2014, die Genehmigung der Zielsetzungen 2015 sowie das Budget 2015 wurden an der Versammlung, welche von Verbandspräsident Stéphane Trachsler speditiv geleitet wurde, allesamt einstimmig und im Sinne des Vorstandes entschieden.

 

Andreas Csonka neu als Vorstandsmitglied gewählt
Nach acht Jahren als Vorstandsmitglied für das Leistungsrudern erreichte Heinz Schaller die statutarische Amtszeitbeschränkung für dieses Amt und somit war die Wahl eines Nachfolgers auf der Agenda. Heinz Schaller verbleibt als SRV-Vizepräsident im Vorstand des nationalen Ruderverbandes. Der SRV-Vorstand konnte der Versammlung in der Person von Andreas Csonka (Grasshopper Club Zürich, Rudersektion) eine bekannte und für das Amt des Chefs Leistungsrudern im SRV-Vorstand bestens geeignete Persönlichkeit als Kandidaten präsentieren. Andreas Csonka konnte alle in der geheimen Wahl abgegebenen Stimmen auf sich vereinen. Verbandspräsident Stéphane Trachsler (Genf) konnte im Anschluss Andreas Csonka zum exzellenten Wahlresultat gratulieren und ihn im SRV-Vorstand willkommen heissen

SRV-Verbandsgericht durch Schiedsgerichtsbarkeit ersetzt
Die Delegierten setzten sich auch mit den Verbandsstatuten auseinander, lagen doch seitens des Vorstandes Anträge zur Teilrevision der Statuten vor. Neu wurde ein Ethik-Artikel als Grundlage für ethisches Verhalten im Schweizerischen Ruderverband in die Statuten aufgenommen. Etwas komplexer war die Revision des Teils der Verbandsgerichtsbarkeit, welche in den Statuten verankert war. Es wurde entschieden, das eigene permanente Verbandsgericht abzuschaffen und für die Lösung von Konflikten und Streitfällen die Schiedsgerichtsbarkeit gemäss Zivilprozessordnung beizuziehen. Hansjörg Stutzer, der langjährige Präsident des SRV-Verbandsgerichts, erklärte den Delegierten die Notwendigkeit und den Sinn dieser Statutenrevision. Sämtliche Revisionsanträge für die Statuten wurden einstimmig gutgeheissen.

Rudersportliche Erfolge 2014
Der Schweizerische Ruderverband durfte auf ein äusserst erfolgreiches Ruderjahr 2014 zurückblicken. Insgesamt standen für Nationalmannschaftsboote nicht weniger als sieben Medaillen an Welt- und Europameisterschaften zu Buche. Alle diese sportlichen Erfolge konnten nochmals Revue passiert werden. Das Saison-Highlight war die Titelverteidigung in neuer Weltbestzeit von Simon Niepmann (Seeclub Zürich/Basler Ruderclub)/Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz/Basler Ruderclub) im Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte an der Weltmeisterschaft in Amsterdam. Diesem Triumph waren der Europameistertitel in Belgrad sowie der Heimsieg auf dem Rotsee in derselben Bootsklasse vorausgegangen. Leichtgewichts-Skiffier Michael Schmid (Seeclub Luzern) erreichte dieses Jahr mit Bronzemedaillen sowohl an der Europa- und Weltmeisterschaft seine ersten internationalen Medaillen überhaupt. Auch im Nachwuchs erzielten SRV-Mannschaften Erfolge. Dem auf einer Position umbesetzten U23-Doppelvierer in der Besetzung Barnabé Delarze, Augustin Maillefer (beide Lausanne Sports Aviron), Roman Röösli (Seeclub Sempach) und Damien Tollardo (Club d’Aviron Vésenaz) gelang ebenfalls die Titelverteidigung aus dem Vorjahr. Der U23-Doppelvierer der Kategorie Frauen Leichtgewichte mit Leanne Kunz (Seeclub Luzern), Adeline Seydoux (Lausanne Sports Aviron) sowie Fanny Belais und Pauline Delacroix (Club d’Aviron Vésenaz) gewann eine WM-Bronzemedaille. Junioren-Skiffier Jacob Blankenberger (Grasshopper Club Zürich) zeigte sein Talent mit einer Silbermedaille an der Junioren-Europameisterschaft. Die erfolgreichen Ruderinnen und Ruderer werden im Rahmen eines speziellen Anlasses für ihre Erfolge geehrt werden.

Wanderpreise an die besten Clubs überreicht
Zum achten Mal in Folge konnte sich Lausanne Sports, Section Aviron, als erfolgreichster Verein der Schweizermeisterschaften feiern lassen. Das Lausanner-Regattateam ist seit Jahren das Mass aller Dinge und konnte sich die begehrte Trophäe auch 2014 sichern. Der Seeclub Luzern wurde erstmals mit dem Wanderpreis der „Challenge Fovanna“ geehrt. Dieser Preis bezeichnet den Club mit der erfolgreichsten Nachwuchsabteilung in den jungen Altersklassen U15 und U17 an der Schweizermeisterschaftsregatta. Sieger beim „President’s Cup“ - für den Club mit den besten Achterresultaten über alle Achterrennen an nationalen Regatten und Langstreckenrennen - wurde erstmalig der See-Club Zug.

Die Delegiertenversammlung des Schweizerischen Ruderverbandes wurde durch den Seeclub Arbon einwandfrei und mit grosser Herzlichkeit organisiert. Die nächste ordentliche Delegiertenversammlung findet am 5. Dezember 2015 in Yverdon statt. Die Union Nautique Yverdon wird für die Organisation des Anlasses verantwortlich zeichnen.

Arbon, 22. November 2014 / Christian Stofer