EM Brandenburg: Schweiz strebt eine Medaille an

  EM Brandenburg: Schweiz strebt eine Medaille an

Der Schweizer Leichtgewichts Vierer ohne Steuermann mit Mario Gyr, Simon Niepmann, Simon Schürch und Lucas Tramèr reist als Titelverteidiger an die Europameisterschaften nach Brandenburg. Mit Jeannine Gmelin, der Vize-Europameisterin im Einer, hat noch ein zweites Schweizer Boot, an diesem Anlass Edelmetall zu verteidigen. Die Zielsetzung des Schweizerischen Ruderverbandes ist es, fünf Boote in die Top 10 zu bringen, davon zwei in die A-Finals und ein Medaillengewinn.

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Vom 6. bis 8. Mai 2016 finden im deutschen Brandenburg die Europameisterschaften statt. Für den Schweizer-ischen Ruderverband, der neun Boote für diesen internationalen Titelkampf selektioniert hat, ist dies ein wichtiges Zwischenziel auf dem Weg an die Olympischen Spiele im August in Rio. Nach dem Gewinn der Goldmedaille im Männer Leichtgewichts Vierer ohne Steuermann und der Silbermedaille im Frauen Einer im Vorjahr strebt der Schweizerische Ruderverband in Brandenburg erneut Edelmetall an. Neben dem Gewinn einer Medaille ist es die Zielsetzung, dass sich insgesamt fünf Boote in den Top 10 klassieren und zwei sich für die A-Finals der besten 6 qualifizieren.

Als Favorit auf eine Medaille gilt das Schweizer Flaggschiff, der Leichtgewichts Vierer ohne Steuermann, mit Mario Gyr (See-Club Luzern), Simon Niepmann (Seeclub Zürich/Basler Ruderclub), Simon Schürch (Seeclub Sursee) und Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz/Basler Ruderclub). Das Quartett hat in der gleichen Besetzung im Vorjahr den Titel geholt und beim Weltcup-Auftakt in Varese die Konkurrenz dominiert. Erstmals in dieser Saison ist in dieser Bootklasse auch Grossbritannien am Start – die Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele in London 2012. Grosse Abwesende sind die Boote aus Dänemark und Frankreich, welche an den letztjährigen Weltmeisterschaften Zweite respektive Dritte geworden sind.

Jeannine Gmelin mit guten Erinnerungen
An den Europameisterschaften vor einem Jahr ist Jeannine Gmelin (Ruderclub Uster) mit dem überraschenden zweiten Platz hinter der Tschechin Mirka Knapkova der internationale Durchbruch gelungen. Spätestens mit dem 5. Rang an den letztjährigen Weltmeisterschaften, der souveränen Olympiaqualifikation und dem 4. Rang zum Saisonauftakt in Varese hat sich die 25-Jährige mitten in der Weltspitze etabliert. In Brandenburg wartet auf Jeannine Gmelin eine herausfordernde Aufgabe. Der Einer ist an diesen Europameisterschaften bei den Frauen mit 14 Booten, die quantitativ am besten besetzte Bootsklasse. Die Schweizerin trifft neben der Titelverteidigerin Mirka Knapkova unter anderem auf die frühere Olympiasiegerin im Einer und Zweite beim Weltcup-Auftakt in Varese, Ekaterina Karsten, sowie die Irin Sanita Puspure, die in Varese knapp vor Jeannine Gmelin Dritte wurde. Sowohl die Weissrussin wie auch die Irin werden vom 22. bis 24. Mai 2016 in Luzern an der Olympia-Qualifikationsregatta noch um einen Startplatz an den Olympischen Spielen kämpfen. Daher ist zu erwarten, dass ihr Saisonaufbau ihnen gegenüber Jeannine Gmelin, die ihren Fokus auf die Olympischen Spiele im August legt, zu Gute kommen könnte.

Doppelvierer-Athleten greifen in Kleinbooten an
Wie bereits beim Weltcup-Auftakt in Varese werden die Athleten des Schweizer Olympia-Doppelvierer-Projekts aufgrund der Verletzungen der beiden Lausanner Athleten – Augustin Maillefer (Handbruch) und Barnabé Delarze (Rückenprobleme) – in Kleinbooten am Start stehen. Für Zuversicht sorgen die starken Resultate vom Weltcup-Auftakt mit Rang 3 für den Doppelzweier mit Roman Röösli (Seeclub Sempach) und Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen) sowie Rang 8 für Markus Kessler (Ruderclub Schaffhausen) im Einer wie auch die Tatsache, dass sie im Vorbereitungstrainingslager zu den Europameisterschaften wieder mit Augustin Maillefer in ihrem angestammten Boot, dem Doppelvierer, gute Trainings absolvieren konnten.

Wichtige Standortbestimmungen im Leichtgewichts-Doppelzweier
Für die beiden Schweizer Leichtgewichts-Doppelzweier mit Michael Schmid (See-Club Luzern) und Daniel Wiederkehr (Ruderclub Baden) respektive Patricia Merz (Seeclub Zug) und Frédérique Rol (Lausanne Sport Aviron) werden diese Europameisterschaften zum spannenden Gradmesser. Für das Frauen-Duo ist es das letzte Kräftemessen vor ihrem Start an der Olympia-Qualifikationsregatta in Luzern vom 22. bis 24. Mai 2016, wo sich die Athletinnen einen Startplatz für die Olympischen Spiele sichern wollen. Bei den Männern haben Michael Schmid und Daniel Wiederkehr diesen Startplatz bereits an den letzten Weltmeisterschaften für die Schweiz gesichert. Offen ist in diesem Boot jedoch noch die finale Besetzung für die Olympischen Spiele. Nach-dem bei Saisonauftakt Silvan Zehnder (Seeclub Zürich) mit Michael Schmid gestartet ist, wird der Luzerner an den Europameisterschaften nun mit Daniel Wiederkehr antreten, der in Varese im Einer den 4. Rang erreichte.

Starke Platzierungen in den internationalen Events in Reichweite
Die zwei jüngsten Athleten im Schweizer Nationalteam Joel Schürch (21, Seeclub Sursee) und Fiorin Rüedi (21, Grasshopper Club Zürich) sorgten mit ihrer Silbermedaille im leichten Zweier ohne Steuermann beim Weltcup-Auftakt für ein besonderes Highlight aus Schweizer Sicht. Das Duo ist bestrebt an den Europameisterschaften an diese Leistungen anzuknüpfen. Gleiches gilt für die Leichtgewichts-Einer-Athletin Ladina Meier (Ruderclub Cham), die beim Weltcup-Auftakt ebenfalls erstmals in einem Weltcup-A-Final stand und gute Vierte wurde. In der gleichen Bootskategorie bei den Männern wird Silvan Zehnder (Seeclub Zürich) starten. Er gehört neben Michael Schmid (See-Club Luzern) und Daniel Wiederkehr (Ruderclub Baden) zu den drei Athleten, die im Hinblick auf die Olympischen Spiele, den Startplatz im Leichtgewichts Doppelzweier unter sich ausmachen.

Europameisterschaften in Brandenburg (De). 6. bis 8. Mai 2016.
Schweizer Aufgebot.
Frauen.

Einer. Jeannine Gmelin (Ruderclub Uster).
Leichtgewichts-Doppelzweier. Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron), Patricia Merz (Seeclub Zug).
Leichtgewichts-Einer. Ladina Meier (Ruderclub Cham).

Männer.
Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann.
Mario Gyr (See-Club Luzern), Simon Niepmann (Seeclub Zürich/ Basler Ruderclub), Simon Schürch (Seeclub Sursee), Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz/Basler Ruderclub).
Leichtgewichts-Zweier ohne Steuermann. Fiorin Rüedi (Grasshopper Club Zürich) und Joel Schürch (Seeclub Sursee).
Leichtgewichts-Doppelzweier. Michael Schmid (See-Club Luzern), Daniel Wiederkehr (Ruderclub Baden).
Leichtgewichts-Einer. Silvan Zehnder (Seeclub Zürich).
Doppelzweier. Roman Röösli (Seeclub Sempach), Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen).
Einer. Markus Kessler (Ruderclub Schaffhausen).

Programm.
Freitag, 6. Mai 2016:
10.30 bis 14.00 Vorläufe
16.00 bis 16.40 Hoffnungsläufe
Samstag, 7. Mai 2016:
10.30 bis 12.50 Hoffnungsläufe/Halbfinals
12.50 bis 13.15 C-Finals
Sonntag, 8. Mai 2016:
09.00 bis 10.15 B-Finals
10.30 bis 14.45 A-Finals

Sarnen, 3. Mai 2016/rs.