Jeannine Gmelin gewinnt beim Weltcup-Final Bronze

  Jeannine Gmelin gewinnt beim Weltcup-Final Bronze

Jeannine Gmelin gewinnt beim Weltcup-Final in Posen Bronze hinter der Weltmeisterin von 2015, Kim Brennan, und der Weltmeisterin von 2014, Emma Twigg. Für die Schweizerin ist es die erste Weltcup-Medaille überhaupt und für den Schweizerischen Ruderverband die erste Weltcup-Medaille bei den Frauen seit sechs Jahren. Der Männer-Doppelvierer erreichte nach einer Aufholjagd den guten vierten Platz beim Weltcup-Final. Top-9-Klassierungen gibt es auch für die weiteren Schweizer Boote.

>> Bilder Finaltag Poznan (Bilder: Detlev Seyb, Swiss Rowing)

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Heute ist im polnischen Posen die Weltcup-Saison zu Ende gegangen. Diese Regattastrecke scheint Jeannine Gmelin (Ruderclub Uster) ganz besonders zu gefallen. Letztes Jahr schaffte die 25-Jährige hier mit dem zweiten Rang bei den Europameisterschaften ihren internationalen Durchbruch. Heute doppelt die gelernte Kauffrau bei ähnlichen Bedingungen an gleicher Stätte mit dem Gewinn ihrer ersten Weltcup-Medaille nach: Jeannine Gmelin holt hinter den Weltmeisterinnen von 2015 und 2014 Kim Brennan beziehungsweise Emma Twigg die Bronzemedaille. «Neben diesen beiden Weltmeisterinnen auf dem Podest zu stehen, ist schon ein cooles Gefühl», freut sich Jeannine Gmelin. Mit dem Gewinn ihrer ersten Weltcup-Medaille macht sich die Ruderin des Ruderclub Usters, die morgen ihren 26. Geburtstag feiert, selber ein schönes Geburtstagsgeschenk. Für dieses wurde Jeannine Gmelin aber alles abverlangt – ihre neue persönliche Skiff-Bestzeit sowie viel Geduld. Die ersten 1000 Meter ruderte die Schweizerin nämlich am Schluss des Feldes, sie liess sich davon aber nicht beirren. Geduldig verfolgte sie ihren Rennplan und überspurtete im Schlussspurt alle weiteren Konkurrentinnen um Rang 3 – die Olympia-Zweite von 2012 aus Dänemark, die österreichische Europameisterin, und die holländische Überraschungsfrau. «Dies war eine ganz reife Leistung», freut sich auch der Direktor des Schweizerischen Ruderverbandes Christian Stofer, der eine positive Bilanz der diesjährigen Weltcup-Saison zieht: «Mit dieser Bronzemedaille haben wir dieses Jahr in vier verschiedenen olympischen Bootsklassen Medaillen gewonnen. Bei den Frauen die erste seit sechs Jahren. Das zeigt, dass das Olympiakader breit abgestützt ist.» Weiter geht es für das Schweizer Olympia-Team nun an der Olympischen Regatta vom 6. bis 13. August 2016 in Rio de Janeiro.

Doppelvierer bestätigt Exploit mit Rang 4
Das gilt auch für den Doppelvierer. Beim Heim-Weltcup in Luzern sorgte dieser mit Rang 3 für die positive Überraschung aus Schweizer Sicht. Gegenüber dem Start vor Heimpublikum wurde das Boot für den Weltcup-Final auf einer Position umbesetzt, da Schlagmann Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron) nach einer langwierigen Verletzung wieder ins Renngeschehen eingreifen kann. Barnabé Delarze startete gemeinsam mit seinen Teamkollegen Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen), Augustin Maillefer (Lausanne Sports Aviron) und Roman Röösli (Seeclub Sempach) verhalten in den heutigen Final und so überquerte das Schweizer Boot die 500-Meter-Marke als Letzte. Danach setzte die Crew jedoch zur Aufholjagd an und überholte zuerst das italienische Boot und danach auch die Rotsee-Zweiten aus Grossbritannien. Um in den Kampf um die Medaillen einzugreifen, reichte es aber nicht mehr. Wie bereits in Luzern dominierten die australischen Vize-Weltmeister das Rennen und gewannen vor den amtierenden Weltmeistern aus Deutschland. Diese hatten nach ihrem enttäuschenden fünften Platz in Luzern die Schlagposition neu besetzt. Dritte wurde vor Heimpublikum das polnische Boot, welches am Rotsee noch von den Schweizern auf Rang 4 verwiesen wurde. «Nach den Verletzungssorgen, die wir in dieser Bootsklasse hatten, können wir mit den Rängen 3 und 4 bei zwei Weltcup-Starts zufrieden sein, auch wenn bis Rio noch viel Arbeit auf die Mannschaft wartet», bilanziert der SRV-Direktor Christian Stofer.
Markus Kessler (Ruderclub Schaffhausen) hat dieses Wochenende insgesamt fünf Rennen bestritten – im Einer respektive als Ersatzmann im Doppelvierer Vorlauf. Das fünfte Rennen war der heutige B-Final. Markus Kessler bewies seine gute Physis und war auch in diesem B-Final von Anfang an mitbestimmend. Bei Streckenhälfte noch Zweiter resultierte am Schluss Rang 3 respektive Gesamtrang 9 beim Weltcup-Final.

Michael Schmid und Daniel Wiederkehr mit schnellen zweiten 1000 Metern
Michael Schmid (See-Club Luzern) und Daniel Wiederkehr (Ruderclub Baden) ruderten im B-Finals des leichten Doppelzweiers auf der zweiten Streckenhälfte am schnellsten. Da der Start aber erneut nicht optimal gelang reichte dies nicht, um das Rennen zu gewinnen. Zu weit hatten sich die Vize-Europameister aus Deutschland bereits abgesetzt. Die über das ganze Rennen an zweiter Stelle liegenden Brasilianer konnte das Duo aber im Schlussspurt noch abfangen und beendete das Rennen auf Rang zwei und damit den Weltcup-Final auf Rang 8 – wie bereits den Heim-Weltcup vor drei Wochen in Luzern. Damit es an den Olympischen Spielen noch weiter nach vorne geht, werden Michael Schmid und Daniel Wiederkehr intensiv am Startabschnitt arbeiten müssen. Denn sie haben heute erneut gezeigt – auf den zweiten 1000 Metern sind sie schnell.

Patricia Merz und Frédérique Rol ebenfalls Achte beim Weltcup-Final
Da Patricia Merz (Seeclub Zug) und Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) den Gewinn eines Startplatzes für die Olympischen Spiele bei der Qualifikationsregatta knapp verpasst haben, haben sie mit dem heutigen B-Final das letzte Rennen der Saison in dieser Bootsklasse bestritten. Einmal mehr gelang es den beiden das Rennen von Anfang an mitzugestalten. Gemeinsam mit dem holländischen Boot setzen sie sich schon früh vom Rest des Feldes ab. Die Holländerinnen ihrerseits konnten schnell eine leichte Führung gegenüber den Schweizerinnen errudern, die sie bis zuletzt verteidigten. Damit haben Patricia Merz und Frédérique Rol das Rennen auf Rang 2 und den Weltcup-Final auf dem achten Gesamtrang beendet.

Resultate.
Frauen.
Einer. A-Final:
1. Kim Brennan (Aus) 7:15,98. 2. Emma Twigg (Neus) 7:19,15. 3. Jeannine Gmelin (Sz) 7:22,20. 4. Lisa Scheenaard (Ho) 7:22,65. 5. Fie Udby Erichsen (Dä) 7:23,47. 6. Magdalena Lobnig (Ö) 7:23,58.
Leichtgewichte. Doppelzweier. B-Final: 1. Amber Kraak, Anne Marie Schonk (Ho) 6:56,06. 2. Frédérique Rol, Patricia Merz (Sz) 6:59,20. 3. Vanessa Cozzi, Fernanda Ferreira (Bra) 7:10,80. 4. Yuen Yin Lee, Ka Man Lee (Hkg) 7:13,99. 5. Khadija Krimi, Nour Elhouda Ettaieb (Tun) 7:28,38.
Männer.
Einer. B-Final:
1. Jack Beaumont (Gb) 6:54,25. 2. Sverri Nielsen (Dä 1) 6:54,35. 3. Markus Kessler (Sz) 6:58,63. 4. Nick Larsen (Dä 2) 7:00,52. 5. Nils Jakob Hoff (No) 7:36,03.
Doppelvierer. A-Final: 1. Australien (Forsterling, Belonogoff, Girdlestone, McRae) 5:37,20. 2. Deutschland (Schulze, Wende, Schoof, Gruhne) 5:39,58. 3. Polen (Biskup, Chabel, Radosz, Zietarski) 5:40,79. 4. Schweiz (Roman Röösli, Augustin Maillefer, Nico Stahlberg, Barnabé Delarze) 5:43,39. 5. Grossbritannien (Lambert, Townsend, Groom, Thomas) 5:45,63. 6. Italien (Capuano, Rambaldi, Fiume, Gentili) 5:51,15.

Leichtgewichte. Doppelzweier. B-Final: 1. Moritz Moos, Jason Osborne (De) 6:24,08. 2. Michael Schmid, Daniel Wiederkehr (Sz) 6:29,55. 3. Xavier Vela Maggi, Willian Giaretton (Bra) 6:30,89. 4. Hin Chun Chiu, Chiu Mang Tang (Hkg) 6:43,71. 5. Bogdan Obreja, Drajan Raicovici (Rum) 7:09,5.

Posen, 19. Juni 2016/rs.