U23-Kader an der Int. May Regatta in Ghent (Belgien)

  U23-Kader an der Int. May Regatta in Ghent (Belgien)

Am Wochenende vom 7. und 8. Mai reiste das U-23 Kader des SRV via Brüssel nach Ghent an die Regattastrecke "Georges Nachez", welche im Jahre 1955 für die EM etwas ausserhalb des Stadtzentrums gebaut wurde. Speziell an dieser Strecke ist, dass sie nur 6 Bahnen hat, wovon eine gebraucht wird, um überhaupt an den Start zu gelangen. Das heisst, die Rennen werden auf nur 5 Bahnen gefahren.

>> Bilder Int. May Regatta Ghent 2016 (Bilder: Markus Lüönd)

Die Regatta wurde ausgeschrieben als "International Belgian Senior and U23 Rowing Championships", "International Flemish Junior Rowing Championships" am Samstag und als "International Ghent May Regatta" am Sonntag. Die jungen Schweizer Athletinnen und Athleten hatten also die Chance, Belgische Meister zu werden.

Die meisten Boote mussten sich über den Vorlauf qualifizieren, was am Samstag allen Schweizern mit Vorlaufsiegen sicher gelang. Der leichte Frauen-Doppelvierer, in der offenen Kategorie startend mit Serafina Merloni (Seeclub Stansstad), Fabienne Schweizer (Seeclub Luzern), Kirstin Minas (Belvoir RC Zürich) und Lara Eichenberger (Ruderclub Uster) bekam es unter anderem mit zwei starken deutschen Booten zu tun, welche das Rennen auch dominierten. Die Schweizerinnen hielten aber tapfer dagegen und kamen im Schlussspurt noch bis auf knapp 2 Sekunden an das zweitplatzierte Boot heran. Stolz durften sich die Ruderinnen die Bronzemedaille als belgische Meisterschaftsdritte umhängen lassen.

Bereits einen souveränen Vorlaufsieg vorweisend liessen sich die schweren Männer im offenen Vierer mit Stm. mit Damien Tollardo (Club d’Aviron Vésenaz), Benjamin Hirsch (Ruderclub Uster), Jacob Blankenberger, Nicolas Kamber (beide Grasshopper Club Zürich) und Steuermann Arno Theiler (Seeclub Luzern) nicht bitten und stampften (das darf man beim Vierer-mit schon so sagen) die Gegner richtig in Grund und Boden und liessen den Booten aus England, Holland und Deutschland nie eine Chance. Mit 9 Sekunden Vorsprung Belgischer Meister zu werden war eine tolle Ansage an die ganze Schweizer Mannschaft.

Der leichte Vierer ohne, ebenfalls in der offen Kategorie startend nahm diese Steilvorlage gerne an und zeigte ein beherztes Rennen. Andri Struzina (Seeclub Zug), Vincent Raths (Seeclub Zürich), Julian Müller (Seeclub Luzern) und Pascal Ryser (Ruderclub Thalwil) am Schlag hatten sich einiges vorgenommen, zeigten ein sehr gelungenes Rennen und wurden mit dem belgischen Vizemeistertitel belohnt.

Die beiden Jun-Vizeeuropameisterinnen und Jun-WM-5. im Doppelvierer von 2015, Andrea Fürholz (Ruderclub Uster) und Debora Hofer (Seeclub Thun) haben auf diese Saison vom Skull- in den Riemenbereich gewechselt und wollen sich im Zweier-ohne für die U23-WM in Rotterdam dieses Jahr empfehlen. Die beiden Athletinnen zeigten sich seit der Saisoneröffnungsregatta in Lauerz technisch bereits stark verbessert und so erstaunt es nicht, dass ihnen eine solide Fahrt über die ganze Renndistanz gelungen ist. Dass sie sich dabei nur knapp 2 Sekunden von einer Berliner Renngemeinschaft mit zwei riemenerfahrenen Jun-Weltmeisterinnen im Achter geschlagen geben mussten spricht für diese Crew. Alle freuten sich auf einen weiteren belgischen Vizemeistertitel.

Die zwei Athleten aus dem leichten Riemenkader, Daniel Molino (Ruderlcub Uster) und Kaspar Bührer (Ruderclub Schaffhausen) mussten sich unter anderem mit den für den Grasshopper Club Zürich startenden Gebrüder Emile und Alois Merkt auseinandersetzen. Die international schon erfahrenen Gebrüder Merkt (Alois war Junioreneuropameister im Vierer ohnen letztes Jahr) liessen nichts anbrennen und wurden souveräne belgische Meister. Molino/Bührer mussten auf der vom Wind stärker benachteiligten Bahn 2 Lehrgeld bezahlen und verpassten einen Medaillenplatz deutlich.

Zum Schluss dieses Regattatages durften unsere beiden Skifferinnen auch noch ins Renngeschehen eingreifen – und wie! Die letztjährige U23-WM-Bronzemedaillengewinnerin Pascal Walker (Ruderclub Zürich) hat sich nach ihrem vermeintlich schlecht gefahrenen Vorlauf (Pascal wurde am Start über den Final-Qualifikationsmodus falsch informiert) mit der Drittschnellsten Vorlaufzeit doch noch für das Finale qualifiziert. Pascal fuhr praktisch das ganze Rennen auf dem ungefährdeten dritten Rang, die beiden Gegnerinnen aus Deutschland und Schweden waren leider zu weit weg. Immerhin auch hier eine belgische Meisterschaftsmedaille. Pauline Delacroix (Club d’Aviron Vésenaz) bescherte dem Schweizer Team den zweiten belgischen Meistertitel, im leichten U23-Einer. Von ihren Gegnerinnen nicht wirklich gefordert fuhr Pauline vom Start weg an die Spitze und überquerte die Ziellinie mit über 5 Sekunden Vorsprung. Mit vielen positiven Eindrücken kehrten wir ins Hotel zurück.

Bereits um 5 Uhr früh hiess es für die leichten Skiffiers losfahren, um das pre paddeling noch vor der Waage durchführen zu können. Auch am Sonntag schafften alle Mannschaften die Finalqualifikation. Am Vortag noch als letzte gestartet durfte Pauline Delacroix im leichten U23-Einer als Erste für den Sonntag vorlegen. Sie tat dies gleich überlegen wie am Vortag und gewann ihr Rennen problemlos. Pauline's überragende Rudertechnik stiess nicht nur bei den Insidern auf Anerkennung.

Andrea Fürholz und Debora Hofer vermochten nicht mehr ganz an ihre Leistung vom Samstag anzuknüpfen und trotzdem gab es einen dritten Rang. Der schwere Vierer mit Steuermann (Tollardo/Hirsch/Blankenberger/Kamber/Stm. Theiler) doppelte mit einem weiteren diskussionslosen Sieg mit viel offenem Wasser nach. Man darf gespannt sein, wie sich dieser Vierer-mit weiterentwickeln wird oder ob noch ein Wechsel in den Vierer-ohne eine Option ist.

So ein Rennen, wie es unsere leichten Männer im Einer fahren mussten, habe ich noch nie erlebt. Es macht ja durchaus Sinn, während eines Rennens noch ein weiteres Rennen zu starten. Was für die Zuschauer attraktiver ist, kann für die Ruderer verhängnisvoll sein, wenn sie auf das vorherige Rennen auflaufen und dieses überholen müssen (wir kennen die Bilder von den Exoten bei den Skirennen). Genau dies passiert den beiden im Vorlauf souveräne Bestzeiten fahrenden Pascal Ryser und Daniel Molino. Der Lokalmatador vom KR Club Gent war einteilt, aber unsere beiden Athleten lieferten sich über die ganze Strecke ein packendes Duell um den zweiten Platz. Aber ausgerechnet 100 m vor dem Ziel liefen beide auf unerfahrene Junioren im Doppelzweier auf. Beide Ruderer mussten über die Bojen ausweichen und wurden so massiv behindert. Das Rennen wurde mit der roten Flagge quittiert, aber dennoch gewertet, ein Re-race kam aus Zeitgründen gar nie in Frage. So nehmen wir zur Kenntnis, mit Daniel und Pascal zwei gleich schnelle Ruderer gesehen zu haben.

Beim leichten Vierer-ohne wurde Pascal Ryser durch Kaspar Bührer ersetzt. Diese Crew, nun mit Vincent Raths am Schlag, kämpfte wegen Windböen auf Bahn 2 mit dem steuern und wurde durch die Bojen mehrfach aus dem Rhythmus geworfen. Zwar immer im Kontakt mit dem zweitplatzierten Boot und nie mehr als eine Länge zurück kam der Vierer nicht über den letzten Platz hinaus.

Für Pascal Walker schaute wiederum ein dritter Rang heraus. Als die Ruderinnen des leichten Doppelvierers Richtung Start ruderten, war der Rest der Mannschaft mit Abriggern und Aufladen der Boote beschäftigt. Weil das Siegerboot vom Vortag vom Rennen ausgeschlossen wurde (wahrscheinlich Gewichtsprobleme), bestand die Chance, sich noch um einen Rang zu verbessern. Dies gelang den Schweizerinnen auch problemlos.

Mit einer weiteren Medaille im Gepäck hiess es nun, uns auf den Weg zum Flughafen zu machen. Ein paar Minuten vor Schalterschluss erreichten wir nach aufreibender Autobahnfahrt mit Gafferstaus schliesslich den Flughafen und den Flug. Müde und zufrieden ging es auf die Heimreise. Mein Dank geht an die beiden Trainer Fabian Freimann und Thomas Böhme, ein ganz besonderer Dank geht auch an Beat "BeSe" Seeholzer und Melch Bürgin, welche tatkräftig mitgeholfen hatten. Der nächste Einsatz wird die Internationale Regatta in Bled vom 10.-12. Juni sein.

Männer Samstag
Vierer mit Steuermann Final: 1. Damien Tollardo / Benjamin Hirsch / Jacob Blankenberger / Nicolas Kamber / Stm: Arno Theiler (SUI) 06.37.01.
2. Oxford Brookes (GBR) 06.45.82. 3. Rgm. R.C. Germania Düsseldorf / R.T.H.C. Bayer Leverkusen (GER) 06.50.30. 4. Tideway Scullers (GBR) 06.57.55. 5. Nereus Amsterdam (NED) 07.08.48.
Leichtgewichte. Vierer ohne Stm. Final: 1. RV Münster (GER) 06.25.21. 2. Andri Struzina / Vincent Raths / Julian Müller / Pascal Ryser (SUI) 06.35.03. 3. RC Rheinfelden (GER) 06.45.30. 4. Polnische Nationalmannschaft (POL) 06.48.51. 5. Rgm Kölner R.V. / Mainzer R.V. / R.T.H.C. Bayer Leverkusen (GER) 06.49.98.
Leichtgeweicht. U23-Zweier ohne Stm. Final: 1. Alois Merkt 7 Emile Merkt (Grasshopper Club Zurich) 07.19.91. 2. R.K. Wannsee Berlin (GER) 07.22.77. 3. Berliner R.C. (GER) 07.27.98. 4. Daniel Molino / Kaspar Bührer 07.36.79 5. CF Vilacondense (POR) 08.26.49

Frauen Samstag
Leichtgewichte. Doppelvierer Final:
1. R.V. Treviris Trier (GER) 06.57.25. 2. Rgm Crefelder R.C. / Leipzig / R.C. Süderelbe (GER) 07.03.59. 3. Lara Eichenberger / Kirstin Minas / Fabienne Schweizer / Serafina Merloni (SUI) 07.05.63. 4. Nereus Amsterdam (NED) 07.17.99. 5. Rgm Gentse RS / K.R.S.Gent 07.58.74.
U23-Zweier ohne Stm. Final: 1. Rgm R.K. Wannsee Berlin / S.V. Energie Berlin (GER) 08.17.96. 2. Andrea Fürholz / Debora Hofer (SUI) 08.19.80. 3. Mainzer R.V. (GER) 08.25.27. 4. Crefelder Ruder-Club / Neusser RV (GER) 08.29.56. 5. Polnischer Ruderverband (POL) 08.33.73.
U23-Einer Final: 1. DRC Hannover (GER) 08.02.02. 2. Öresjö S.S. R.K. (SWE) 08.05.20. 3. Pascal Walker (SUI) 08.10.84. 4. RV Münster (GER) 08.17.01. 5. K.R.S.Gent 08.49.99
Leichtgewichte. U23-Einer. Final: 1. Pauline Delacroix (SUI) 08.10.95. 2. Albatros (AUT) 08.16.41. 3. Oxford Brookes (GBR) 08.24.13. 4. Dresdner R.C. (GER) 08.29.18. 5. R.V. Saarbruecken (GER) 08.29.48

Männer Sonntag
Vierer mit Steuermann Final: 1. Damien Tollardo / Benjamin Hirsch / Jacob Blankenberger / Nicolas Kamber / Stm: Arno Theiler (SUI) 06.52.32.
2.Oxford Brookes (GBR) 07.03.99. 3. Upper Thames R.C. (GBR) 07.19.98. 4. Rgm R.T.H.C. Bayer Leverkusen (GER) / Siegburger R.V. (GER) 07.25.98. 5. Tideway Scullers (GBR) 07.33.76.
Leichtgewichte. Vierer ohne Stm. Final: 1. Rgm Berliner R.C. / RV Münster 06.41.64. 2.RC Rheinfelden (GER) 06.51.24. 3. Polnischer Ruderverband (POL) 06.51.60. 4. Rgm. Kölner R.V. / Mainzer R.V. / R.T.H.C. Bayer Leverkusen (GER) 06.53.22. 5. Andri Struzina / Kaspar Bührer / Julian Müller / Vincent Raths (SUI) 06.53.46
Leichtgewicht. U23-Einer. Final: 1. KR Club Gent (BEL) 08.09.91. 2. Mainzer R.V. (GER) 08.17.29. 3. Daniel Molino (SUI) 08.19.21. 4. Pascal Ryser (SUI) 08.19.71. 5. T.R.T.Hazewinkel (BEL) 08.24.45

Frauen Sonntag
Leichtgewichte. Doppelvierer Final:
1. Rgm Crefelder R.C. / R.C. Süderelbe (GER) 07.26.45. 2. Lara Eichenberger / Kirstin Minas / Fabienne Schweizer / Serafina Merloni (SUI) 07.37.20. 3. K.R.N.S.Oostende 08.24.64
U23-Zweier ohne Stm. Final: 1. Rgm R.K. Wannsee Berlin / S.V. Energie Berlin (GER) 08.19.34. 2. > Crefelder Ruder-Club /Neusser RV (GER) 08.20.04. 3. Andrea Fuerholz / Debora Hofer (SUI) 08.27.92. 4. Mainzer R.V. (GER) 08.39.68. 5. Polnischer Ruderverband (POL) 08.42.13
U23-Einer Final: 1. Öresjö S.S. R.K. (SWE) 08.27.01. 2. DRC Hannover (GER) 08.41.73. 3. Pascale Walker (SUI) 08.50.43. 4. RV Münster (GER) 08.57.48. 5. RC Potsdam (GER) 09.31.66
Leichtgewichte. U23-Einer. Final: 1. Pauline Delacroix (SUI) 08.44.78 2. Albatros (AUT) 08.51.82. 3. RC Rheinfelden (GER) 08.59.94. 4.Dresdner R.C. (GER) 09.06.53. 5. Oxford Brookes (GBR) 09.09.42

Bericht und Bilder: Markus Lüönd, Team Manager U23