EUSA-Games Zagreb/Rieka 2016

  EUSA-Games Zagreb/Rieka 2016

Drei Medaillen für die Schweizer Studenten an den EUSA Games in Zagreb
Mit fast 5000 Sportlern in 12 Sportarten finden im Juli die grössten europäischen Studenten-Meisterschaften in der Hauptstadt statt. Für die Ruderinnen und Ruderer ist Zagreb ideal, der Campus liegt in nächster Nähe zur windarmen Regattastrecke. Bei heissen 37 Grad gingen am Dienstag, 11. Juli, die Ruderer in die Vorläufe und Bahnverteilungsrennen, viele der Schweizer starteten dabei in zwei Kategorien. Die Delegation von 44 Athleten und 6 Betreuern vertraten Hochschulen aus Basel, Bern, Chur, Lausanne, Neuchatel, Rapperswil-Jona und Zürich. Die Ruderregatta war diesem Mal am Anfang der EUSA Games, so dass die Ruderdelegation auch bei der grossen Eröffnungsfeier einlaufen konnte.

Nicht weniger als sieben Athleten traten in Skiffs an, die Konkurrenz verwies alle Schweizer Skiffiers in die B- und C-Finale. Auf direktem Weg konnten sich die zwei Männer Doppelzweier aus Lausanne (Nelis Hendrik und Louis Margot) und Luzern (Julian Flühler und Reto Amstad) für die Halbfinale qualifizieren, und am Mittwoch schafften beide auch den Sprung ins A-Finale. Im leichten Doppelzweier konnten die Schweizer mit Beat Johner und Raphael Eichenberger aus Bern sich über den Hoffnungslauf qualifizieren. Souverän schaffte dies der Männer Vierer-ohne mit Tom Barilov, Robert Schreiber, Jean-Philippe Dufour und Nils Knorr. Zwei Achter aus Zürich mussten auch über den Hoffnungslauf: Die Frauen konnten die Vorrennen zur Abstimmung verwenden und qualifizierten sich fürs A-Final.

Dem Männerachter hingegen forderte die Hürde alles ab: Nach Rang 3 im Vorlauf fanden sie sich im härteren Repechage wieder, wo nebst den favorisierten Ungarn die deutschen Hochschulmeister aus Aachen für einen der zwei Finalplätze antraten. Das Team wurde erst drei Tage zuvor definitiv zusammengesetzt, nach Meisterschaften und Henley-Ausflug der Mehrzahl der Athleten war nicht viel Zeit für die gemeinsame Vorbereitung geblieben. Aachen startete schnell und war bei 500 und 1000 Metern an der Spitze, dicht gefolgt von den Ungarn; das Schweizer Boot lag bei Streckenhälfte trotz gutem Einsatz mit etwas offenem Wasser hinter der Spitze. Doch dann drehte Schlagmann Emile Merkt mächtig auf, die Zürcher verkürzten auf eine halbe Länge auf Aachen bei 1500 Metern, während wie erwartet die Ungarn die Führung übernahmen. Die Zürcher waren nun nicht mehr zu bremsen, mobilisierten die letzte Kräfte und zogen 300 Meter vor dem Ziel mit Aachen gleich, nach einem erbitterten Endspurt mit Fotofinish mussten Athleten und Trainer eine halbe Stunde auf das erlösende Resultat warten, das Zürich den zweiten Rang in einer Zeit von 5:47.06 zuteilte, sechs Hundertstel-Sekunden vor den Aachnern, und damit wie im Vorjahr einen Startplatz im Männerachter-Final gab.

Am Finaltag konnten 12 der 23 Schweizer Hochschulteams in den A-Finalen antreten. Emile und Alois Merkt (ETH/Uni Zürich bzw. GC Zürich) gewannen mit einem dritten Rang im schweren Zweier-ohne die erste Medaille für die Schweiz an den EUSA Games. Etwas Pech hatten wir in einigen Riemen-Booten mit vierten Rängen: Der Männer Vierer-ohne wurde im Enspurt überholt, die Frauen der gleichen Bootsklasse waren das ganze Rennen nah an der Medaille, aber es wollte knapp nicht reichen. Im Frauenachter gab es ein ähnliches Bild: Hinter zwei englischen Booten und knapp hinter Hamburg mussten die Zürcherinnen erstmals seit zwei Jahren auf eine Medaille verzichten. Gute Rennen, aber nicht der Medaillenrängen zeigten die drei Männerdoppelzweier: Es gab Rang fünf für Lausanne, sechs für Luzern und bei den leichten Rang fünf für Bern.

Eine Medaille erkämpften sich aber Anna Zinstag und Lorenza von Eckardstein (PH/Uni Zürich bzw. Belvoir RC Zürich) im Doppelzweier der Leichtgewichte. Die beiden Ruderneulinge fuhren ein freches und angriffiges Rennen, bei dem sie im dritten Streckenviertel gar auf eine Länge an das führende Boot heranfuhren. Auf den letzten Metern mussten sie allerdings den zweiten Platz wieder hergeben, kämpften aber bis zum Umfallen und verdienten sich redlich die Bronzemedaille. Der Frauen-Doppelvierer mit Adeline Seydoux, Lisa Cassina, Anouk Chastonay und Juliette Jeannet legte noch einen obendrauf und gewannen Silber für Lausanne. Im letzten Rennen warf der Zürcher Männerachter nochmals alles in die Waagschale und fuhren die erste Hälfte vorne mit, im leichten Gegenwind mussten sie aber auf der zweiten Streckenhälfte das Feld ziehen lassen und verbuchten Rang sechs.

Camille Codoni